Deutschland hat zwischen den Jahren 2000 und 2025 die höchsten kumulierten Hochwasserschäden aller europäischen Länder verzeichnet, nämlich rund 69 Mrd. Euro. Damit liegt Deutschland mit Abstand an der Spitze, deutlich vor Italien mit 37 Mrd. Euro Schäden und Spanien mit 22 Mrd. Euro. Nicht nur Einzelereignisse wie die Ahrtalflut im Jahr 2021 waren dafür verantwortlich, sondern auch die hohe Konzentration wirtschaftlicher Werte in gefährdeten Regionen hierzulande.
Zudem häufen sich die Extremwetterereignisse. In den fünf Jahren zwischen 2020 und 2025 lagen die Flutschäden in ganz Europa um rund 40% über denen des ersten Jahrzehnt des Jahrhundert (2000 bis 2009). In Deutschland sind es sogar 184%.
Wachstums- und Standortrisiko Hochwasser
Doch Hochwasserereignisse sind längst nicht mehr nur ein Umwelt- oder Infrastrukturproblem. Sie entwickeln sich zunehmend zu einem erheblichen Wachstums- und Standortrisiko für die deutsche Wirtschaft. Das zeigt eine Analyse des Kreditversicherers Allianz Trade. So könnte das nächste signifikante Hochwasserereignis die deutsche Wirtschaftsleistung in den Folgejahren deutlich reduzieren: Träfe eine neuerliche schwere Flut Deutschland im Jahr 2027, würde die Wirtschaftsleistung bis 2030 kumuliert um rund 108 Mrd. Euro sinken.
„Ein Hochwasser ist zwar zunächst ein lokaler Schock, die die ökonomische Folgewirkungen erfassen jedoch die gesamte Volkswirtschaft. Neben den direkten und sichtbaren Schäden sind es vor allem die wirtschaftliche Reaktionen wie ausbleibende Investitionen, geringere Einkommen und schwächeres Wachstum, die die Kosten von Flutereignissen in die Höhe treiben“, erklärt Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
1 Euro in Prävention spart 4 Euro in Schäden
Doch Prävention zahlt sich aus, erklärt Allianz Trade. Jeder investierte Euro in Maßnahmen wie natürliche Rückhalteflächen, widerstandsfähige Infrastruktur und eine risikobewusste Flächenplanung könnte einen immensen volkswirtschaftlichen Nutzen erzielen.
„Jeder investierte Euro spart Schäden in etwa vierfacher Höhe“, so Hazem Krichene, Senior Klimaökonom bei Allianz Research. „Ohne zusätzliche Anpassungsmaßnahmen könnten die jährlichen Flusshochwasserschäden in der EU und im Vereinigen Königreich bis 2100 um den Faktor sechs auf nahezu 50 Mrd. Euro pro Jahr ansteigen. (…) Die volkswirtschaftlichen Kosten des Nichtstuns werden deutlich höher sein als die Kosten wirksamer Präventionsmaßnahmen.“ (js)
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