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11. Mai 2020
Allianz-Tochter befürchtet weltweite Pleitewelle
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Allianz-Tochter befürchtet weltweite Pleitewelle

Der Weltwirtschaft droht 2020 wegen der Corona-Pandemie die größte Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Vor allem der Welthandel dürfte in diesem Jahr einbrechen. Euler Hermes rechnet vor diesem Hintergrund mit einer weltweiten Pleitewelle.

Nach Einschätzung des Kreditversicherers Euler Hermes wird die Corona-Pandemie zu einer tiefen Rezession bei Welthandel und Weltwirtschaft führen. In der Folge rechnen die Experten mit einer weltweiten Pleitewelle. Global dürften die Insolvenzen 2020 zum vierten Mal in Folge steigen – und zwar in einem bisher ungekannten Ausmaß. Euler Hermes prognostiziert einen Anstieg der Insolvenzzahlen um 20%. Zum Vergleich: 2019 lag der Zuwachs bei 8%.

Größte Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg

Beim Welthandel mit Waren und Dienstleistungen droht der Analyse zufolge ein Minus von 15%, bei waren sogar von 20%. Das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürften mit einem voraussichtlichen Minus von –3,3% die größte Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg aufweisen. „2020 versprach ursprünglich eigentlich ein eher ruhiges Jahr zu werden“, kommentiert Ludovic Subran, Chefvolkswirt von Allianz und Euler Hermes.

Doppelt so starker Einbruch wie zur Finanzkrise

Corona sei ein schwarzer Schwan wie aus dem Lehrbuch, der die eigentlich positiven Voraussetzungen zunichte gemacht habe. „2020 bricht die Weltwirtschaft nach unseren aktuellen Prognosen voraussichtlich doppelt so stark ein wie in der Finanzkrise. Die Verluste sind so hoch wie die Wirtschaftskraft (BIP) von Deutschland und Japan zusammen. Das hinterlässt Spuren wie bei einem Meteoriteneinschlag, die nicht von heute auf morgen wieder verschwinden.“ Noch nie habe es zeitgleich in so vielen Ländern und in so vielen Branchen einen so heftigen Einbruch gegeben.

Europa und die USA im Auge des Sturms

„Auf die Unternehmen rollt weltweit eine regelrechte Pleitewelle zu“, sagt Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Anstieg falle mehr als drei Mal so hoch wie vor der Corona-Pandemie erwartet (+6%) aus. Neben den USA (+25%) sei insbesondere Europa im Auge des Sturms (+19%). In dieser Situation sei es nun extrem wichtig, für Unternehmen und Wirtschaft Vertrauen zu schaffen.

Auch Deutschland hart getroffen

Aktuell wird unter anderem in Deutschland die Wirtschaft nach dem Stillstand durch die Eindämmungsmaßnahmen zwar wieder hochgefahren. Die Schwierigkeiten sind laut Euler Hermes damit aber längst nicht vorbei. Mit einer Kontraktion des deutschen BIP von –8,9% rutsche auch die deutsche Wirtschaft in eine Rezession. Deshalb prognostizieren die Euler Hermes Volkswirte auch in Deutschland mindestens 10% mehr Insolvenzen als im Vorjahr. Ohne die staatlichen Maßnahmen in vielen Ländern würden die Euler Hermes-Volkswirte von einem noch wesentlich höheren Anstieg der Insolvenzen ausgehen. Das gelte auch für Deutschland. (mh)

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