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Altersvorsorge nach Corona: Schock-Studie für kommende Rentnergenerationen
18. November 2020

Altersvorsorge nach Corona: Schock-Studie für kommende Rentnergenerationen

Die Corona-Pandemie sorgt nicht nur aktuell für große Herausforderungen. Einer aktuellen Studie von Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen zufolge verschärft sie auch drastisch die Probleme der gesetzlichen Rentenversicherung. Steuert die Politik nicht schnell entgegen, werde das Rentenniveau zwangsläufig massiv sinken.

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Die Corona-Pandemie sorgt nicht nur aktuell für große Herausforderungen. Einer aktuellen Studie von Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen zufolge verschärft sie auch drastisch die Probleme der gesetzlichen Rentenversicherung. Steuert die Politik nicht schnell entgegen, werde das Rentenniveau zwangsläufig massiv sinken.

Altersvorsorge nach Corona: Schock-Studie für kommende Rentnergenerationen
Rentenniveau sinkt auf unter 40%

„Aufgrund der wachsenden Nachhaltigkeitslücke in der GRV und den sinkenden staatlichen Steuerzuschüssen, werden die Rentenbeiträge über kurz oder lang auf ein Fünftel des Bruttogehaltes gedeckelt werden müssen“, prognostiziert der Rentenexperte. Dadurch sinke das Rentenniveau auf unter 40%. Um den Lebensstandard zu sichern, sei jedoch eine Ersatzquote von 60 bis 80% des letzten Bruttolohnes notwendig.

Vorsorgelücke steigt auf bis zu 40%

Zukünftige Rentner würde unter dem Strich eine Vorsorgelücke von 20 bis 40% erwarten. Damit könne die GRV die Versorgungsanforderungen nicht mehr erfüllen und den Lebensstandard künftiger Rentner in dieser Form noch weniger sichern als bisher. Damit steigen die notwendigen Altersvorsorgeanstrengungen zur Lebensstandardsicherung weiter an – und das in Zeiten niedriger Zinsen.

Reform der Vorschriften dringend notwendig

Vor diesem Hintergrund muss die private Vorsorge laut Raffelhüschen dringend in einem vernünftigen Rahmen weiterentwickelt werden. Mit den aktuellen Regeln erschwere der Staat durch die strengen Vorschriften für die Anlage- und Refinanzierungsstrukturen des Finanzsektors die Bildung privaten Vorsorgevermögens bei breiten Bevölkerungsschichten. Viele Finanz- und Versicherungsunternehmen können laut Raffelhüschen ihren Anlegern deshalb nur scheinbar sichere Anlagen anbieten, mit denen die Sparer jedoch kaum noch Rendite erzielen. In Kombination mit dem sinkenden Rentenniveau sei das genau das falsche Signal.

Akuter politischer Handlungsbedarf

„Die Politik muss daher dringend handeln. Statt des Zwangs zur nicht verzinsten Staatsanleihe muss der Gesetzgeber die private Altersvorsorge reformieren und der Finanzindustrie die Freiheit zur Diversifikation eröffnen“, betont Raffelhüschen. „Wir werden bei den Zinsen in den nächsten Jahren keine Entspannung sehen“, ergänzt Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment. Daher sei es umso wichtiger und zielführender, den Aufbau von Vorsorgevermögen für breite Bevölkerungsschichten über den Zugang zu den Kapitalmärkten zu erleichtern. (mh)

Bild: © Thodonal – stock.adobe.com




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