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Altersvorsorge: So unterschiedlich ist der Bedarf in Deutschland
07. September 2020

Altersvorsorge: So unterschiedlich ist der Bedarf in Deutschland

Das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos hat im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) den Altersvorsorgebedarf der Deutschen analysiert. Die Experten haben dabei extreme regionale Unterschiede aufgedeckt. Vor allem Bewohner von Boomregionen müssen demnach deutlich mehr vorsorgen als der Rest des Landes.


Das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos hat im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) den Altersvorsorgebedarf der Deutschen analysiert. Die Experten haben dabei extreme regionale Unterschiede aufgedeckt. Vor allem Bewohner von Boomregionen müssen demnach deutlich mehr vorsorgen als der Rest des Landes.


Altersvorsorge: So unterschiedlich ist der Bedarf in Deutschland

Nur die gesetzliche Rente wird im Alter für die meisten Menschen in Zukunft nicht mehr reichen. Zusätzliche private Vorsorge ist notwendig, wenn der Lebensstandard auch im Alter gehalten werden soll. Wie hoch dieser Vorsorgebedarf innerhalb Deutschlands ist, hat Prognos im Auftrag des GDV analysiert. Der Studie zufolge muss ein Eckrentner im Bundesdurchschnitt etwa 4,3% seines Einkommens für die Altersvorsorge zurücklegen.

Große regionale Unterschiede

Die Studie offenbart aber auch deutliche regionale Unterschiede zwischen den 401 Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland. Bewohner wirtschaftsstarker Regionen müssen demnach deutlich mehr sparen als jene in einkommensschwächeren Gegenden, wenn sie ihren Vorsorgebedarf decken wollen. Insgesamt variiert die Spar-Belastungsquote auf Kreisebene zwischen 3,3 und 5,8%.

Höchste Quote in Hamburg
 So unterschiedlich ist der Bedarf in Deutschland

Bundesweit am tiefsten müssen die Hamburger in die Taschen greifen. Ein 40-Jähriger muss in der Hansestadt rund 5,8% seines Einkommens beiseitelegen, um im Alter ausreichend abgesichert zu sein. Kaum besser sieht es in München und Stuttgart aus. In den süddeutschen Metropolen liegt die Spar-Belastungsquote bei jeweils 5,7%. Auch der Bodenseekreis, Wolfsburg und Ingolstadt befinden sich in der Spitzengruppe.

Hagener müssen am wenigsten zurücklegen

Den geringsten Aufwand haben laut der Prognos-Studie die Bewohner Hagens. Unter Berücksichtigung des regionalen Preisniveaus belaufen sich die Sparbeträge dort für einen 40-Jährigen bis zum Rentenbeginn auf 3,3% des Einkommens. Auch in Gelsenkirchen und Wilhelmshaven ist die Spar-Belastungsquote mit 3,4% nur minimal höher. Ebenfalls relativ wenig müssen Bewohner im Märkischen Kreis, in Pirmasens und in Nienburg/Weser für die Altersvorsorge zurücklegen.

Hohe Lebenshaltungskosten fressen die Lohnvorteile auf

Hauptgrund für das starke regionale Gefälle ist das unterschiedliche Preisniveau. Dieses frisst die Einkommensvorteile der Boomregionen wie Hamburg, München oder Stuttgart mehr als auf. „Menschen in wirtschaftsstarken Regionen verdienen zwar mehr und haben höhere Renten. Um aber ihren Lebensstandard im Alter sichern zu können, müssen sie schon in absoluten Beträgen mehr sparen als Bewohner in ländlichen Regionen“, sagt Heiko Burret, Studienleiter von Prognos. Der Mehraufwand gehe zudem einher mit höheren Lebenshaltungskosten, insbesondere für das Wohnen. „Gemessen an der Kaufkraft ihrer Einkommen schlagen die monatlichen Sparbeträge bei Stadtbewohnern daher meist stärker zu Buche.“

Unterschiede bei den Sparbeträgen noch größer
 So unterschiedlich ist der Bedarf in Deutschland

Noch größer als bei der Sparquote fallen die regionalen Unterschiede bei den absoluten Sparbeträgen aus, die für die Altersvorsorge zurückgelegt werden sollten, um den anvisierten Lebensstandard im Alter vor Ort zu sichern. Im Bundesdurchschnitt beträgt dieser monatliche Sparbetrag 190 Euro. Die Spannweite reichte allerdings von 100 Euro in Prignitz bis hin zu 360 Euro in München.

Ohne private Vorsorge geht es nirgendwo

Ganz ohne private Vorsorge ist der Lebensstandard indes nirgends zu halten. „In keiner Region reicht die gesetzliche Rente aus“, betont GDV-Geschäftsführer Peter Schwark. Daher sei es wichtig, möglichst früh mit dem Sparen anzufangen, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren, und die Sparbeträge regelmäßig an das steigende Einkommen anzupassen. „Die staatliche Riester-Förderung mitnehmen, auch das ist wichtig – gerade im Niedrigzinsumfeld“, meint Schwark. (mh)

Bild: © tanu – stock.adobe.com




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