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Armutsquote auf höchstem Stand seit Wiedervereinigung
20. November 2020

Armutsquote auf höchstem Stand seit Wiedervereinigung

Mit 15,9% hat die Armutsquote in Deutschland eine neue Rekordmarke seit 1990 erreicht. Dies geht aus dem aktuellen Paritätischen Armutsbericht hervor. Demnach sind 13,2 Millionen Bundesbürger von Armut betroffen. Der Regierung wirft der Verband eine „armutspolitische Verweigerungshaltung“ vor.

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Mit 15,9% hat die Armutsquote in Deutschland eine neue Rekordmarke seit 1990 erreicht. Dies geht aus dem aktuellen Paritätischen Armutsbericht hervor. Demnach sind 13,2 Millionen Bundesbürger von Armut betroffen. Der Regierung wirft der Verband eine „armutspolitische Verweigerungshaltung“ vor.


Armutsquote auf höchstem Stand seit Wiedervereinigung
"Armutspolitische Verweigerungshaltung" in Berlin

Der Bundesregierung muss sich vom Verband den Vorwurf einer „armutspolitischen Verweigerungshaltung“ Gefallen lassen. Die vorliegenden Daten zur regionalen Verteilung, Entwicklung und Struktur der Armut würden Deutschland als ein in wachsender Ungleichheit tief zerrissenes Land zeigen, in dem immer mehr Menschen ausgegrenzt und in Armut leben. „Volkswirtschaftliche Erfolge kommen seit Jahren nicht bei den Armen an und in den aktuellen Krisen-Rettungspaketen werden die Armen weitestgehend ignoriert. Was wir seitens der Bundesregierung erleben, ist nicht mehr nur armutspolitische Ignoranz, sondern bereits bewusste Verweigerung”, so die Kritik von Schneider.

Mehr finanzielle Unterstützung für Betroffene gefordert

Unter dem Motto „Gegen Armut hilft Geld” fordert der Wohlfahrtsverband eine sofortige Anhebung der finanziellen Unterstützungsleistungen für arme Menschen sowie armutsfeste Reformen der Sozialversicherungen. „Es klingt banal und wird bei vielen nicht gern gehört: Aber gegen Einkommensarmut, Existenzängste und mangelnde Teilhabe hilft Geld“, so Schneider. Konkret plädiert der Verband für eine Anhebung der Regelsätze in Hartz IV und der Altersgrundsicherung, für die Einführung einer Kindergrundsicherung sowie Reformen von Arbeitslosen- und Rentenversicherung.

VDK will Anhebung des Mindestlohns

Der Sozialverband VdK reagierte alarmiert auf die Ergebnisse des Berichts. VdK-Präsidentin Verena Bentele appelliert an die Politik, Armutsbekämpfung ganz oben auf die Agenda zu setzen. Es sei erschreckend zu sehen, dass auch Erwerbstätige betroffen seien. „Diese Menschen sind die armen Rentner von morgen“, so Bentele. Armut lasse sich sich nur mit guten Löhnen bekämpfen. Entsprechend fordert der VdK eine Anhebung des Mindestlohns auf 13 Euro. Außerdem solle das Rentenniveau dauerhaft auf mindestens 50% erhöht werden. (tk)

Bild: © R.Rose – stock.adobe.com

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