Prävention gewinnt an Bedeutung
Insgesamt müsse die Branche die langfristige Risikosituation im Blick behalten; unabhängig von Naturgefahren sei angesichts der aktuellen Wachstumstrends mit weiter spürbar steigenden Schadenaufwendungen zu rechnen. Nach Schätzungen der Assekurata könnte ihr Volumen bis Ende des Jahrzehnts von derzeit knapp 70 Mrd. Euro auf 80 Mrd. Euro steigen.
Gerade angesichts dieser Entwicklungen gewinnt Prävention vor allem in der Wohngebäudeversicherung immer mehr an Bedeutung, sie wird sich zu einem zentralen Stabilitätsfaktor entwickeln. „Jeder vermiedene oder reduzierte Schaden entlastet den Versicherungsnehmer und langfristig auch das Kollektiv“, erklärt Wittkamp. Zudem wird Prävention künftig auch vermehrt in Produkt- und Tarifkonzepte einfließen. Versicherungsschutz und Schadenvermeidung werden künftig enger zusammengedacht werden müssen.
Gesamtheitliche Lösung für Elementargefahren benötigt
In Zusammenhang mit dem Fokus auf Prävention kommt auch die politische Debatte rund um die Elementarpflichtversicherung ins Spiel. Im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung ist die Prüfung einer Einführung einer Elementarpflichtversicherung verankert. Eine Entscheidung dafür oder dagegen gibt es derzeit noch nicht. Assekurata bewertet die Bewegung in der Debatte grundsätzlich als positiv, heißt es im Marktausblick – doch man müsse ein ganzheitliches Konzept aus risikogerechten Beiträgen, sozialer Flankierung, verbindlicher Prävention und einer klaren staatlichen Rolle bei Extremrisiken anstreben. „Eine isolierte Pflichtversicherung löst das Problem nicht automatisch“, sagt Wittkamp.
Einsatz von KI wird Entwicklung prägen
Auch der technologische Wandel wird die Entwicklung weiterhin prägen. Künstliche Intelligenz kann insbesondere in der Schadenbearbeitung, Betrugserkennung, Dokumentenanalyse und Schadensteuerung eine wichtige Rolle spielen. Gerade bei hohen Schadenvolumina, etwa nach großen Unwettern, kann die KI helfen, einfache Vorgänge schnell zu regulieren und damit die Effekte des Fachkräftemangels abzufedern. Der Einsatz von KI setzt allerdings auch einen verantwortungsvollen Umgang voraus. KI kann Entscheidungen vorbereiten, Muster erkennen und Prozesse unterstützen – die fachliche Verantwortung liegt aber weiterhin beim Versicherer.
Nachhaltige Entspannung lässt auf sich warten
Die Branche dürfte auch im laufenden Jahr weiter wachsen, allerdings spürbar geringer als im Vorjahr, resümiert Assekurata. Die reale Wachstumsdynamik bleibt begrenzt, und auch die herausfordernde gesamtwirtschaftliche Situation dürfte einen dämpfenden Effekt haben. „2025 hat der Branche Luft verschafft. Für eine nachhaltige Entspannung ist es aber noch zu früh“, resümiert Wittkamp. „Entscheidend wird sein, ob die Versicherer Preisdisziplin, Risikoselektion, Prävention und Kapitalstärkung in den kommenden Jahren konsequent miteinander verbinden.“ (js)
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Seite 1 Assekurata: Schaden- und Unfallversicherung weiterhin auf wackeligen Beinen
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