Es geht mit großen Schritten auf den Start des Altersvorsorgedepots zu – denn schließlich ist bereits November. Am 01.01.2027 dürfen offiziell die ersten Produkte an den Start gehen, darunter sogenannte Standardprodukte und eben Nicht-Standardprodukte. Das Standardprodukt ist garantielos und es wird lediglich Geld in zwei Fonds investiert. Das Standarddepot hat auch den Kostendeckel von 1,0%. Beim Nicht-Standardprodukt gibt es für die Gestaltung wiederum mehr Spielraum.
Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) hat einmal nachgeforscht, welche Produktsorte wohl den Ton angeben dürfte. Dafür wurden im Oktober insgesamt rund 2.000 Personen ab 18 Jahren in Deutschland befragt. Und siehe da: Das Standardprodukt dürfte zwar einfach sein, scheint aber in keiner Weise die weitläufig bevorzugte Variante zu sein.
Nur 10% wollen Standarddepot
Lediglich 10% der Befragten würden sich für eine möglichst einfache, vorgegebene Standardlösung entscheiden, bei der sie selbst keine Anlageentscheidung treffen müssen, so das DIA. Fast die Hälfte möchte sich dagegen zunächst beraten lasse und anschließend selbst entscheiden. Weitere 28% würden ihre Anlage ganz ohne Beratung auswählen. 13% antworteten mit „weiß nicht“ oder machten keine Angabe.
Damit möchten insgesamt 77% die Entscheidung über ihre private Altersvorsorge selbst treffen, entweder eigenständig oder auf Grundlage einer Beratung. DIA-Sprecher Dr. Peter Schwark erläutert, dass Menschen mehrheitlich nicht wollen, dass ihnen Anlageentscheidungen abgenommen werden. Sie möchten Wahlmöglichkeiten und vielfach auch Beratung. Das sollte bei der Umsetzung der Reform eine wichtige Rolle spielen.
Es gibt auch Geschlechterdifferenzen bei der Frage nach Beratung. Während knapp ein Drittel der Männer ihre Anlage ohne vorherige Beratung selbst auswählen möchten, sind es unter den Frauen nur knapp ein Viertel. Frauen bevorzugen etwas häufiger den Weg über eine Beratung mit anschließender eigener Entscheidung (50 gegenüber 47%).
Einkommensunterschiede bei der Anlageentscheidung
Auch zwischen den Einkommensgruppen zeigen sich deutliche Unterschiede, so das DIA. Unter den Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 1.000 Euro möchten 35% zunächst eine Beratung in Anspruch nehmen und anschließend selbst entscheiden. Bei Einkommen zwischen 2.000 und unter 3.000 Euro sind es dagegen 58%. Auch bei höheren Einkommen bevorzugt ein erheblicher Teil der Befragten diesen Entscheidungsweg.
Besonders auffällig ist der Anteil derjenigen, die sich nicht festlegen. In der niedrigsten Einkommensgruppe antwortet ein Fünftel mit „weiß nicht“ oder machen keine Angabe. Bei einem Haushaltsnettoeinkommen von mindestens 4.000 Euro sind es lediglich 5%. Zugleich ist die Präferenz für eine vollständig vorgegebene Standardlösung bei Einkommen unter 1.000 Euro mit 17% am höchsten, bleibt aber auch hier deutlich in der Minderheit.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sich die Präferenzen bei der Anlageentscheidung zwischen den Einkommensgruppen unterscheiden. Welche Rolle dabei Bildung, finanzielle Erfahrung oder die individuelle wirtschaftliche Situation spielen, wurde nicht gesondert untersucht. (mki)
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