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22. Mai 2026
BarmeniaGothaer nimmt 10-Milliarden-Meilenstein in den Fokus
BarmeniaGothaer nimmt 10-Milliarden-Meilenstein in den Fokus

BarmeniaGothaer nimmt 10-Milliarden-Meilenstein in den Fokus

Die BarmeniaGothaer hat ein „außerordentlich erfolgreiches“ Geschäftsjahr hinter sich, mit einem deutlichen Wachstum in allen drei strategischen Geschäftsfeldern. Aufgrund des Erfolges will der Versicherer die für 2028 in Aussicht gestellte Marke von 10 Mrd. Euro Beitragseinnahmen bereits nächstes Jahr erreichen.

Am Freitag, den 22.05.2026, hat die BarmeniaGothaer die endgültigen Zahlen ihres ersten vollen gemeinsamen Geschäftsjahres vorgestellt. Dass der Versicherer mit den Ergebnissen durchaus zufrieden ist, wird bereits in den ersten Minuten der virtuellen Pressekonferenz klar: „Wir werden bärenstarke Ergebnisse liefern“, freut sich Co-CEO Oliver Schoeller. Und das trotz der brancheninternen sowie gesamtwirtschaftlichen widrigen Rahmenbedingungen, die laut Schoeller einer „prosperierenden Versicherungsindustrie“ nicht gerade zuträglich sind.

Durch den Zusammenschluss sehe man sich jedoch in einer selbstbewussten Position, die Herausforderungen meistern zu können, nicht zuletzt wegen der breiten Aufstellung, die die Fusion dem neuen Unternehmen erlaubt: „In einem Umfeld zunehmender Volatilität zahlt sich die vielseitigere Aufstellung unseres Geschäftsmodells aus: Diversifikation, eine breitere Risikosteuerung und eine daraus resultierende höhere Widerstandsfähigkeit stärken unsere Handlungsfähigkeit nachhaltig“, erklärt Co-CEO Dr. Andreas Eurich.

10 Mrd. Euro Beitragseinnahmen voraussichtlich bereits 2027

So lagen die Beitragseinnahmen für das Geschäftsjahr 2025 bei 9,27 Mrd. Euro – ein Plus von 7,8% gegenüber dem Vorjahr und 1,2% über dem Markt, getragen insbesondere von den Segmenten Komposit und Gesundheit, die mit 7,6% bzw. 7,3% beide über dem Markt wachsen. Das Segment Leben bleibt mit einem Wachstum von 4,6% leicht unter dem Marktdurchschnitt, der bei 5,2% liegt. Trotzdem freue man sich über das Wachstum in allen drei strategischen Geschäftsfeldern.

Der Konzernjahresüberschuss hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht und liegt bei 181 Mio. Euro. Die Konzernsolvabilität steigt um 41 Prozentpunkte auf 226% und hat damit die Zielmarke von 200% bereits überschritten – ein Ergebnis, mit dem das Unternehmen „durchaus komfortabel“ ist, so Eurich.

Eurich stellte zudem in Aussicht, dass die BarmeniaGothaer das für 2028 anvisierte Ziel von 10 Mrd. Euro Beitragseinnahmen bereits ein Jahr im Voraus, also 2027, erreichen wird. „Wir rechnen damit, dass wir bereits 2027 über diese Ziellinie marschieren“, bestätigt Schoeller. Als Treiber sieht man das Wachstum in den beiden Sparten, die auch bisher schon als Geschäftstreiber gelten: Komposit und Gesundheit. Das Wachstum soll auch nicht nur aus höheren Beiträgen stammen, sondern aus „wirklichem Neugeschäftswachstum“.

Reform der privaten Altersvorsorge: Fokus auf Ausweitung des Marktes

Neugeschäft erhofft sich die BarmeniaGothaer in der Lebensversicherung auch von der Reform der privaten Altersvorsorge. Spartenchefin Alina vom Bruck bestätigt, dass die BarmeniaGothaer zum Jahresanfang 2027 mit einem „entsprechenden Angebot“ auf dem Markt sein werde, die Details seien allerdings noch in Planung.

Aus ihrer Sicht wichtig sei, so vom Bruck, dass das Angebot auch Kunden erreichen kann, die bisher nicht viel über ihre private Altersvorsorge nachgedacht haben. „Der Gesetzgeber hat uns aufgetragen, das Segment zu verbreitern. Das ist, was die Politik will, und diese Aufgabe nehmen wir auch an.“

Natürlich werde man sich auch um den Bestand kümmern, so vom Bruck, doch insbesondere müssten die Versicherer sich darauf konzentrieren, den Markt zu vergrößern. Das Fördersystem, das der Staat dafür geschaffen habe, sei durchaus attraktiv. „Wenn wir uns alle um bestehende Segmente streiten, dann wird einfach nur der Wettbewerb größer“, gibt vom Bruck zu bedenken.

Künstliche Intelligenz: Noch kein transformativer Charakter

Auch künstliche Intelligenz war erneut Teil der Diskussion. Das bemerkenswerte an der Technologie sei, dass die Belegschaft sie einfordere, so Eurich. Die Rolle des Unternehmens sei nun, KI-Lösungen zur Verfügung zu stellen und sie zu befähigen, diese effizient zu nutzen.

Obwohl die Anwendungsfähigkeiten der KI Im Konzern groß geworden sind, habe sie noch keinen „transformativen Charakter“ im Unternehmen eingenommen, ergänzt Schoeller. In den nächsten 12 bis 24 Monaten werde die Integration allerdings noch einmal Fahrt aufnehmen. „Die echte Transformation steht dem BarmeniaGothaer Konzern noch bevor.“ (js)

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