Zum Jahreswechsel startet die Reform der privaten geförderten Altersvorsorge und löst damit die Riester-Rente ab: ein grundlegender Umbruch in der Landschaft der deutschen Altersvorsorge, darüber scheint Einigkeit zu herrschen.
Mit der Neuausrichtung steigt auch die Bedeutung der Beratung zu Vorsorgelösungen mit Versicherungs- und Investmentanteilen, erklärt der Maklerpool BCA mit Sitz in Oberursel. Die BCA hat aus diesem Grund gemeinsam mit Partnern aus Versicherung, Investment und Maklerschaft die Initiative „ThinkTank VorsorgeVertrieb“ gestartet. Ziel sei es, die Bedeutung qualifizierter, unabhängiger und ganzheitlicher Beratung in der Altersvorsorge sichtbar zu machen. Zudem sollen Impulse für Produkte, Beratungsansätze und Kommunikation gesetzt werden. Beteiligt sind neben der BCA die Bayerische, Fidelity International, Franklin Templeton, HdB Haus der Berater, Mando Finanz und der VOLKSWOHL BUND.
Beratungsbedarf wird höher, nicht geringer
Die beteiligten Unternehmen seien allesamt der Überzeugung, dass nicht das einzelne Produkt, sondern die ganzheitliche, kompetente Beratung darüber entscheidet, ob private Vorsorge langfristig trägt. „Mit dem Start des Altersvorsorgedepots verringert sich der Beratungsbedarf nicht, er wächst vielmehr, denn die für eine fundierte Entscheidung relevanten Fragen zur Förderung, Besteuerung, Rendite und individueller Lebenssituation lassen sich nicht einfach per Klick beantworten“, heißt es in der Pressemitteilung der BCA.
Whitepaper formuliert Thesen zur Zukunft der Beratung
Unter dem Titel „Nicht einfach klicken! – Warum Beratung zur Altersvorsorge unverzichtbar bleibt“ hat der ThinkTank nun ein Whitepaper veröffentlicht, in dem die Initiative die Ergebnisse ihrer bisherigen Arbeit zusammenfasst. Das Whitepaper formuliert dabei mehrere Thesen für die künftige Beratung in der Altersvorsorge.
So sieht die Initiative beispielsweise eine zunehmende Zweiteilung des Marktes: auf der einen Seite stehen die Selbstentscheider, die eigenständig über Neobroker und ETF-Sparpläne investieren, auf der anderen Kunden, die strukturierte Beratung suchen. Beide Seiten brauchen informierte Entscheidungsgrundlagen.
Das Altersvorsorgedepot seit dabei „Chance, aber kein Selbstläufer“. Die neue Förderkategorie vereinfache zwar Strukturen, mache aber die Entscheidung zwischen „gefördert“ oder „privat“, für Versicherung, Depot oder einer Kombination aus beidem, nicht einfacher. Ganzheitliche Beratung werde so noch wichtiger, erklärt die Initiative.
Wert von Beratung transparent kommunizieren
Zudem spricht sich die Initiative dafür aus, den Wert von Beratung „transparent und selbstbewusst zu vermitteln, statt ihn zu verschweigen“.
Auch sollten Versicherung und Investment nicht als Gegensatz, sondern als System verstanden werden. Die Zukunft der Vorsorge liege in der intelligenten Kombination von beidem, abgestimmt auf Lebensphase, Risikoprofil und Liquiditätsbedarf.
Die letzte These betrifft die Zusammenarbeit innerhalb der Branche. Nur im Zusammenspiel von Versicherer, Investmentanbietern, Vertrieben und Maklerpools lasse sich die Komplexität der neuen Vorsorgewelt für Kunden beherrschbar machen.
Mehrstufiges Programm geplant
Die Veröffentlichung des Whitepapers sei der Auftakt eines mehrstufigen Programmes, heißt es. In den kommenden Monaten sind unter anderem Experten-Workshops mit Vertretern aus Versicherung, Investment, Pools und Maklerschaft vorgesehen. Dabei sollen konkrete Beratungs- und Produktansätze entwickelt werden. Zudem will die Initiative Informationen zur Ausgestaltung und zu den Rahmenbedingungen der künftigen Vorsorgeoptionen sammeln. (js)
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