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Bei Privatpatienten wächst die Unzufriedenheit mit Ärzten
22. Februar 2019

Bei Privatpatienten wächst die Unzufriedenheit mit Ärzten

Einer Studie zufolge sinkt die Zufriedenheit der Menschen mit dem deutschen Gesundheitswesen spürbar. Vier von zehn Bürgern beklagen, dass ihr Arzt sich zu wenig Zeit nimmt. In den letzten vier Jahren hat besonders unter den privat Versicherten die Unzufriedenheit mit ärztlichen Behandlungen zugenommen.


Einer Studie zufolge sinkt die Zufriedenheit der Menschen mit dem deutschen Gesundheitswesen spürbar. Vier von zehn Bürgern beklagen, dass ihr Arzt sich zu wenig Zeit nimmt. In den letzten vier Jahren hat besonders unter den privat Versicherten die Unzufriedenheit mit ärztlichen Behandlungen zugenommen.

Bei Privatpatienten wächst die Unzufriedenheit mit Ärzten

Die Zufriedenheit der Bundesbürger mit dem Gesundheitswesen hierzulande nimmt spürbar ab. Dies geht aus dem „Healthcare-Barometer 2019“ hervor, einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hervor. Für nur noch 55% der Bürger gehört das deutsche Gesundheitssystem zu den drei besten der Welt. Vor zwei Jahren betrug dieser Wert noch 64%, vor einem Jahr immerhin noch 59%. Vor allem bei der Altersgruppe der über 55-Jährigen, die naturgemäß häufiger in medizinischer Behandlung sind, ist der Zustimmungswert 2018 gegenüber dem Vorjahr erkennbar gesunken, von 59 auf 53%.

Deutschland hinkt beim Thema E-Health hinterher

„Deutschland hat noch immer eine medizinische Versorgung auf sehr hohem Niveau“, unterstreicht Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswirtschaft bei PwC. „Doch im internationalen Vergleich liegen wir in puncto technologische Entwicklung weit zurück.“ In anderen Ländern sei die elektronische Patientenakte, die zeitlich flexible Wertemessung per App oder die Behandlung per Video-Chat längst Realität. Burkhart führt die abnehmende Zufriedenheit auch darauf zurück, dass Deutschland beim Thema E-Health kaum vorankommt.

Jeder vierte Privatpatient beklagt, dass sich Ärzte zu wenig Zeit nehmen

Unzufrieden zeigen sich die Versicherten mit der Behandlung bei niedergelassenen Ärzten. Als Hauptgrund für diese Unzufriedenheit nennen sie die mangelnde zeitliche Zuwendung. So beklagen vier von zehn Versicherten, dass sich der Arzt zu wenig Zeit nimmt. Wie die PwC-Studie unterstreicht, hat in den vergangenen vier Jahren besonders unter den privat Versicherten die Unzufriedenheit mit ärztlichen Behandlungen zugenommen. Bemängelten im Jahr 2014 insgesamt 22% der Privatpatienten mangelnde zeitliche Zuwendung durch ihren Arzt, sind es 2018 bereits 25%.

Auch Praxisöffnungszeiten stoßen auf Kritik

24% der Befragten bemängeln darüber hinaus die Öffnungszeiten der Praxen, die den eigenen Bedürfnissen nicht entsprechen. 2017 waren dies nur 20%. Bei den Privatpatienten beklagt sich jeder fünfte (20%) über die Praxisöffnungszeiten – 2014 waren es nur 15%. Damit ist auch hier die Unzufriedenheit gestiegen. Burkhart erklärt: „Die Erwartungen an Zuwendung und Service sind deutlich gestiegen. Dem steht die Zeitknappheit entgegen, die sich zu einem zentralen Problem in unserem Gesundheitssystem entwickelt hat. Sie wirkt sich inzwischen negativ auf das Verhältnis zwischen Arzt und Patient aus.“ Zufrieden mit der ärztlichen Behandlung ist lediglich ein Drittel der Deutschen.

Zufriedenheit mit Krankenkasse nimmt weiter zu

Neben der Unzufriedenheit mit Ärzten bringt die Studie positive Ergebnisse aus Sicht der Krankenkassen: Die meisten Deutschen sind mit den Leistungen der Krankenkassen einverstanden. Der Zustimmungswert ist im Vorjahresvergleich 2018 um zwei Prozentpunkte auf 86% gestiegen. Acht von zehn Deutschen sind der Überzeugung, dass sie alle Leistungen für eine gute medizinische Versorgung erhalten. (tk)




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