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29. März 2021
Benefits: So denken Personaler über bAV und bKV
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Benefits: So denken Personaler über bAV und bKV

Die bAV ist heutzutageaus dem Angebot der Benefits, mit denen Arbeitgeber für Kundenbindung sorgen können, nicht mehr wegzudenken. Allerdings wird sie laut einer Studie von PensionCapital von vielen Arbeitnehmern eher nicht als Arbeitgeberleistung wahrgenommen und Arbeitgeber beklagen noch immer den hohen Verwaltungsaufwand.

Nicht nur die Corona-Pandemie und die große Unsicherheit, die sie in vielerlei Hinsicht mit sich gebracht hat, haben dafür gesorgt, dass es um das bAV-Neugeschäft im Jahr 2020 alles andere als gut bestellt war. Dass die Nutzung des bAV-Angebots vonseiten der Arbeitnehmer zu wünschen übriglässt, könnte auch daran liegen, wie die bAV von Arbeitnehmern wahrgenommen wird und welchen gefühlten Aufwand sie für Arbeitgeber mit sich bringt.

Das jedenfalls geht aus einer Studie der PensionCapital GmbH hervor, in deren Rahmen HR-Verantwortliche in mittelständischen Unternehmen über Ihre Einschätzungen zu betrieblichen Benefits wie bAV/bKV, Firmenwagen/Firmenfahrrad, Firmenfitness oder Sachbezugsgutscheine befragt wurden. Demnach ist die bAV heutzutage praktisch Standard, gehört unter den Benefits sozusagen zum „Muss“. Nahezu jedes Unternehmen bietet sie an und viele befragte HR-Verantwortliche berichten von steigender Nachfrage in ihren Unternehmen. Fast jeder Mitarbeitende sei sich heute der Situation bei der gesetzlichen Rente bewusst und so würde die bAV als eine gute Lösung zur Verbesserung der eigenen Versorgungssituation erkannt. Müssten sich die Unternehmen von irgendwelchen Benefits wieder verabschieden, so wäre es der Umfrage zufolge am wenigsten die bAV. Am ehesten stünden Snacks oder Obst für die Mitarbeiter ganz oben auf der Liste möglicher Streichungen.

bAV aus Arbeitnehmersicht eher Produktanbieter-Thema

Allerdings besteht ein wesentlicher Sinn von Benefits darin, dass Mitarbeitende diese positiv und als freiwillige Leistung ihres Arbeitgebers wahrnehmen. Laut PensionCapital-Studie wird die bAV aber in mehr als einem Drittel der befragten Unternehmen stark als Produktanbieter-Thema gesehen, während alle anderen untersuchten Benefits deutlich neutraler beurteilt bzw. eher dem Arbeitgeber zugeordnet werden. Hier zeige sich den Studienautoren zufolge, dass das Bewerben der Arbeitgeber-Benefits oftmals falsche Schwerpunkte setze. Wichtiger als Produktdetails, Rabatte oder Highlights in den Versicherungsbedingungen seien die Leistungen des Arbeitgebers, wie beispielsweise Vielfalt oder Arbeitgeber-Zuschuss.

Arbeitgeber: Hohe Arbeitsbelastung durch bAV

Drei von zehn befragten HR-Verantwortlichen sprechen in der Studie außerdem von einer Zunahme der Arbeitsbelastung durch die bAV, was daran liegen könnte, dass immer noch jedes fünfte befragte Unternehmen die von neuen Mitarbeitenden mitgebrachten Verträge übernimmt und im Zuge dessen über zwei Fünftel der befragten Unternehmen arbeitsrechtliche Regelungen auf Risiken und Vollständigkeit prüfen, bevor mitgebrachte Verträge übernommen werden können – ein sehr zeitaufwendiges Unterfangen, das mitunter auch die Beziehung zum neuen Mitarbeiter belasten könne. Lediglich ein Viertel der Unternehmen nutzt die gesetzlich vorgesehene Portabilitätsregelung, bei der das beim bisherigen Versicherer angesammelte Vermögen auf den Versicherer des neuen Arbeitgebers ohne erneute Abschlusskosten übertragen wird.

Digitalisierung und externe Betreuung bieten noch Luft nach oben

Ein weiteres Problemfeld im Zusammenhang mit dem Benefit bAV fördert die PensionCapital-Studie in Sachen Digitalisierung zutage: Nur etwa 40% der Unternehmen sind digital unterwegs, wobei die Unternehmen unter „digitaler Bearbeitung“ den Studienautoren zufolge oftmals schon den bloßen Versand von Mitteilungen per E-Mail ansehen. Der Digitalisierungsgrad steigt zwar mit der Unternehmensgröße, dennoch gibt es hier noch viel Luft nach oben. Die Personaler beklagen der Studie zufolge allerdings auch, dass noch zu wenige Dienstleister digital unterwegs seien. So gesehen scheinen auch die Bemühungen der Branche, mithilfe von Plattformen wie xbAV oder ePension die bAV und ihre Verwaltung so einfach wie möglich zu machen, noch nicht richtig in den Unternehmen angekommen zu sein.

Überhaupt zeigt sich der PensionCapital-Studie zufolge eine sehr heterogene Struktur, was die Betreuung der Unternehmen in Sachen bAV angeht. Die Mehrheit der Arbeitgeber wird von Versicherungsvertretern, Maklern oder anderen externen Dienstleistern betreut und überlässt diesen auch die Betreuung und Information der Mitarbeiter. Dass immerhin knapp ein Fünftel der befragten Firmen sich selbst um Beratung und Betreuung ihrer Mitarbeiter kümmert, liegt den Umfrageteilnehmern zufolge an erfahrenen Mängeln in der Betreuung durch die externen Partner. Also: Auch in Sachen Betreuung und Information gibt es noch Verbesserungspotenzial.

bKV: Noch kein eindeutiges Stimmungsbild

Ein im Gegensatz zur bAV in über drei Viertel der Unternehmen als neutral angesehener Benefit ist die bKV. Allerdings ist sie der Studie zufolge – entgegen der Erfolgsmeldungen einiger Krankenversicherer – noch nicht in nennenswertem Umfang in den Unternehmen angekommen. Noch nicht einmal 10% der befragten Unternehmen nutzen sie und es gibt laut PensionCapical-Studie zur bKV noch kein eindeutiges Stimmungsbild, da sich die Befragten noch keine Meinung gebildet haben. Die Studienautoren gehen aber davon aus, dass sich dies in den nächsten Jahren ändern wird. (ad)

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