Interview mit Jan Esser, Vorstandsvorsitzender der Allianz Private Krankenversicherung
Herr Esser, im April 2025 ist die Allianz Private Krankenversicherung mit neuen bKV-Tarifen in den Markt gestartet. Nun ist der Launch schon einige Monate her. Wie fällt Ihr erstes Fazit zur Resonanz bei Kunden und Vermittlern aus?
Wir sind mit dem Start unserer neuen Tarife ausgesprochen zufrieden. Die Rückmeldungen von Vermittlern wie auch von Arbeitgebern fallen durchweg positiv aus und bestätigen uns in unserem Kurs. Besonders erfreulich ist, dass wir in der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) stärker als der ohnehin sehr dynamische bKV-Gesamtmarkt wachsen. Seit dem Launch der neuen Tarife konnten wir bereits knapp 4.000 Firmenkunden für das neue Konzept gewinnen. Für uns ist das ein klares Zeichen dafür, dass wir mit unserer Produktstrategie richtig liegen und Arbeitgebern die Mehrwerte bieten, die sie sich wünschen.
Um konkreter zu werden: Laut Aussagen der Allianz ist das Unternehmen das einzige auf dem Markt, das unterschiedliche Leistungspakete für Sehhilfe sowie bis zu 100% Erstattung für Zahnersatz außerhalb der Budgettarife anbietet. Stoßen diese Features auf Anklang bei den Unternehmen?
Ja, unsere Firmenkunden fragen diese Leistungen sehr bewusst nach. Sie wollen präzise auswählen können, wofür sie bezahlen und schätzen es, genau die Gesundheitsangebote zusammenstellen zu können, die zu ihnen und den Ansprüchen ihrer Beschäftigten passen. Genau dafür sind unsere neuen Tarife entwickelt worden.
Besonders deutlich zeigt sich das im Zahnbereich. Viele Arbeitgeber wissen, dass klassische Budgettarife bei teurem Zahnersatz oder umfangreichen Behandlungen schnell an ihre Grenzen stoßen. Deshalb ist die Möglichkeit, Zahnersatz außerhalb des Budgets zu bis zu 100% abzusichern, ein echtes Differenzierungsmerkmal. Auch bei der Sehhilfe kommt die neue Struktur gut an: Mit „Sehhilfe Extra“ erhalten Beschäftigte ein zusätzliches Budget in Höhe der gewählten Budgetstufe. Damit werden dann Kosten für Brillen und Kontaktlinsen bis zu 75% übernommen. Arbeitgeber stellen so sicher, dass Vorsorgeuntersuchungen und andere wichtige Leistungen weiterhin voll aus dem regulären Budget genutzt werden können.
Viele Unternehmen agieren angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Moment sehr kostenbewusst. Warum kann die betriebliche Krankenversicherung dennoch – oder gerade jetzt – ein sinnvoller Mitarbeiterbenefit sein?
Aus Arbeitgebersicht ist die bKV ein äußerst effizienter Benefit und erzielt für relativ kleine Beiträge eine große Wirkung in der Mitarbeiterschaft. Gesundheit hat für Beschäftigte einen hohen Stellenwert, und Unternehmen zeigen mit einer bKV eine sehr direkte, spürbare Wertschätzung. Natürlich nehmen wir punktuell auch Zurückhaltung wahr. Doch das war schon immer abhängig von Branchen und Konjunkturzyklen. Gleichzeitig gibt es Bereiche, wie zum Beispiel die Logistik- oder die Gesundheitsbranche, die um Fachkräfte kämpfen und die dringend Personal finden und binden wollen. Genau hier überzeugt die bKV: Laut einer aktuellen Umfrage des PKV-Verbands wünschen sich gut 68% der befragten Beschäftigten eine solche Leistung vom Arbeitgeber. 55% bewerten sie sogar als wichtiger als ein Jobticket oder Firmenhandy. Das ist ein starkes Signal und zeigt, warum so viele Unternehmen trotz Kostenbewusstsein in eine bKV investieren.
Seite 1 „Erfolgreiche Vermittler starten nicht mit dem Produkt“
Seite 2 Im Moment wird politisch immer wieder intensiv über den hohen Krankenstand diskutiert. Welche Rolle spielt das Thema Mitarbeitergesundheit bei der Entscheidung für eine bKV?
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