Die Mietbelastung in Berlin trifft Haushalte je nach Lebenssituation sehr unterschiedlich. Während Singles mit einer kleineren Wohnung weiterhin vergleichsweise gut zurechtkommen, geraten Familien bei der Suche nach ausreichend großem Wohnraum zunehmend unter Druck. Das zeigt eine Analyse von immowelt zur Warmmiete einer 40-Quadratmeter-Wohnung und dem Medianeinkommen von Singles in 93 Berliner Ortsteilen.
Demnach bleibt die Warmmiete für Singles in allen untersuchten Ortsteilen unter der als kritisch geltenden Wohnkostenquote von 30% des Nettoeinkommens. Grundlage ist ein Berliner Mediannettoeinkommen von 2.835 Euro pro Monat, aus dem sich eine maximale monatliche Wohnkostenbelastung von 851 Euro ergibt.
Auch in teureren Lagen bleibt das Wohnen für alleinlebende Menschen statistisch noch finanzierbar. In Wilmersdorf fallen für eine 40 Quadratmeter große Wohnung durchschnittlich 812 Euro Warmmiete an, in Grunewald und Wilhelmstadt jeweils 796 Euro sowie in Tiergarten 785 Euro. In günstigeren Ortsteilen wie dem Märkischen Viertel (531 Euro) oder Spandau (583 Euro) liegt die Belastung deutlich niedriger.
Familien geraten stärker unter Druck
Die größere Herausforderung zeigt sich beim Wechsel in größere Wohnungen. Für eine dreiköpfige Familie mit einer 90 Quadratmeter großen Wohnung wird die 30-Prozent-Grenze laut immowelt-Analyse in 89 von 93 Berliner Ortsteilen überschritten. In der Gropiusstadt würden beispielsweise 44,3% des mittleren Haushaltseinkommens für die Warmmiete benötigt.
„Unsere Analyse zeigt: Für Singles mit mittlerem Einkommen ist Wohnen in Berlin auch bei einer Neuanmietung grundsätzlich noch bezahlbar“, sagt Theo Mseka, Geschäftsführer von immowelt. Das eigentliche Bezahlbarkeitsproblem liege vor allem beim Mangel an ausreichend großen Wohnungen zu bezahlbaren Preisen.
Die Entwicklung beeinflusst laut immowelt auch die Wanderungsbewegungen. Während Berlin weiterhin wächst, ziehen insbesondere Familien und Menschen im typischen Familienalter häufiger ins Umland. Brandenburg verzeichnete 2024 gegenüber Berlin einen Wanderungsgewinn von 6.631 Personen bei den 30– bis unter 45-Jährigen sowie von 4.393 Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. (as)
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