Junge Menschen finanzieren häufiger ältere und energetisch schwächere Immobilien. Gleichzeitig kalkuliert rund jeder dritte Käufer unter 36 Jahren ein Modernisierungsbudget ein. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Europace AG auf Basis von Daten aus der Immobilienfinanzierung.
Vor allem jüngere Käufergruppen greifen demnach häufiger zu Bestandsimmobilien: Bei den bis 25-Jährigen entfallen 35,2% der finanzierten Immobilien auf die Energieeffizienzklassen F, G oder H. Bei den 26- bis 30-Jährigen sind es 32,3%, bei den 31– bis 36-Jährigen 31,2%. Gleichzeitig steigt mit zunehmendem Alter und größerem finanziellen Spielraum der Anteil energieeffizienterer Immobilien.
Die jüngste Käufergruppe finanziert laut Europace im Durchschnitt Immobilien sogar aus dem Baujahr 1963. Bei Objekten bis Baujahr 1949 erreichen nur rund 2% die Energieeffizienzklassen A+ oder A, während dies bei Immobilien ab dem Baujahr 2020 auf knapp 69% zutrifft.
Modernisierung wird Teil der Finanzierung
Viele junge Käufer berücksichtigen notwendige Investitionen bereits bei der Finanzierung. Bei den unter 25-Jährigen enthalten 34,3% der Finanzierungen ein Modernisierungsbudget, bei den 26- bis 30-Jährigen sind es 35,1% und bei den 31- bis 36-Jährigen 34,8%. Die vorgesehenen Beträge liegen laut Europace im Median zwischen rund 40.000 und 48.000 Euro.
Besonders häufig wird ein Modernisierungsbudget bei energetisch schwachen Immobilien eingeplant. Bei Objekten der Energieklasse H liegt der Anteil in den drei betrachteten Altersgruppen jeweils bei rund 63 bis 64%. Die Daten beziehen sich dabei auf die im Finanzierungswunsch vorgesehenen Beträge und nicht auf tatsächlich durchgeführte Maßnahmen.
„Gen Z und Millennials haben ihr Kaufverhalten an die schwierigen Rahmenbedingungen angepasst. Statt eigenkapitalintensiv zu bauen, kaufen sie Bestandsimmobilien und machen sie mittels Modernisierung zukunftsfähig“, sagt Stefan Münter, Vorstand Co-CEO der Europace AG.
Energieeffizienz beeinflusst Immobilienpreise
Die Analyse zeigt zudem Unterschiede bei den Preisen nach Energieeffizienzklasse. Immobilien der Klasse A+ kosten laut Europace im Median rund 465.000 Euro, Objekte der Klasse D rund 257.000 Euro. Der Anbieter weist jedoch darauf hin, dass diese Unterschiede nicht ausschließlich auf die Energieeffizienz zurückzuführen sind, da sich die Immobilien auch hinsichtlich Baujahr, Fläche und Lage unterscheiden.
Auch der Faktor Hitzeexposition gewinnt laut Europace an Bedeutung. Eine Analyse der VALUE AG auf Basis von Angebotsdaten zeigt ein erstes schwaches Preissignal: In stärker hitzeexponierten Lagen lag das relative Preisniveau gegenüber 2021 je zusätzlicher Standardabweichung der Hitzeexposition um rund 1,4% niedriger.
Die Auswertung basiert auf über die Europace-Plattform angelegten Finanzierungsvorgängen aus dem Zeitraum 01.01.2025 bis 31.07.2026. Die Ergebnisse beziehen sich auf die dokumentierte Teilmenge und bilden laut Europace nicht den gesamten Immobilienmarkt ab. (as)
- Anmelden, um Kommentare verfassen zu können
- 41 Aufrufe