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Bestandsverkauf – Ein Praxisbericht (Teil II)
06. März 2018

Bestandsverkauf – Ein Praxisbericht (Teil II)

Von Andreas Grimm

Die beiden Gesellschafter einer Makler-GmbH wollen ihr Unternehmen veräußern. Da sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufhören wollen und ein Nachfolger für ihr Unternehmen nicht so einfach zu finden ist, müssen sie ihr ursprüngliches Vorhaben anpassen. Es gibt gute und schlechte Nachrichten.(Fortsetzung aus AssCompact 02/2018).


Die beiden Gesellschafter einer Makler-GmbH wollen ihr Unternehmen veräußern. Da sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufhören wollen und ein Nachfolger für ihr Unternehmen nicht so einfach zu finden ist, müssen sie ihr ursprüngliches Vorhaben anpassen. Es gibt gute und schlechte Nachrichten.(Fortsetzung aus AssCompact 02/2018).


Bestandsverkauf – Ein Praxisbericht (Teil II)

Wie im Februar berichtet, haben Herbert Müller* und Thomas Maier* gemeinsam ihre Makler-GmbH aufgebaut und noch keine Lösung für ihre Nachfolge gefunden. Weder ein Nachfolger, der in zwei Schritten das Unternehmen übernehmen sollte, wurde gefunden, noch war das Angebot ihres Pools über die zweifache Bestandscourtage attraktiv, da dieser nur den Bestand und nicht die GmbH übernehmen wollte. Die fällige Umsatzsteuer und Ertragssteuer sowie die Auflösungskosten der GmbH hätten dem Geschäft jegliche Attraktivität geraubt. Daraufhin haben sich die beiden entschlossen, professionelle Unterstützung durch die Berater des Resultate-Instituts ihres Bestandsmarktplatzes zu nutzen.

Die Unternehmensbewertung anhand des modifizierten Ertragswertverfahrens auf Basis des aktuellen Geschäftsmodells ergab einen Unternehmenswert von ca. 210.000 Euro. „Da hätten wir ja gleich an den Pool verkaufen können“, war der erste Gedanke. Erst als der Berater ihnen den Unterschied zwischen Bestands- und Unternehmensverkauf vorgerechnet hat, erkannten die beiden, dass in diesem Fall der Unternehmensverkauf deutlich attraktiver sein würde: Statt Umsatzsteuer zu bezahlen und ein kompliziertes Ausschüttungsverfahren konstruieren zu müssen, würde das sogenannte Teileinkünfteverfahren Steuererleichterungen von ca. 35.000 bis 40.000 Euro mit sich bringen. Von den gesparten Auflösungskosten der GmbH ganz zu schweigen.

Allerdings wäre nach Meinung des Beraters ein Kompromiss erforderlich, den die beiden so ursprünglich nicht geplant hatten. Thomas Maier würde vermutlich seine Anteile ebenfalls gleich verkaufen müssen, damit ein Kaufinteressent das Unternehmen als Ganzes kaufen könnte. So würde sich der Kreis der potenziellen Käufer deutlich erhöhen und der Regelungsbedarf abnehmen. Ob Maier später noch als Berater weiter mitwirken könnte, würde dann mit dem potenziellen Käufer zu verhandeln sein.

Eine sehr gute Nachricht hatte der Berater für die beiden, nachdem er sich das Geschäftsmodell nochmals intensiver angesehen und Rückschlüsse auf den idealen Käufertypus gezogen hatte: Mit einer Modifikation des Geschäftsmodells rückte eine bestimmte Art Käufer in den Fokus. Es sollte einer sein, der in der Region mit einem etablierten Geschäftsmodell mehrere Standorte betreuen und die Beratungsfelder der beiden Inhaber mit einer passenden Konzeptberatung erweitern konnte, ohne den Charakter des Unternehmens sehr zu verändern. Zudem sollte Maiers Mitwirken als Berater über den Verkauf hinaus als Mehrwert verkauft werden und so dem potenziellen Käufer zusätzliche Sicherheit bieten. Aufgrund des so deutlich höheren Ertragspotenzials erachtete der Berater einen Kaufpreis für die gesamte Gesellschaft zwischen 330.000 und 385.000 Euro als realisierbar.

Genau solche Käufer wollte der Berater nun ansprechen und mit ihnen diskrete Vorverhandlungen führen. Bereits nach vier Wochen standen die Erstgespräche mit den Kandidaten an, weitere drei Monate später steht das Ergebnis fest: Die Gesellschaft wird zu einem Preis von 375.000 Euro verkauft. Müller scheidet kurzfristig aus, Maier wird als freier Berater gegen Honorar einige Monate oder Jahre mitwirken. Vom Veräußerungsgewinn dürfen sie knapp 80%, also fast 300.000 Euro behalten. Jetzt sind beide froh darüber, dass ihre eigene Nachfolgersuche zuerst nicht geklappt hat.

*Die echten Namen liegen der Redaktion vor, Zahlen leicht verfremdet.

Den Artikel lesen Sie auch in AssCompact 03/2018, Seite 90.

Lesen Sie hier den 1. Teil des Praxisberichts: Bestandsverkauf - Ein Praxisbericht in zwei Teilen

Der Bestandsmarktplatz ist eine gemeinsame Initiative von AssCompact und dem Resultate Institut. Resultate-Gründer Andreas Grimm beleuchtet an dieser Stelle regelmäßig Aspekte zur Nachfolgeplanung.

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Andreas W. Grimm Andreas W. Grimm



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