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22. September 2026
Branche hält nichts von Merz’ PKV-Aussage

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Branche hält nichts von Merz’ PKV-Aussage

Branche hält nichts von Merz’ PKV-Aussage

Das sagen die Branchenverbände

Klare Ansagen macht der Verband der Privaten Krankenversicherung e. V. (PKV-Verband). Verbandsdirektor Florian Reuther: „Schlechte Wahlergebnisse in den Bundesländern dürfen für die Union kein Anlass sein, jahrzehntelange Parteipositionen über Bord zu werfen. Im Grundsatzprogramm der CDU heißt es zutreffend, die Grundlage für eine gute Versorgung in unserem Land ist das duale System mit gesetzlicher und privater Krankenversicherung.“ Jedes Jahr würden durch die privat Versicherten 15,5 Mrd. Euro zusätzlich ins Gesundheitssystem fließen. Davon würden alle Versicherten profitieren, egal ob privat oder gesetzlich. „Wer das duale System in der Kranken- und Pflegeversicherung infrage stellt, verabschiedet sich endgültig von dem Ziel, unsere Sozialversicherungssysteme zukunftsfest und generationengerecht aufzustellen. Einheitssysteme sind die Einladung zu echter Zwei-Klassen-Medizin.“

Auch seien die Wartezeitenprobleme in der GKV nicht auf das Nebeneinander von GKV und PKV zurückzuführen, sondern lägen in der GKV selbst. Ein Abschied von der Dualität könne diese Problem gar nicht lösen, so Reuther.

Statements von BVK und AfW

Einen ähnlichen Ton setzt Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute, an: „Ein desaströses Abschneiden an den Wahlurnen dürfe kein Grund sein, das bewährte Nebeneinander von PKV und GKV infrage zu stellen. Es hat sich seit über hundert Jahren bewährt und insbesondere die höheren Leistungen der PKV für den medizinischen Fortschritt führen dazu, dass auch gesetzlich Versicherte auf lange Sicht von der Koexistenz profitieren.“

Weiter sagt Heinz: „Eine Infragestellung oder gar Zusammenführung von GKV und PKV hätte unabsehbare Folgen für die Stabilität unseres Gesundheitssystems und würde zudem mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit an den hohen verfassungsrechtlichen Hürden des Eigentumsschutzes der privaten Krankenversicherungen scheitern.“

Vom Vermittlerverband AfW heißt es, dass die Diskussion zeige, wie wichtig eine sachliche Analyse sei. Wenn Unterschiede beim Zugang zu medizinischen Leistungen bestehen oder als ungerecht wahrgenommen werden, sollten deren Ursachen untersucht werden, so der AfW. Parallel arbeite die Bundesregierung an Reformen der GKV. Mit dem geplanten Primärversorgungssystem sollen unter anderem Patientenströme besser gesteuert und der Zugang zur fachärztlichen Versorgung bedarfsgerechter organisiert werden. Solche Reformansätze und ihre Wirkung sollten berücksichtigt werden, bevor grundsätzliche Systemfragen gestellt werden, findet der Verband.

Norman Wirth, geschäftsführender Vorstand des AfW, erklärt: „Politik muss Stimmungen ernst nehmen. Bei komplexen Fragen der sozialen Sicherung sollten Entscheidungen aber auf belastbaren Fakten und langfristigen Wirkungen beruhen. Gerade bei Rente, Altersvorsorge, Gesundheit und Pflege brauchen wir Entscheidungen, die langfristig tragen.“ (mki)

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