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16. April 2026
BU-Rating: Die besten Anbieter laut Franke und Bornberg
BU-Rating: Die besten Anbieter laut Franke und Bornberg

BU-Rating: Die besten Anbieter laut Franke und Bornberg

Das Analysehaus Franke und Bornberg hat eine neue Auflage des Ratings zur Berufsunfähigkeitsversicherung veröffentlicht. Erstmals ist die Nachhaltigkeit der BU-Anbieter berücksichtigt und die Versicherer-Stabilität stärker gewichtet als bisher. Insgesamt standen 190 Tarife von 52 Versicherern auf dem Prüfstand.

Franke und Bornberg hat die Ratings zur Berufsunfähigkeits- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung aktualisiert. Beim BU-Rating haben die Analysten am Verfahren gefeilt: So hat die Stabilität der Versicherer nun mehr Relevanz: Das Ergebnis aus dem map-report BU-Stabilitätsrating (über die Ergebnisse hat AssCompact vor Kurzem berichtet) hat jetzt ein höheres Gewicht im Produktrating. Somit sind Prämien, Risikoüberschüsse und kalkulatorische Risiken stärker in die Gesamtbewertung einbezogen.

Erstmals haben die Analysten außerdem den von Franke und Bornberg entwickelten Score zur Nachhaltigkeitspositionierung der BU-Anbieter im Ratingverfahren berücksichtigt. Der Score bewertet Versicherer anhand von über 250 Einzelkriterien in sechs Fokusthemen – von Ressourcenmanagement über nachhaltiges Investment bis hin zu nachhaltigen Produkten.

Anpassungen bei den Leistungskriterien

Auch bei einigen Leistungskriterien gibt es Veränderungen: So hat Franke und Bornberg die Anforderungen an Kapitalleistungen bei Leistungseinstellung präzisiert. Auch die Kriterien zur Arbeitsunfähigkeitsklausel und zum Nachweis der Arbeitsunfähigkeit wurden neu gewichtet. Der Verzicht auf Leistungsausschlüsse bei Terrorakten und ABC-Waffen wird künftig differenzierter berücksichtigt. Maßgeblich ist, ob eine grundsätzliche Leistungspflicht besteht, sofern keine Gefährdung des Kollektivs vorliegt.

Versicherer weiterhin im Preiskampf

Der anhaltende Preiskampf im BU-Markt ist längst zu einem strukturellen Problem geworden. Einzelne Gesellschaften unterschreiten die Durchschnittsprämie am Markt um 40% und mehr. Die Prämienentwicklung der vergangenen zehn Jahre belegt laut Franke und Bornberg diesen Trend. Bei den Nettoprämien sei der Rückgang noch ausgeprägter. Zugleich erhöhen die Versicherer ihr Leistungsversprechen und schrauben an Nachversicherungsgarantien, AU-Bausteinen und Zusatzoptionen, wohingegen die Risikoprüfung schlanker ausfällt. Hier warnen die Analysten, dass seltener angeforderte Arztberichte und verkürzte Abfragezeiträume zu einer höheren aktuariellen Unsicherheit führen.

Stabilität wird relevanter

Laut Franke und Bornberg haben seit dem Start der Analyseserie im Jahr 2010 über 20 BU-Anbieter ihre Risikoüberschüsse teils deutlich gesenkt. Die verstärkte Gewichtung der Stabilität sei eine direkte Antwort darauf. „Ein günstiger Tarif heute ist keine Garantie für einen stabilen Tarif morgen – das zeigt der Blick auf die Überschussentwicklung der vergangenen Jahre nur allzu deutlich“, betont Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. „Wer bei der Prämienkalkulation zu weit geht, erkauft sich Neugeschäft auf Kosten der Stabilität – und das zahlen am Ende die Versicherten.“

Die besten Anbieter in der selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung

 

BU-Rating: Die besten Anbieter laut Franke und Bornberg

 

Für das BU-Rating haben die Analysten 190 Tarife von 52 Versicherern auf den Prüfstand gestellt. 59 Tarife und damit 31,1% der untersuchten Produkte können die Bestnote FFF+ (hervorragend) einheimsen. 88 Tarife (etwa 46,5%) erhalten die Note FFF (sehr gut) und 27 Tarife (14,2%) die Note FF+ (gut). Zehn Tarifen (5,3%) bescheinigen die Analysten lediglich die Note FF (befriedigend) und sechs Tarife (3,2% des analysierten BU-Angebots) kommen über ein F+ (ausreichend) nicht hinaus. Insgesamt konnten 16 Versicherer mindestens einen Tarif in der Spitzengruppe platzieren (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Allianz
  • Alte Leipziger
  • AXA
  • Continentale
  • DBV Deutsche Beamtenversicherung
  • Deutsche Ärzteversicherung
  • Dialog
  • ERGO Vorsorge
  • Hannoversche
  • HDI
  • LV 1871
  • NÜRNBERGER
  • SIGNAL IDUNA
  • Stuttgarter
  • Versorgungswerk der Presse (Allianz LV-AG federführend)
  • VOLKSWOHL BUND
Fazit: Mehr Relevanz für Stabilität und Nachhaltigkeit

Für BU-Angebote, die zur Spitzengruppe gehören wollen, reiche Qualität in den Bedingungen allein den Analysten zufolge nicht mehr aus. Als eigenständige Bewertungsdimensionen gewinnen Stabilität und Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung. „Eine Entwicklung, die der Markt schon länger gebraucht hat“, wie es von Franke und Bornberg heißt. „Bedingungsqualität ist die Eintrittskarte – aber kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Wer heute eine BU empfiehlt, muss wissen, ob der Versicherer dahinter auch in zehn oder zwanzig Jahren noch das hält, was er heute verspricht“, unterstreicht Michael Franke.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung: Nischenprodukt mit Luft nach oben

Parallel zum BU-Rating hat Franke und Bornberg auch eine aktualisierte Auflage des Ratings zur Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) präsentiert. Für viele Verbraucher wäre die EU die bessere oder sogar einzige sinnvolle Alternative zur BU, etwa wenn die finanziellen Möglichkeiten oder der ausgeübte Beruf einen BU-Schutz erschweren oder ausschließen, wie die  Analysten dazu schreiben. „Die EU ist das am stärksten unterschätzte Produkt in der Arbeitskraftabsicherung“, erklärt Philipp Wedekind, Leiter Ratings Vorsorge und Nachhaltigkeit bei Franke und Bornberg. „Wer sie in der Beratung übergeht, lässt Menschen ohne Schutz, die ihn dringend brauchen.“

Das überarbeitete EU-Rating setzt auf eine breitere Differenzierung. Zahlreiche Gewichtungsänderungen sollen Aspekte in den Fokus rücken, die tatsächliche Qualitätsunterschiede zwischen den Anbietern verdeutlichen. Kriterien, bei denen bislang fast alle Versicherer die maximale Punktzahl erreicht haben, wurden laut Franke und Bornberg gezielt geringer gewichtet.

EU-Rating: 17 Tarife von elf Versicherern auf dem Prüfstand

Für das aktuelle EU-Rating haben die Experten 17 Tarife von elf Versicherern unter die Lupe genommen. Drei Tarife heimsen die Bestnote FFF+ (hervorragend) ein. Es handelt sich dabei um Angebote der Continentale und der Provinzial. Acht Tarifen bescheinigen die Analysten die Note FFF (sehr gut) und sechs Tarifen FF+ (gut).

Detaillierte Ergebnisse der beiden Ratings finden sich auf der Website von Franke und Bornberg: BU-Rating 2026 und EU-Rating 2026. (tik)

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