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BU-Stabilitätsrating: So solide sind die BU-Versicherer aufgestellt
03. Februar 2020

BU-Stabilitätsrating: So solide sind die BU-Versicherer aufgestellt

Gemeinsam haben die Experten von map-report und von der Franke und Bornberg GmbH im Rahmen eines Stabilitätsratings BU-Versicherer unter die Lupe genommen. Dabei wurde nicht allein die Leistungsfähigkeit der Anbieter aus Verbrauchersicht beleuchtet, sondern es wurden Parameter für einen möglichst soliden Geschäftsverlauf analysiert. Von 35 Gesellschaften, die eine Gesamtbewertung erhielten, erreichte jede fünfte einen Platz in der Spitzengruppe.


Gemeinsam haben die Experten von map-report und von der Franke und Bornberg GmbH im Rahmen eines Stabilitätsratings BU-Versicherer unter die Lupe genommen. Dabei wurde nicht allein die Leistungsfähigkeit der Anbieter aus Verbrauchersicht beleuchtet, sondern es wurden Parameter für einen möglichst soliden Geschäftsverlauf analysiert. Von 35 Gesellschaften, die eine Gesamtbewertung erhielten, erreichte jede fünfte einen Platz in der Spitzengruppe.


BU-Stabilitätsrating: So solide sind die BU-Versicherer aufgestellt

Schwindet die Arbeitskraft, schützt eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) vor den finanziellen Folgen. Aber der starke Wettbewerb um Preise und Bedingungswerke hat bei den Versicherern Spuren hinterlassen. Die anhaltende Niedrigzinspolitik schmälert die Marge und erhöht den Druck zusätzlich. Wie stabil sind die BU-Versicherer also heute noch? Das erste BU-Stabilitätsrating von map-report wurde in Kooperation mit der Franke und Bornberg GmbH erstellt und basiert auf deren BU-Stabilitätsanalysen. Im Gegensatz zu bisherigen Ratings wird nicht allein die Leistungsfähigkeit der Anbieter aus Verbrauchersicht beleuchtet, sondern es werden im Rahmen einer ganzheitlicheren Betrachtung Parameter für einen möglichst soliden Geschäftsverlauf der Versicherer analysiert. 35 Gesellschaften erhielten eine Gesamtbewertung. Davon erreichte jede fünfte einen Platz in der Spitzengruppe.

Fokus zu stark auf Preis

Im Zusammenhang mit dem BU-Stabilitätsrating stellten die Experten von Franke und Bornberg und vom map-report fest, dass der Fokus beim Abschluss einer BU immer noch zu stark auf dem Preis als ausschlaggebendem Kriterium liegt. Daher soll mit dem Stabilitätsrating ein Gegengewicht zum Preiswettbewerb etabliert werden. Es beleuchtet die Lage der Versicherer aus verschiedenen Blickwinkeln: Untersucht wird nicht nur den Status quo, sondern es werden auch Merkmale mit Wirkung auf die Zukunft näher betrachtet. Neben einer Prüfung der Kundenorientierung sowie der Arbeitsprozesse vor Ort stehen Stabilität und Nachhaltigkeit der Geschäftsentwicklung im Blickpunkt der Untersuchung.

Drei Untersuchungskriterien: Beitrag, Stabilität, Finanzstärke

Die verschiedenen Untersuchungskriterien sind „Beitrag“ (Kalkulation/Scoring/Antragsfragen). Die Beitragskalkulation der BU-Versicherer wurde für das Jahr 2019 in verschiedenen Berufsgruppen untersucht. Die Bandbreite ist hier nach wie vor enorm, beim Brutto- wie auch beim Zahlbeitrag. Als Benchmark dient das jeweilige Beitragsmittel aller verfügbaren Prämien der BU-Versicherer. Davon weichen die Beiträge in der Spitze um 50% (brutto) bzw. 30% (netto) ab. Ein Status quo, der von Michael Franke kritisch sieht: Am Markt werde sehr aggressiv kalkuliert, es gebe Versicherer, die nur die Hälfte der marktüblichen Durchschnittsprämie aufriefen. Ein solches Pricing sei nicht allein mit einer strengen Risikoselektion zu rechtfertigen, es zeige deutliche Tendenzen zu einer Unterkalkulation und gefährde auf diese Weise die Stabilität, mahnt Franke.

Ein weiteres Untersuchungskriterium ist daher auch die „Stabilität“ (Konstanz der Überschüsse/geprüfte BU-Kompetenz) und die „Finanzstärke“ (Durchschnittliche Unternehmenskennzahlen von 2016 bis2018). Bei letztgenanntem Kriterium „Finanzstärke“ konnten acht Gesellschaften mindestens 75% erreichen, weitere sieben mindestens 70%. Die Bilanzwertung konnte die Allianz für sich entscheiden. Dabei muss die Finanzstärke den Ratingautoren zufolge aber nicht per se größenabhängig sein: Die Silbermedaille geht an InterRisk und LV 1871, die nach verdienten Bruttobeiträgen 2018 auf den Plätzen 67 und 32 rangieren und auf Marktanteile von 0,10 bzw. 0,71% kommen.

Swiss Life als „Stabilitätssieger“

Das Rating ermittelt für jedes Wertungskriterium eine Kennzahl im Bereich zwischen 0 und 100 (100 = Maximalerfüllung) als Maßstab für die Fähigkeit eines Unternehmens, sein BU-Geschäft langfristig stabil betreiben zu können. Der Stabilitätsindex zeigt für jeden Teilbereich sowie für die Gesamtwertung das Verhältnis von erreichter Punktesumme zu möglicher Punktesumme. Die Ergebnisse der Teilbereiche werden gewichtet und zu einem Gesamtindex zusammengeführt. Dieser Index stellt also einen wichtigen Indikator für langfristige Stabilität im Geschäftsfeld Berufsunfähigkeit dar. „Stabilitätssieger“ ist laut aktuellem Rating die Swiss Life mit einer Zielerfüllung von 83,6%, dahinter folgen Allianz (83,3%), AachenMünchener (82,6%), LV 1871 (80,8%), ERGO Vorsorge (78,1%9, Nürnberger (75,4%) und Stuttgarter (75,4%). Alle erhielten ein „mmm“ für hervorragende Leistungen.

Bild: © magann – stock.adobe.com




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