Bundesregierung prüft Provisionsdeckel für Restschuldversicherungen | AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft
AssCompact - Facebook AssCompact - LinkedIN AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Whats App AssCompact - Whats App

Bundesregierung prüft Provisionsdeckel für Restschuldversicherungen
18. März 2019

Bundesregierung prüft Provisionsdeckel für Restschuldversicherungen

Auskünfte über einen geplanten Provisionsdeckel für Restschuldversicherungen hat die FDP-Bundesfraktion von der Bundesregierung im Rahmen einer kleinen Anfrage gefordert. Die Antworten geben Aufschluss über Provisionshöhen. Ob ein Provisionsdeckel kommt, prüft die Regierung derzeit.


Auskünfte über einen geplanten Provisionsdeckel für Restschuldversicherungen hat die FDP-Bundesfraktion von der Bundesregierung im Rahmen einer kleinen Anfrage gefordert. Die Antworten geben Aufschluss über Provisionshöhen. Ob ein Provisionsdeckel kommt, prüft die Regierung derzeit.


Bundesregierung prüft Provisionsdeckel für Restschuldversicherungen

In einer kleinen Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion wollten die Abgeordneten von der Bundesregierung mehr zu dem geplanten Provisionsdeckel für Restschuldversicherungen erfahren. Sie interessieren sich darin auch für die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge und die Höhe der Stornoquote sowie der Vertriebsprovisionen.

Versicherungsfall nur in 0,2% der Restschuldversicherungsverträge

Allein die im Rahmen einer Kollektivversicherung abgeschlossenen Rechtschutzverträge belaufen sich insgesamt auf die Zahl von 1.574.000 mit einem Volumen von mehr als 11 Mrd. Euro. Im Jahr 2017 betrug der Gesamtzugang bei der Restschuldversicherung als Kollektivversicherung 268 000 Versicherungsverhältnisse. Zum Versicherungsfall kam es im Jahr 2017 nur in 0,2% aller Verträge. Die durchschnittliche Versicherungssumme lag bei 9 100 Euro. Informationen zu Stornoquoten liegen laut der Antwort jedoch weder der BaFin noch der Bundesregierung vor.

Provisionen von 50% oder für Mehrheit der Kreditinstitute

Aus der Marktuntersuchung der BaFin aus dem Jahr 2017 zieht die Bundesregierung in ihrer Antwort außerdem Zahlen zur Höhe der Vertriebsprovisionen von Restschuldversicherungen. Von 31 antwortenden Kreditinstituten gaben 12 an, dass sie 50% der Versicherungsprämie als Provisionshöchstsatz erhalten. 12 weitere gaben an, weniger als 50% zu erhalten. Immerhin sieben der Kreditinstitute antworteten, dass sie sogar mehr als 50% der Versicherungsprämie als Provision erhalten. Insgesamt liegt der Provisionshöchstsatz also bei mehr als zwei Dritteln der Kreditinstitute bei 50% oder höher.

Bisher kein Eingreifen der BaFin wegen Verstößen bei Restschuldversicherungen

Laut der Antwort hat die BaFin bisher bei Restschuldversicherungen in keinem Fall aufgrund eines Verstoßes gegen § 48a VAG zur Vertriebsvergütung und Vermeidung von Interessenkonflikten eingegriffen. Sie würde den „Markt im Rahmen laufender Aufsicht“ beobachten. Die Regierung plant laut der Antwort keine ergänzenden Maßnahmen im Hinblick auf die Provisionsgestaltung bei Restschuldversicherungen.

Provisionsdeckel für Restschuldversicherungen in Prüfung

Welche Verbesserungen die IDD hinsichtlich des Verbraucherschutzes bei Restschuldversicherungen gebracht hat, vermag die Regierung bis dato nicht zu beurteilen. Näheres erhofft sie sich erst aus der Evaluierung der Richtlinie, die zu Februar 2021 erfolgen soll.

Ob die Regierung weiter an einem Provisionsdeckel für Restschuldversicherungen festhält, verrät sie in ihrer Antwort nicht. Sie verweist darauf, dass sie derzeit prüfe, „ob und in welchem Umfang eine Deckelung von Abschlussprovisionen auch bei Restschuldversicherungen in Betracht kommt“. (tos)

Lesen Sie auch:

Restschuldversicherung: Neuer Punktekatalog für Verbraucher

Kommt der Provisionsdeckel nur noch für Restschuldversicherungen?




Ähnliche News

Die Unabhängigkeit der Vermittlerschaft ist ein ständiges Diskussionsthema. Häufig entspinnt es sich an der Frage nach der Vergütung. Ausgehend von diesem Blickwinkel lohnt es, sich die rechtlichen Grundlagen der Unabhängigkeit von Finanzanlagen- und Versicherungsvermittlern anzusehen, meint Dr. Christian Waigel, Waigel Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB. weiterlesen
Die Leistungspflicht der deutschen Krankenkassen für eine stationäre Behandlung während eines Türkeiurlaubs richtet sich nach türkischem Recht. Das hat das Sozialgericht Gießen entschieden. Daher hat der Versicherte keinen Anspruch auf Übernahme weiterer Kosten, wenn er sich in einer Privatklinik behandeln lässt. weiterlesen
Das Oberlandesgericht Hamm hat den Begriff der „Zerstörung“ in der Kfz-Kaskoversicherung in einem Urteil definiert. Demnach geht es um die Beschädigung eines Fahrzeugs, die über einen wirtschaftlichen Totalschaden hinausgeht. Die Definition ist für die Schadenregulierung relevant. weiterlesen


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.