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10. Juni 2021
CDU rückt von Rente mit 68 ab – IW fordert weitere Anhebung
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CDU rückt von Rente mit 68 ab – IW fordert weitere Anhebung

Armin Laschet und Peter Altmaier sprechen sich gegen ein gesetzliches Renteneintrittsalter von 68 Jahren aus. Vertreter des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft sehen jedoch Anlass für eine weitere Erhöhung der Regelaltersgrenze auf 70 Jahre. Derweil will die FDP den Renteneintritt flexibel gestalten.

Das am vergangenen Montag, dem 07.06.2021, vorgestellte Gutachten aus dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) beinhaltete zwar mehrere Reformvorschläge für die gesetzliche Rentenversicherung, hängen blieb aber nur eine: Die Forderung nach einem gesetzlichen Renteneintrittsalter von 68 Jahren (AssCompact berichtete).

Altmaier und Laschet sprechen sich gegen Rente mit 68 aus

Nachdem dem Vorstoß sowohl vom Koalitionspartner SPD als auch von der Schwesterpartei CSU eine Absage erteilt wurde, ruderte der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bereits am Dienstag zurück und kassierte das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats beim BMWi wieder ein. Altmaier sagte, er wolle an der Regelaltersgrenze von 67 Jahren festhalten. Des Weiteren handele es sich bei dem Beirat um ein unabhängiges Gremium. Seine Vorschläge seien weder für das Ministerium noch für den Minister bindend. Auch der Unionskanzlerkandidat, Armin Laschet, hat sich mittlerweile gegen eine Rente mit 68 positioniert.

Expertenbeirat hatte Koppelung an Lebenszeit vorgeschlagen

Das Expertengremium am BMWi hatte unter anderem eine dynamische Koppelung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung vorgeschlagen, um in Zukunft drohende „schockartig steigende Finanzierungsprobleme“ zu vermeiden. Dies ist nach Ansicht des Beirats die einzige Möglichkeit, wie die Haltelinien in der Rentenpolitik unangetastet bleiben könnten. Mit den Haltelinien ist ein Rentenniveau von mindestens 48% und ein Rentenbeitragssatz von maximal 20% gemeint. Eine derartige dynamische Koppelung hätte gemäß der Prognosen zur Lebenserwartung in Deutschland ein Renteneintrittsalter von 68 Jahren ab dem Jahr 2042 zur Folge.

Arbeitgebervertreter zeigen sich offen

Während der Vorstoß der Gutachter jedoch bei zahlreichen Parteien und Gewerkschaften auf Ablehnung stieß, geht er den Ökonomen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) nicht weit genug. Das IW geht davon aus, dass eine Anhebung der Regelaltersgrenze bis 2052 auf 70 Jahre nötig ist, um einen weiteren Beitragssatzanstieg zu bremsen und das Rentenniveau zu stabilisieren. Auch Arbeitgebervertreter zeigten sich für den Vorschlag erwartungsgemäß offen.

FDP wünscht sich Flexibilität

Der FDP-Parteivorsitzende Christian Lindner spricht sich derweil für eine Flexibilisierung beim Renteneintritt aus. Außerdem fordert der Spitzenkandidat der Liberalen für die Bundestagswahl eine zielgerichtete Einwanderungspolitik und eine kapitalgedeckte Komponente in der gesetzlichen Rentenversicherung (AssCompact berichtete). Eine starre Erhöhung des Renteneintrittsalters sei ideenlos und nicht generationengerecht, so Lindner. (tku)

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