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2. Juli 2021
Darauf achten Anleger bei ETFs

Darauf achten Anleger bei ETFs

Der ETF-Anbieter VanEck hat eine Umfrage zu passiven Investments durchführen lassen. Sie zeigt, worauf Europas Anleger bei ETF-Investments achten. Ingesamt setzen sie ihren Siegeszug weiter fort. Gerade unter Anlegern in Deutschland haben ETFs der Umfrage zufolge das Sparbuch überholt.

ETFs werden in Europa und vor allem in Deutschland immer beliebter. Anleger in Deutschland achten bei ETF-Investments vor allem auf die Performance (39%) und eine günstige Kostenstruktur (35%). Bei Anlegern in Großbritannien und Italien zieht ebenfalls das Performance-Argument (33 bzw. 31%), die laufenden Kosten sind dort aber weniger ausschlaggebend (12 bzw. 20%). Das ergab eine Befragung des Umfrageinstitut Nielsen für den ETF Anbieter VanEck in Deutschland, Italien und dem Vereinigten Königreich, für die jeweils etwa 500 Personen ab 20 Jahren befragt wurden.

ETFs laufen Investmentfonds demnächst den Rang ab

Die Anlageklasse der ETFs ist in den Augen der deutschen Anleger erwachsen geworden: Insgesamt liegen sie derzeit mit 31% auf Rang 5 der gewählten Anlageformen der Befragten. Betrachtet man nur die männlichen Teilnehmer der Umfrage, dann liegen sie sogar auf Rang 3 und haben das klassische Sparbuch (34%) und Termineinlagen (32%) bereits hinter sich gelassen. Auf Rang 1 und 2 liegen Aktien (54%) und Aktienfonds (50%).

Noch immer viel Unwissen vorhanden

55% der deutschen Befragten wissen nach eigenen Angaben allerdings noch immer wenig oder gar nichts zu ETFs. Die übrigen 45% beschäftigen sich erst seit Kurzen mit der Materie, 58% davon seit ein bis fünf Jahren. „Hier ist also noch viel Luft nach oben. Womöglich laufen ETFs den Investmentfonds demnächst den Rang ab“, sagt Martijn Rozemuller, Europachef bei VanEck. Rozemuller sieht vor allem bei Anlegerinnen noch großes Nachholpotenzial. Unter den Frauen nutzen erst 19% ETFs, unter Männern sind es bereits 35%.

Regionale Fokus und drei Themen gefragt

Die Umfrageteilnehmer aus Deutschland interessieren sich zumeist für regional aufgestellte ETFs, etwa mit den Schwerpunkten Welt, Europa oder Emerging Markets (34%). In einer offenen Frage nach den interessantesten Themen für ein künftiges Investment nannten die deutschen Befragten vor allem drei Themen: Nachhaltigkeit (10%), Schwellenländer (10%), Technologie (9%).

ETFs als Basis und Sprungbrett

ETFs dienen in aller Regel als Basisinvestment. Wer bereits ETFs im Portfolio hat, setzt künftig auch auf andere Formate. So nutzen je 16% der ETF-Halter auch ETCs oder Zertifikate und Optionen. Im Schnitt tun das nur 9 bzw. 10% aller deutschen Befragten. Gezielt danach gefragt, können sich 28% der Befragten in Deutschland auch Kryptowährungen als künftiges Investitionsziel vorstellen.

Berater in Schlüsselrolle für weiteren ETF-Siegeszug

Ein Haupthindernis für den weiteren Siegeszug von ETFs sieht VanEck in Beratern. „Um sich zu einer Geldanlage zu informieren, setzen gerade ETF-Anfänger erstmal auf die klassischen (Bank-) Berater. Und die haben selten Interesse, die einfachen, kostengünstigen ETFs zu vermitteln“, meint Rozemuller. 9% der deutschen Befragten, die nicht in ETFs investieren, gaben an, dass der Bankberater von ETFs abgeraten hat. Bei den Befragten ohne ETF-Vorwissen suchen immerhin 31% professionellen Rat. Von ETF-Kennern nutzen nur noch 12% einen Berater. „Wenn in Zukunft auch die klassischen Vermittler mitziehen und ETFs als sinnvolle Anlageform für ihre Kunden promoten, steht dem ungebremsten Siegeszug der ETFs nichts mehr im Wege“, glaubt Rozemuller. (mh)

Bild: © wladimir1804 – stock.adobe.com

 

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