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3. November 2026
Der Gewinner des Jungmakler Awards 2026 im Interview
Der Gewinner des Jungmakler Awards 2026 im Interview

Der Gewinner des Jungmakler Awards 2026 im Interview

Auf Platz 1 beim Jungmakler Award steht jemand mit einer echten Herzensangelegenheit. Rico Buchwalter hat sich auch aus familiären Gründen mit seinem Unternehmen „Erzieher-Helden“ für die Zielgruppe der Erzieher entschieden und damit die Goldmedaille abgesahnt.

Interview mit Rico Buchwalter, Co-Gründer von Erzieher-Helden
Hi, Rico, wie bist du in die Maklerbranche gekommen – und wie ist dein eigenes Maklerunternehmen entstanden?

Ich habe das Unternehmen gemeinsam mit meinem Geschäftspartner Ian Mielenz gegründet. Wir haben beide beim Finanzamt angefangen und sind 2019 in einen Strukturvertrieb eingestiegen. Dadurch haben wir die Branche kennen und lieben gelernt. 2023 sind wir in die freie Maklerschaft gewechselt, 2024 folgte der Schritt in die volle Selbstständigkeit. Seit Juni 2024 gibt es Erzieher-Helden – heute sind wir zwölf Leute.

Eure Zielgruppe sind Erzieher. Warum genau diese Zielgruppe?

Wir haben beide einen persönlichen Bezug: Meine Mutter war Pädagogin und ist berufsunfähig geworden, Ians Oma war jahrelang Erzieherin. Für uns ist das eine Herzensangelegenheit. Diese Menschen machen einen gesellschaftlich enorm wichtigen Job – trotzdem kümmert sich kaum jemand um sie. Das wollen wir ändern. Sie sollen einen verlässlichen Partner an ihrer Seite haben.

Kümmert ihr euch auch um die Einrichtungen selbst?

Die Einrichtungen selbst beraten wir bisher nicht, einige sind aber bereits auf uns zugekommen. Ein fertiges Konzept haben wir noch nicht. Wir arbeiten aber schon an einer Lösung, um auch dort weiterhelfen zu können.

Welchen Bedarf haben Erzieherinnen und Erzieher? Worin unterscheidet er sich von dem anderer Berufstätiger?

Ihr Alltag bringt enorme Belastungen mit sich: Rückenbeschwerden, Dauerlärm, mentalen Druck und viele Krankheitstage. Statistisch wird mehr als jede dritte Erzieherin berufsunfähig. Dazu kommt das Thema Vorsorge: Über 90% sind Frauen, und Eltern- und Erziehungszeiten übernehmen fast immer sie. Durch viel Teilzeit und eine schwache Rente wird die Lücke im Alter riesig.

Der eigentliche Unterschied ist aber: Sie kümmern sich jeden Tag um andere – und kaum um sich selbst. Entsprechend schlecht sind die meisten aufgestellt. Die größten Themen sind Berufsunfähigkeit und Altersvorsorge. Wir gehen mit ihnen aber das Thema Finanzen von A bis Z durch und entwickeln daraus ein individuelles Konzept. So holen wir das Bestmögliche heraus – und niemand zahlt unnötig viel für Verträge, die er nicht braucht.

Du legst großen Wert auf eine gute Kundenbeziehung und langfristige Betreuung. Sind Makler für dich in Zukunft eher Betreuer als Vertriebler, die einen Abschluss anstreben?

Man muss beides sein – und zwar in dieser Reihenfolge. Für die wenigsten Menschen sind Finanzen ein spannendes Thema. Man muss sie erst dafür gewinnen und begeistern. Dafür muss man ihre Sprache sprechen, ihren Alltag verstehen und fachlich sicher sein.

Danach kommt es darauf an, ein sehr guter Betreuer zu sein und die Menschen ein Leben lang zu begleiten – damit sie im Schaden- oder Notfall verlässlich jemanden an ihrer Seite haben.

Was ist dein nächstes großes Ziel?

Das klare Ziel ist, auf 20 Berater zu wachsen, damit wir immer mehr pädagogische Fachkräfte betreuen und unterstützen können. Über 70.000 Menschen folgen uns inzwischen auf Social Media – daraus soll echte Betreuung werden. Langfristig wollen wir Marktführer werden: Wer in diesem Beruf an Finanzen und Absicherung denkt, soll an Erzieher-Helden denken.

Was ist dein Tipp für die nächsten Jungmakler-Bewerber?

Hab Spaß dabei und genieße die Zeit. Aufgeregt ist man sowieso – aber man merkt sofort, wer für seine Sache brennt.

Außerdem: Beschäftige dich intensiv mit deinem Unternehmen. Kenne deine Kennzahlen, wisse, wo deine Engpässe liegen, und sprich offen darüber. Das ist eher eine Stärke. Denn nur das, was einem bewusst ist, kann man lösen, statt es sich schönzureden.

Und sei stolz auf das, was du geschafft hast. Das vergisst man als Unternehmer viel zu oft, weil man immer nur die nächsten Probleme sieht, die man lösen will.

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