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17. November 2021
Der Pflegeimmobilienmarkt im Jahr 2040

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Der Pflegeimmobilienmarkt im Jahr 2040

In 20 Jahren werden rund 5,1 Millionen Menschen pflegebedürftig sein und rund 1.850 zusätzliche Pflegeheime benötigt. Laut Wüest Partner bringen fehlende Grundstücke den Neubau ins Stocken. Pflegeheime werden kleiner, Ansprüche an seniorengerechtes Wohnen größer.

Zum vierten Mal seit 2012 hat Wüest Partner den „Pflegeheimatlas Deutschland“ veröffentlicht, der künftige Entwicklungen beleuchtet. Den Prognosen zufolge dürften im Jahr 2040 rund 5,1 Millionen Menschen hierzulande pflegebedürftig sein. Daraus entsteht ein zusätzlicher Bedarf je nach Prognoseszenario zwischen 185.000 und 230.000 Pflegeheimplätzen.

Ambulante Pflege und neue Konzepte nehmen an Bedeutung zu

Viele ältere Menschen wollen möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben. Die Zahl der ambulant versorgten Pflegebedürftigen hat seit 2015 um 41,9% auf 983.000 zugelegt. „Die Heimquote, also der Anteil an Pflegebedürftigen, die stationär im Heim versorgt werden, ist bedingt durch die Stärkung der ambulanten Pflege von 30% im Jahr 2015 auf 23,2% im Jahr 2019 gesunken“, erläutert Karsten Jungk, Geschäftsführer und Partner bei Wüest Partner.

Die künftige Entwicklung der Heimquote sei derzeit schwer vorherzusagen. „Faktoren wie die anhaltende Stärkung der ambulanten Pflege, die Förderung von altersgerechtem, barrierefreiem Wohnungsbau und die staatliche Unterstützung pflegender Angehöriger sprechen jedoch für ein weiteres Absinken“, so Jungk weiter.

Höhere Ansprüche an das Wohnen im Alter

„Wir stellen fest, dass sich die Nachfrage im Pflegebedarf zusehends ausdifferenziert“, erklärt Constantin Gutknecht, Geschäftsführer der Quantum Medical Care GmbH bei der Vorstellung des Pflegeheimatlas. Wünsche und Ansprüche an das Wohnen im Alter seien deutlich gestiegen.

Ambulante und stationäre Pflege intelligent vernetzen

Die künftige Pflegegeneration setzt auf Qualität, Individualität und Selbstständigkeit und verfügt auch über die erforderlichen finanziellen Mittel, um sich eine solche Versorgung leisten zu können.

Für Investoren gilt es, auf diesen Bedarf zu reagieren und den Schwerpunkt auf Konzepte zu legen, die ambulante und stationäre Pflege intelligent miteinander kombiniert. „Wir erwarten, dass sich entsprechend auch das Angebot in den kommenden Jahren weiter ausdifferenzieren wird“, so Gutknecht weiter.

Entwicklung weiter hin zu kleineren Pflegeheimen

Die Zahl der Pflegeplätze pro Pflegeheim geht seit Jahren zurück. Waren es im Jahr 2005 noch durchschnittlich 73 Plätze pro Heim, verringerte sich der Wert 2015 auf 68 Plätze und 2019 auf 63. Somit hat die Zahl der Pflegeheime, die seit 2009 errichtet wurden, mit einem Plus von 32,2% deutlich stärker zugelegt als die Zahl der Pflegeplätze. Deren Anzahl hat nur um 14,7% zugenommen.

Die Ursachen für diese Entwicklung sehen Wüest Partner unter anderem im Bedarf nach kleineren Heimen sowie in den Landesheim-Gesetzen, die in einigen Bundesländern die Größe von Heimeinreichtungen vorschreiben. In Nordrhein-Westfalen beispielweise darf ein neu errichtetes Pflegeheim ausschließlich Einzelzimmer und maximal 80 Plätze haben.

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