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14. Oktober 2021
Deutsche Großstädte sind erstmals nicht gewachsen
Aerial. Pedestrians on a zebra crosswalk. Top view.

Deutsche Großstädte sind erstmals nicht gewachsen

Die Zahl der Einwohner in den Großstädten hierzulande ist zum ersten Mal seit 2011 leicht rückläufig. Dies zeigen Auswertungen des Statistischen Bundesamts (Destatis). Demnach zog es vor allem weniger junge Erwachsene in die größeren Städte.

Ende 2020 lebten knapp 24,5 Millionen Menschen in kreisfreien Großstädten ab 100.000 Einwohnern. Deren Anteil an der Gesamtbevölkerung betrug rund 29,4%. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, lag dieser Anteil Ende 2011 noch bei 28,7%. Seit 2011 ist die Bevölkerung in kreisfreien Großstädten im Schnitt um 0,7% pro Jahr gewachsen. Im vergangenen Jahr hat sich dieser Trend nun nicht fortgesetzt und die Zahl der Menschen in Großstädten war mit - 0,1% gegenüber dem Vorjahr erstmals leicht rückläufig.

Tiefststand bei Zuzügen aus dem In- und Ausland

Bei den Wanderungsbewegungen als wesentliche Faktoren der Bevölkerungsentwicklung seien laut Destatis für das Jahr 2020 auffällige Veränderungen zu beobachten. Sowohl bei Umzügen innerhalb Deutschlands als auch bei Zu- und Fortzügen aus dem beziehungsweise in das Ausland zeigen sich Rückgänge.

Im Jahr 2020 belief sich die Zahl der Zuzüge aus dem Ausland auf rund 452. 000 und die Zahl der Fortzüge ins Ausland auf 361.000. Im Vorjahr registrierten die kreisfreien Großstädte noch 620.000 Zuzüge und 472.000 Fortzüge. Die Nettozuwanderung aus dem Ausland verringerte sich damit von 148.000 im Jahr 2019 auf rund 91.000 im Jahr 2020.

Weniger Umzüge in Großstädte innerhalb Deutschlands

Was die Binnenwanderung betrifft, verzeichnete die Bevölkerung in kreisfreien Großstädten im Corona-Jahr 2020 rund 855.000 Zuzüge und 965.000 Fortzüge. Im Vorjahr waren es noch 933.000 Zuzüge gegenüber 993.000 Fortzügen. Somit gab es im gesamten Bundesgebiet 2020 rund 5% weniger Zu- und Fortzüge als im Vorjahr. Die Zuzüge in die kreisfreien Großstädte sanken dabei überproportional (-8,4%), während die Fortzüge unterdurchschnittlich (-2,9 %) sanken. Unterm Strich ergab sich für die kreisfreien Großstädte 2020 ein Wanderungsdefizit von rund 110.000 Personen und damit den höchsten Bevölkerungsverlust durch Umzüge im Inland seit 2011.

Weniger junge Menschen zog es in die Großstadt

Laut Destatis zeigt sich die Veränderung der Zuwanderung in einigen Altersgruppen besonders deutlich. So lässt sich der geringe Außenwanderungssaldo im Corona-Jahr 2020 auf weniger Zuzüge aus dem Ausland in der Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen zurückführen. Im Inland nahm 2020 vor allem der Zuzug junger Erwachsender im Alter zwischen 18 und 22 Jahren ab.

2020 ein Ausnahmejahr?

Stellt 2020 ein Ausnahmejahr dar und wir die Stadtbevölkerung künftig wieder steigen? Wie das Statistische Bundesamt unterstreicht, sind dabei auch demografische Aspekte zu beachten. Vor allem junge Menschen von 18 bis Ende 20 zieht es verstärkt in die kreisfreien Großstädte. Infolge des demografischen Wandels wird diese Gruppe aber immer kleiner. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels dürfte für das Bevölkerungswachstum der Großstädte deshalb insbesondere der Umstand ausschlaggebend sein, wie sich die Zuwanderung aus dem Ausland in den kommenden Jahren entwickelt. (tk)

Bild: © Dmytro – stock.adobe.com