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28. April 2021
Deutscher Immobilienboom erreicht endgültig die zweite Reihe
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Deutscher Immobilienboom erreicht endgültig die zweite Reihe

Wohnimmobilien boomten lange Zeit vor allem in den deutschen Metropolen. Eine Auswertung von immowelt zeigt, dass der Immobilienboom nun aber endgültig auch in der zweiten Reihe angekommen ist. In den Mittelstädten haben sich die Preise in den letzten fünf Jahren teils fast verdoppelt.

In den beliebten Großstädten sind Kaufpreise für Wohnungen in den vergangenen Jahren explodiert. Doch auch die kleineren Städte sind von Steigerungen nicht verschont geblieben – teilweise sind die Kaufpreise doppelt so hoch wie vor fünf Jahren. Das zeigt eine aktuelle Analyse von immowelt, wofür die Angebotspreise von Eigentumswohnungen in 83 ausgewählten Mittelstädten mit 20.000 bis 100.000 Einwohnern betrachtet wurden.

Preise in Bayreuth mehr als verdoppelt

In allen Städten haben sich der Untersuchung zufolge die Kaufpreise seit 2015 verteuert, in 60 Gemeinden sogar um mehr als 50%. Auch die Corona-Krise hat sich bisher nicht preissenkend ausgewirkt. Die Nachfrage nach Wohneigentum ist während der Pandemie sogar nochmals gestiegen, was die Preise weiter nach oben getrieben hat. Den stärksten Anstieg verzeichnet das fränkische Bayreuth. Vor fünf Jahren kosteten Eigentumswohnungen in der Heimatstadt von AssCompact noch 1.800 Euro pro m2. Mittlerweile werden sie im Median für 3.750 Euro angeboten. Das ist ein Plus von 108% und damit mehr als eine Preisverdopplung.

Weitere Städte mit einer Beinahe-Verdopplung

Mit einem Plus von 97% weist Flensburg den zweitstärksten Anstieg aller Städte auf. Das Preisniveau ist mit 2.280 Euro pro m2 allerdings deutlich niedriger als in Bayreuth. Eine vergleichbare Entwicklung hat auch Schwerin hinter sich, wo Käufer nach einem Anstieg von 94% mit 2.470 Euro pro m2 rechnen müssen. Die Quadratmeterpreise in Neustadt an der Weinstraße (+95%) und Passau (+92%) verdoppelten sich ebenfalls fast und knacken inzwischen sogar die 3.000-Euro-Marke. Teuerste Stadt ist Konstanz, wo die Preise um 40% auf 5.250 Euro pro m2 zulegten.

Starke Anstiege auch in günstigen Städten

Wie weit die Preisschere bei den Kaufpreisen deutschlandweit aufgegangen ist, zeigt der Blick auf die günstigsten Städte. Die niedrigsten Kaufpreise werden derzeit im sächsischen Görlitz verlangt: Trotz eines Anstiegs von 69% kostet eine Eigentumswohnung dort im Mittel 810 Euro pro m2 und damit rund ein Sechstel so viel wie in Konstanz. Auch im thüringischen Gera (860 Euro; +46%) und im niedersächsischen Goslar (920 Euro; +70%) sind Immobilien trotz großer Preissprünge noch verhältnismäßig preiswert. Generell zeigt auch in vielen günstigen Regionen die Preiskurve steil nach oben: Zwickau (980 Euro) und Wilhelmshaven (1.550 Euro) verzeichneten zum Beispiel Anstiege von je 96% und zählen damit zu den Städten mit den höchsten prozentualen Zuwächsen. (mh)

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