Drei Säulen, ein gemeinsames Ziel
Neu ist der Blick auf ihr Zusammenspiel. Mit dem vorgeschlagenen Gesamtversorgungsniveau soll künftig nicht mehr jede Säule isoliert bewertet werden, sondern ihr gemeinsamer Beitrag zur Alterssicherung. Bei der betrieblichen Altersversorgung schlägt die Kommission vor, ihre Verbreitung vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen durch einen Sozialpartnerdialog voranzutreiben.
Für die private Altersvorsorge schlägt die Kommission dagegen keine grundlegenden neuen Reformen vor. Sie knüpft vielmehr an das bereits beschlossene Altersvorsorgereformgesetz mit dem neuen Altersvorsorgedepot an und empfiehlt, dessen Wirkung eng zu begleiten. Auch darin zeigt sich der Grundgedanke des Berichts: Nicht eine einzelne Säule soll die Herausforderungen des demografischen Wandels bewältigen. Erst das Zusammenspiel von gesetzlicher, betrieblicher und privater Altersvorsorge schafft die Grundlage für eine dauerhaft tragfähige Alterssicherung. Das ist keine Abkehr vom bisherigen System. Es ist seine konsequente Weiterentwicklung.
Private Vorsorge gewinnt weiter an Bedeutung
Gerade weil die staatliche Kapitaldeckung zunächst Vermögen aufbauen muss, bevor sie nennenswerte Erträge erwirtschaften kann, und gleichzeitig für eine stärkere Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung noch zahlreiche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, gewinnt die private Altersvorsorge mehr denn je an Bedeutung. Sie kann unabhängig von politischen Reformen, Tarifverhandlungen oder dem Arbeitgeber individuell aufgebaut und an die persönliche Lebenssituation angepasst werden. Wer früh beginnt, verschafft sich zudem einen entscheidenden Vorteil: Zeit. Denn langfristiger Vermögensaufbau entsteht durch den kontinuierlichen Aufbau von Vermögen, die Wiederanlage von Erträgen und die Möglichkeit, kurzfristige Marktschwankungen über viele Jahre auszugleichen. Damit stellt sich eine andere Frage: Wie sollte privates Vorsorgekapital langfristig investiert werden? Die Alterssicherungskommission gibt darauf bewusst keine Antwort. Sie empfiehlt Kapitaldeckung, nicht jedoch eine bestimmte Anlageform. Das ist folgerichtig. Denn eine erfolgreiche Altersvorsorge lebt nicht von einer einzelnen Anlageklasse, sondern von einer ausgewogenen Vermögensstruktur.
Seite 1 Die Altersvorsorge braucht ein neues Gleichgewicht
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