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20. November 2019
Die Digitalisierung spaltet die D&O-Branche

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Die Digitalisierung spaltet die D&O-Branche

Vergleichsrechner können Individualität nicht abbilden

Vielen Versicherern fehlt schlichtweg das Geld für Investitionen in die Digitalisierung. Der Digitalisierungstraum wäre ein einfacher Vergleichsrechner à la CHECK24. Doch dieser Ansatz funktioniert nur für Standardprodukte. Managerhaftpflichtversicherungen hingegen sind komplexe und immer aufs jeweilige Risiko zugeschnittene Produkte. Versicherer ebenso wie die allermeisten Makler meinen, diese ließen sich nicht ohne Qualitätsverluste digitalisieren, denn dann könne nicht auf individuelle Bedürfnisse eingegangen werden.

hendricks hat nun die Initiative ergriffen und mit hendricks digital ein Online-Maklerportal für maßgeschneiderten Managerschutz geschaffen. Zwölf einfach zu beantwortende Fragen lösen die komplexe Situation des jeweiligen Managers in Bausteine auf, die eine individuelle Risikoeinschätzung ermöglichen. Während andere Marktteilnehmer mit standardisierten Produkten den Eindruck vermitteln, die Angebote seien sowieso alle gleich, ist dies in Wirklichkeit nicht der Fall. Sie bleiben weiterhin individuell. Und deshalb setzt hendricks zukünftig auf eine hybride Beratung. Mit seinen 80 Fachexperten hat der Düsseldorfer Makler das größte Team im gesamten Markt, welches auch im Online-Prozess den Versicherungsmaklern beratend zur Seite steht.

Die Lösung ist nicht, Produkte zu standardisieren, sondern die einzelnen Prozesse. hendricks digital automatisiert zum Beispiel die Dokumentation von Policen und das Ausstellen von Rechnungen. Auch eine grobe Preisindikation lässt sich prima digital erstellen. Doch für das Detail braucht es weiterhin die persönliche Beratung.

Vielzahl an Klauseln erschwert sauberen Policentransfer

Für den versicherten Manager geht es im Fall des Falles um seine Existenz: Im Haftungsfall ist sein gesamtes Privatvermögen in Gefahr, alles, was er sich in seinem Leben erarbeitet hat. Genau deshalb haben die meisten Manager auch bereits eine D&O-Versicherung. Für Makler geht es daher vor allem darum, die Bedingungen von bestehender Police und auf dem Markt angebotenen Alternativen zu vergleichen. Es geht um die Feinheiten der juristischen Klauseln. Die Versicherungsjuristen waren dabei in der Vergangenheit sehr individuell unterwegs, was eine schier unüberschaubare Vielfalt an Bedingungen und Klauseln zur Folge hatte. Bei hendricks kümmert sich ein eigenes Team um nichts anderes als um die Vergleiche dieser Formulierungen. Ziel ist es, eine Datenbank aufzubauen, in der mittels semantischer Suche oder gar künstlicher Intelligenz die juristischen Feinheiten erkannt und vergleichbar werden. Im Grunde ist es eine ethische Frage: Hat ein Manager eines mittelständischen Unternehmens weniger Anspruch auf einen sauberen Policentransfer als ein Konzernmanager, nur weil er weniger Beitrag für seine D&O-Police zahlt?

Verschaukelt die D&O-Branche ihre Kunden?

Aktuell nimmt die D&O-Branche ihre Kunden wenig ernst. Sie gaukelt eine Vollkaskoversicherung im Schadenfall vor, die es tatsächlich nicht gibt. Sie kümmert sich nicht um saubere Vergleiche von einzelnen Klauseln und erklärt diese nicht den Maklern und Kunden. Insgesamt ist eine Managerhaftpflichtversicherung für viele Vermittler, Versicherungsnehmer und versicherte Personen eine Blackbox.

Bisher ist die D&O-Branche damit durchgekommen. Sie setzt auf den Peinlichkeitsfaktor, der eine Markttransparenz verhindert. Denn kein Manager gibt freiwillig zu, dass er a) seine Versicherung in Anspruch nehmen musste und b) dann mit seinem Schadenfall abgeblitzt ist. Würden Manager untereinander offen über ihre eigenen Fehler reden und sich darüber austauschen, ob ihre Versicherung dafür eingetreten ist oder nicht, dann wäre auch dem letzten Versicherungskunden klar, wie wichtig die richtige Auswahl des Versicherungsanbieters letztendlich ist. Man stelle sich einen Online-Erfahrungsaustausch mit Feedback oder Bewertungen wie bei Hotelportalen vor, der transparent aufzeigen würde, wie gut oder schlecht ein Versicherer reguliert.

Die Erkenntnis, dass die Branche ihren Kunden nicht bei Vertragsabschluss verdeutlicht, dass 90% der Haftungsfälle strittig sind, trägt nicht zu einem besseren Ruf der D&O-Versicherer bei. Leider ist häufig festzustellen, dass sowohl Versicherungsnehmer als auch versicherte Personen eine andere Erwartungshaltung im Schadenfall haben und dadurch ihr Enttäuschungspotenzial groß ist.

Den Artikel lesen Sie auch in AssCompact 11/2019 auf Seite 44 f. und in unserem ePaper.

Bild oben: © peshkova – stock.adobe.com

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Ein Artikel von
Marcel Amon