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Die Respekt-Ente
14. Februar 2019

Die Respekt-Ente

Die Respekt-Rente von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil ist das politische Streitthema der Woche. Sie soll Arbeitnehmern mehr Respekt für ihre Lebensleistung zollen. Ein richtiges Ziel, das mit der Respekt-Rente aber verfehlt wird, meint AssCompact-Redakteur Michael Herrmann.


Die Respekt-Rente von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil ist das politische Streitthema der Woche. Sie soll Arbeitnehmern mehr Respekt für ihre Lebensleistung zollen. Ein richtiges Ziel, das mit der Respekt-Rente aber verfehlt wird, meint AssCompact-Redakteur Michael Herrmann.


Die Respekt-Ente
Kommentar von Michael Herrmann, AssCompact

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will eine gerechte Grundrente einführen: die Respekt-Rente. Respekt-Rente klingt schließlich viel besser wie Grundsicherung. Der Name allein macht die Situation aber nicht besser. Die Respekt-Rente beinhaltet einen Aufschlag von 25% auf die Grundsicherung von derzeit 424 Euro im Monat plus Unterkunftskosten. In absoluten Zahlen sind das rund 100 Euro oder 3,50 Euro am Tag.

Überleben wird man damit zwar können. Bei der Rente geht es aber auch in großen Teilen um Respekt. In diesem Punkt liegt Hubertus Heil richtig. Doch nur weil eine Sozialleistung Respekt im Namen hat, werden sich Rentner dadurch auch nicht respektierter fühlen. Die Mehrzahl der Menschen arbeitet, weil sie heute und auch in Zukunft in kein staatliches Hilfesystem fallen will. Das bleibt die Respekt-Rente aber genauso wie die Grundsicherung. Menschen wollen für sich selber sorgen – indem sie Geld in ein System einzahlen, aus dem sie später wieder etwas zurückerhalten. Dieses Urprinzip der Lebens- und Rentenversicherung ist richtig und wichtig, denn es schafft Respekt sich selbst gegenüber. Eine Aufstockung in welcher Form und mit welchem Namen auch immer wird das nie schaffen.

Arbeitsleistung verdient aber vor allem nicht erst im Rentenalter Respekt. Was wenn Arbeitnehmer nur 34 Jahre statt der vorgesehenen 35 Jahre der Respekt-Rente gearbeitet haben? Haben sie dann keinen Respekt verdient? Den tatsächlichen Respekt vor der Arbeitsleistung kann jeder Arbeitnehmer monatlich auf seinem Gehaltszettel sehen. Würde den Menschen mehr von ihrem Lohn übrig bleiben, könnten sie besser und vor allem selbstständig vorsorgen. Das wäre eine wirkliche Respekt-Rente und nicht nur eine Respekt-Ente.

 


Michael Herrmann Michael Herrmann





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