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Steuern & Recht
9. Februar 2026
Diese Risiken stehen 2026 im besonderen Fokus der BaFin
Diese Risiken stehen 2026 im besonderen Fokus der BaFin

Diese Risiken stehen 2026 im besonderen Fokus der BaFin

2026 im Fokus der BaFin: Kapitalbildende Lebensversicherungen mit hohen Kosten, die Rentenbezugsphase von Lebensversicherungen, die drohende Überschuldung der Verbraucher, Finfluencer, zentrale Finanzmarktrisiken sowie die Trends Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Geopolitik.

Kürzlich hat die BaFin ihren Bericht „Risiken im Fokus“ für das Jahr 2026 veröffentlicht. Darin identifiziert sie insgesamt sechs Gefahren für Finanzunternehmen sowie drei Trends, die den Finanzsektor nachhaltig prägen. Erstmals benennt die Aufsicht in ihrer Analyse zudem drei Top-Risiken, die Verbraucher unmittelbar betreffen. Dazu zählt der Abschluss kapitalbildender Lebensversicherungen mit überhöhten Kosten.

Das Aufsichtsrecht verlangt, dass kapitalbildende Lebensversicherungen einen angemessenen Kundennutzen bieten müssen; insbesondere dürfen die Kosten die Rendite der Produkte nicht übermäßig schmälern. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die BaFin bereits seit mehreren Jahren intensiv mit der Kostenbelastung solcher Produkte. Dabei konnte sie bereits Erfolge erzielen: In mehreren Fällen wurden Produkte vom Markt genommen.

BaFin rückt Rentenphase von Lebensversicherungen in den Fokus

Künftig will die BaFin ihre Prüfungen jedoch weiter ausweiten. So beabsichtigt sie, sich vertieft mit dem Kundennutzen in der Rentenbezugsphase von Lebensversicherungen auseinanderzusetzen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Überschussbeteiligung der Versicherten. Eine Abfrage der BaFin aus dem Jahr 2025 ergab, dass mehr als die Hälfte der Lebensversicherer derzeit selbst bei neueren, auskömmlich kalkulierten Produkten keine Risikoüberschussbeteiligung deklariert. Die BaFin will den Ursachen hierfür künftig genauer nachgehen.

Darüber hinaus nimmt sie im Rahmen der Wohlverhaltensaufsicht auch die Schaden- und Unfallversicherung stärker in den Blick, da sie in diesem Bereich erhebliche Preisdifferenzen festgestellt hat.

BaFin warnt vor Schuldenfalle und Krypto-Hype

Als weitere Risiken im Verbraucherschutz nennt die BaFin die drohende Überschuldung von Verbrauchern – insbesondere durch Modelle, bei denen Käufe heute getätigt und erst zu einem späteren Zeitpunkt bezahlt werden. Erstmals seit 2018 ist laut Creditreform die Zahl überschuldeter Menschen in Deutschland wieder gestiegen: auf 5,7 Millionen im November 2025 oder 8% der Bevölkerung über 18 Jahre. Eine Ursache dafür seien Konsumentenkredite, insbesondere nach dem Prinzip „Jetzt kaufen, später zahlen“, so die BaFin. Zusätzlich warnt sie vor Investitionen von Privatanlegern, die durch soziale Medien und Finfluencer angeheizt werden, vor allem im Bereich von Kryptowerten.

Aufsicht analysiert sechs zentrale Finanzmarktrisiken

Zu den sechs Gefahren für das Finanzsystem zählt der Risiko-Bericht eine eventuelle signifikante Korrektur an den Finanzmärkten. Außerdem will die BaFin 2026 die Kreditrisiken von Banken und Versicherern verstärkt überwachen. Unter besonderer Beobachtung stehen zudem Risiken aus Cyberangriffen, aus der Auslagerung kritischer Infrastrukturen vonseiten der beaufsichtigten Instituten sowie aus unzureichender Prävention von Geldwäsche und Terrorfinanzierung. Darüber hinaus analysiert die BaFin drei Trends, die den Finanzsektor künftig noch tiefgreifender verändern werden: Digitalisierung, Nachhaltigkeit und geopolitische Umbrüche. (bh)