In der aktuellen Episode des Digital Insurance Podcast, dem KI-Update im Februar 2026, widmen sich Gastgeber Jonas Piela und sein Mitarbeiter Thomas Fröhlich einer grundlegenden Frage, die die Software- und Arbeitswelt gleichermaßen bewegt: Ist künstliche Intelligenz (KI) lediglich ein Feature oder ein eigenständiges Produkt? Die spannende Diskussion beleuchtet nicht nur die theoretischen Aspekte dieser Klassifizierung, sondern auch die praktischen Auswirkungen auf den beruflichen Alltag und die individuelle Produktivität.
Die Gretchenfrage: KI als Feature oder Produkt?
Jonas Piela und Thomas tauchen tief in die Debatte ein, ob KI als Baustein in komplexen Systemen agiert oder als eigenständige Lösung bestehen kann. Piela argumentiert vehement, dass KI primär ein Feature ist, das bestehende Produkte – sei es E-Mail-Programme, Dokumentenverarbeitungssoftware oder Videokonferenz-Tools – aufwertet und effizienter macht. Als Beispiel dient die kurzlebige Clubhouse-App, die als eigenständiges Produkt startete, aber letztlich als Feature in etablierten Plattformen wie LinkedIn oder Twitter landete.
Thomas stimmt dieser Einschätzung zu und untermauert sie mit der Analogie des Schraubenziehers: KI sind die austauschbaren Bits, die einen bewährten Schraubenzieher (das Produkt) vielseitig und mächtig machen. Beide sind sich einig, dass der Markt die Integration von KI in bestehende Software belohnt, während Unternehmen, die KI noch nicht ausreichend nutzen, abgestraft werden. Dies führt dazu, dass KI-Fähigkeiten zunehmend nahtlos in den digitalen Alltag einfließen, anstatt als isolierte Anwendungen zu existieren.
Der Sparringspartner: Ein Muss für jeden?
Trotz der Einordnung als Feature erkennen Piela und Thomas die einzigartige Rolle von Chat-Assistenten wie ChatGPT an. Sie bezeichnen diese als „allwissende Kollegen“ oder „Sparringspartner“, die jederzeit für Fragen und Ideenaustausch zur Verfügung stehen. Diese Form der KI, die als direktes Kommunikationsmittel fungiert, bildet für viele den ersten und wichtigsten Kontaktpunkt. Thomas Pielas Empfehlung lautet daher: „Start with a personal question.“ Der einfache Dialog mit einer KI, sei es zu Kochrezepten oder philosophischen Fragen, ist der niederschwelligste Weg, die Möglichkeiten und Grenzen der Technologie kennenzulernen. Diese zugängliche Form der Interaktion macht KI zu einem Muss für alle, die produktiver und effizienter sein wollen.
Mehr „Great Work“ durch Automatisierung
Ein zentraler Aspekt der Diskussion ist die Frage, ob KI zu mehr oder weniger Arbeit führt. Piela und Thomas greifen hier auf das Konzept von „Bad Work, Good Work, und Great Work“ von Michael Bungay Stanier zurück. „Bad Work“ umfasst sinnlose, zeitraubende Aufgaben, „Good Work“ die notwendigen, aber nicht immer inspirierenden Routineaufgaben, und „Great Work“ die kreativen, strategischen und erfüllenden Tätigkeiten.
Hier geht es zur aktuellen Folge:
Über den Podcast
Jonas Piela berät die Versicherungswirtschaft hinsichtlich der digitalen Transformation in seiner Rolle als Managing Director bei Piela & Co. Digital Consultants. Außerdem betreibt er den Digital Insurance Podcast, für den er mit Managern aus der Branche über die Herausforderungen der Digitalisierung spricht. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter insurancemedia.de/podcast.
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