Droht dem deutschen Immobilienboom ein jähes Ende? | AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft
AssCompact - Facebook AssCompact - LinkedIN AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Whats App AssCompact - Whats App

Droht dem deutschen Immobilienboom ein jähes Ende?
27. März 2019

Droht dem deutschen Immobilienboom ein jähes Ende?

Die deutsche Immobilienbranche boomt. Mittlerweile trauen viele Unternehmen dem Braten aber nicht mehr. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat sich das Immobilienklima in Deutschland stark verschlechtert. Droht damit schon bald ein Ende des Immobilienbooms?


Die deutsche Immobilienbranche boomt. Mittlerweile trauen viele Unternehmen dem Braten aber nicht mehr. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat sich das Immobilienklima in Deutschland stark verschlechtert. Droht damit schon bald ein Ende des Immobilienbooms?


Droht dem deutschen Immobilienboom ein jähes Ende?

In der Frühjahrsbefragung des IW Immobilien-Index bewerten die Unternehmen der deutschen Immobilienwirtschaft die Lage mit einem Wert von 76,3. Das ist ein deutlicher Rückgang von 5,8 Punkten gegenüber dem Vorquartal. Die Erwartungen sinken gleichzeitig um 3,3 auf 6,8 Punkte. Nur 16% der Unternehmen erwarten für die nächsten 12 Monate eine verbesserte Entwicklung, 75% eine etwa in gleichbleibende. 9% rechnen hingegen mit einer eine Verschlechterung.

Deutlich verschlechterte Werte

Das Immobilienklima, das dem Mittelwert der Salden aus der Geschäftslage und der Erwartungen entspricht, ist auf den niedrigsten Wert seit dem Beginn des IW Immobilien-Index im Jahr 2014 gesunken. Im Vergleich zum Vorquartal verringert sich der Wert um 4,4 Prozentpunkte auf 39. Insgesamt sind die Parameter damit im Vergleich zu den Jahren zuvor deutlich schwächer. Allerdings sind sie dem IW zufolge immer noch solide und vor allem weiterhin aufwärtsgerichtet.

Droht dem deutschen Immobilienboom ein jähes Ende?
Wohnimmobilien am stärksten betroffen

Am stärksten fallen die Einbrüche im Bereich Wohnen aus. Dort sinken die Werte von einem sehr hohen Niveau auf 78,6 (-18,9, Lage) bzw. 2.4 (-7,9, Erwartungen). Wahrscheinlich trüben hier laut dem IW sowohl die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen als auch die regulatorischen Verschärfungen bei der Mietpreisbremse und der Modernisierungsumlage. Allerdings müsse auch beachtet werden, dass die Stimmung im Vorquartal auf einem Rekordniveau lag. Bei den Projektentwicklern verschlechtern sich vor allem die Erwartungen (-13,3 auf 10,2), während die Lage nahezu unverändert sehr gut eingeschätzt wird (-0,6 auf 83,7).

Gewerbeimmobilien relativ stabil

Bei Handelsimmobilien entwickelt sich die Lage negativ (-20 auf 70,4), im Bürosegment hingegen positiv (+13,5 auf 82). Die Erwartungen laufen bei beiden Teilsegmenten jedoch gegenläufig. Dies lässt sich folgendermaßen interpretieren: Büroprojekte sind weiterhin stark nachgefragt und lukrativ, jedoch befürchten die Investoren die abnehmende Dynamik beim Beschäftigungsaufbau und der Konjunktur. Bei den Handelsimmobilien ist die Situation sehr unterschiedlich. Fachmärkte seien weiter gefragt, während viele Einkaufszentren und klassische Kaufhäuser unter Druck geraten.

Immobilienpreise dürften weiter steigen

In Bezug auf die weitere Entwicklung der Immobilienpreise bleibt die Branche zuversichtlich. So erwarten 54% eine steigende Wertentwicklung für ihre Immobilienbestände. 46% gehen zumindest von konstanten Preisen aus. Preisrückgänge erwartet niemand. Bei den Mieten ist der Befund ähnlich deutlich: 58% erwarten steigende Mieten, 40% konstante Mieten. Somit gehen nur 2% von sinkenden Mieten aus.

Weiter auf Wachstum eingestellt

Trotz der eingetrübten Stimmung sehen sich meisten Immobilienunternehmen weiter auf Wachstumskurs. 59% wollen ihre Immobilienbestände ausweiten. 25% wollen ihre Bestände konstant halten. Nur 16% verringern ihre Bestände. Vom Aufbau von Überkapazitäten ist der Markt dem IW zufolge weit entfernt. Die Gefahr hoher Leerstände mit einer langen Konsolidierungsphase drohe dem Markt bei einer abflauenden Konjunktur bislang nicht. Auch die Finanzierungsbedingungen schätzen die Immobilienunternehmen weiterhin sehr gut ein. Nur 15% gehen davon aus, dass sie sich in den nächsten zwölf Monaten verschlechtern werden. (mh)




Ähnliche News

Die Immobilienpreise in Deutschland entwickeln sich seit Jahren rasant nach oben. Die HG Grundstücksgesellschaft hat sich nicht zuletzt deshalb aus fast allen Immobilienklassen zurückgezogen. In Bestandsimmobilien an medial wenig beachteten Standorten sieht Geschäftsführer Peter Götz allerdings nach wie vor großes Potenzial – wenn man es richtig angeht. weiterlesen
Für den Postbank Wohnatlas 2019 haben Experten bundesweit Kauf- und Mietpreise beleuchtet. Laut Analyse fallen in 386 von 401 Kreisen für eine Finanzierung weniger als 30% vom Durchschnittseinkommen an. In mehr als jedem vierten Kreis ist die monatliche Belastung beim Kauf geringer als die Miete. weiterlesen
„OPPENFIELD – The European Real Estate Network“ heißt die neue europaweite Immobilienplattform, die von Geschäftsführern der früheren Oppenheim Immobilien KAG gegründet wurde. OPPENFIELD bietet strategische Immobilienberatung für institutionelle Anleger sowie lokales Asset- und Property-Management. weiterlesen


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.