Interview mit Jan-Peter Diercks, Vorstand Vertrieb und Marketing bei der LKH
Herr Diercks, bei der LKH treffen gleich mehrere Ereignisse zusammen: Das 100-jährige Jubiläum des Unternehmens und seine konsequente Transformation. Wie geht das zusammen?
Unser 100-jähriges Jubiläum ist weit mehr als eine Zahl: Die LKH hat sich in den 100 Jahren als PKV-Spezialist ein enormes Vertrauen am Markt erarbeitet. Dazu kommen hohe fachliche Kompetenz und eine außergewöhnliche Finanzstärke. Dieses starke Fundament gibt uns heute die Möglichkeit, unsere Neupositionierung professionell, innovativ und mit langfristiger Perspektive umzusetzen.
Wir sehen jetzt schon, dass unsere Transformation ihre Ziele erreicht: Das Neugeschäft war über alle Produkte hinweg 2025 fast dreimal so hoch wie im Vorjahr. Das ist ein schöner Beweis für die in weiten Teilen bereits erfolgreich umgesetzten Schritte und die deutlich verbesserte Positionierung der LKH bei Vermittlern und Kunden.
Welche nächsten Meilensteine sind geplant?
Mit neuen Produkten haben wir bereits großartige Fortschritte erzielt. Jetzt bringen wir das nächste starke Produkt in der Krankenvollversicherung auf den Markt – eine Tariflinie für den Beamtenmarkt. Und wir bedienen direkt zum Start Beamte und Anwärter gleichzeitig.
Der Beamtenmarkt gilt als etabliert und stark umkämpft. Warum lohnt es sich, Beamte als Kunden zu gewinnen?
Der Beamtenmarkt ist vertrieblich hochattraktiv und bietet großes Potenzial, denn der öffentliche Dienst steht vor einem erheblichen Personalbedarf: In den kommenden Jahren werden in Schulen, Verwaltungen sowie bei Polizei und Bundeswehr viele neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigt. Bis zum Jahr 2030 werden 1 Million Stellen neu zu besetzen sein. Damit wächst auch die Zahl der Menschen, die erstmals eine passende Absicherung im Beihilfesystem suchen. Und viele bleiben ein Leben lang.
Entsprechend hoch ist ihr Anspruch auf einen leistungsstarken, zukunftssicheren und anpassbaren Versicherungsschutz. Genau daran haben wir uns ausgerichtet und bauen auf unserer Kompetenz auf, die wir als PKV-Spezialist in all den Jahren auch im Beihilfemarkt aufgebaut haben.
Welche spezifischen Anforderungen haben Beamte heute, die sich in puncto Restkostenversicherung beraten lassen?
Mit der Frage hat sich unser Produktmanagement eingehend beschäftigt. Unser BeihilfeUpgrade ist deshalb so marktnah, weil die Tarife nicht am Reißbrett entstanden sind. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, haben wir genau hingesehen mithilfe von Befragungen der Zielgruppe und Internetforen. Außerdem haben wir eine Vielzahl sehr erfolgreicher und etablierter Beihilfevermittler befragt und deren Wünsche und Vorstellung einer optimalen Tarifgestaltung in den Entwicklungsprozess einbezogen.
Im Beihilfemarkt ist eine Absicherung gefragt, die Orientierung, Flexibilität und hochwertige Leistungen verbindet. Der Fokus liegt klar auf Selbstbestimmung sowie Kontrolle über Gesundheit und Kosten. Während Beamte besonderen Wert auf Leistungsqualität, umfassende Absicherung und eine starke Ergänzung zur Beihilfe legen, wünschen Anwärter vor allem einen bezahlbaren Einstieg.
Und natürlich werden moderne Prozesse erwartet, beispielsweise eine App mit weitreichenden Funktionen. Pünktlich zur Produkteinführung wird unsere App deshalb um neue Features erweitert.
Wie sieht Ihre Lösung aus, um die Lücken der Beihilfe für die individuellen Bedürfnisse zu schließen?
Beihilfe ist immer nur ein Teil der eigenen Absicherung. Wie groß der Ergänzungsbedarf ist, hängt vom Beihilfesatz des Dienstherrn und der persönlichen Lebenssituation ab. Deshalb bieten wir einen Grundbaustein und verschiedene Ergänzungen: Der Restkostentarif bildet die leistungsstarke Grundlage und kann zunächst auch allein abgeschlossen werden. Für eine noch höhere Kostenerstattung und umfangreichere Leistungen stehen die Ergänzungstarife Komfort oder Premium zur Verfügung. Der Ergänzungstarif Premium schließt die Beihilfelücken: nicht nur in Höhe der versicherten Prozentstufe, sondern mit einer wirklichen 100%-Erstattung der versicherten Leistungen – unabhängig davon, ob die Beihilfe gar nicht oder nur teilweise leistet.
Sind eine bessere Behandlung und Unterbringung im Krankenhaus das Ziel, ergänzen zusätzlich stationäre Bausteine den Versicherungsschutz – bis hin zur Unterbringung im Einbettzimmer.
Anwärterinnen und Anwärter bekommen in Bezug auf die Erstattungsleistungen identische Tarife wie Beamte, sie profitieren allerdings von deutlich günstigeren Beiträgen.
Die Berufswahl im öffentlichen Dienst ist eine Lebensentscheidung – welche Möglichkeiten haben Beamtenanwärter und Beamte im Laufe der Zeit?
Wir haben darauf geachtet, die Absicherung flexibel an veränderte Lebenssituationen anpassen zu können.
Familienplanung ist ein großes Thema, deshalb bieten wir mit der Beitragsbefreiung von Kind und einem Elternteil in Elternzeit bis zu sechs Monate für die Beratung einen deutlichen Vorteil.
Zahlreiche integrierte Optionen sind beispielsweise eine Erweiterung des Versicherungsschutzes innerhalb der Produktlinie ohne erneute Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeiten. Wenn ein Beihilfeanspruch auf stationäre Wahlleistungen entfällt, kann der bestehende Versicherungsschutz ohne erneute Gesundheitsprüfung erweitert werden.
Was können Vermittler heute von der LKH erwarten, um die Zielgruppe Beamte und Anwärter erfolgreich zu erschließen?
Die private Krankenversicherung ist ein attraktives, aber auch anspruchsvolles Geschäftsfeld. Bei der Beihilfe sind die Anforderungen hoch, weil die Beratung komplex ist und Kunden verständlicherweise viele Fragen haben.
Vermittler erwarten deshalb deutlich mehr als wettbewerbsfähige Tarife. Entscheidend sind kompetente Ansprechpartner, schnelle Entscheidungen, hohe Servicequalität und eine starke fachliche Unterstützung. Genau das bieten wir. Mit persönlicher Betreuung und praxisnahem Wissenstransfer. Eines von vielen Beispielen für diesen Support ist unser LKH-Vermittlercampus. Wir unterstützen unsere Vertriebspartner auf dem Campus dabei, ihr Fachwissen kontinuierlich auszubauen und ihre Kunden sicher zu beraten.
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