AssCompact suche
Home
Assekuranz
18. März 2026
Elementarpflichtversicherung: So hoch könnten Prämien steigen

1 / 2

Elementarpflichtversicherung: So hoch könnten Prämien steigen

Elementarpflichtversicherung: So hoch könnten Prämien steigen

Eine verpflichtende Elementarversicherung ist immer noch auf der politischen Agenda. Nun hat eine Studie ausgerechnet, wie hoch die Mehrkosten über alle 36 deutschen Risikozonen hinweg sein können. Um es kurz zu machen: Für Menschen, die in Zonen mit höherem Risiko wohnen, könnte es teuer werden.

Derzeit sind etwa 57% der deutschen Wohngebäude gegen Elementarschäden abgesichert. Wenn es nach der Politik ginge, wäre diese Zahl deutlich höher. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung wurde daher festgehalten, dass man sich auf die Einführung einer verpflichtenden Elementarversicherung verständigt hat. Ob und wann eine solche Pflichtabsicherung kommen könnte, ist noch nicht sicher. Ähnlich unsicher sind die Details – etwa ob eine Opt-out-Lösung im Bestand integriert werden soll, bei der Versicherungsnehmer dem Schutz aktiv widersprechen müssen.

Studie ermittelt reale Zusatzkosten für Elementarschutz

Vor dem Hintergrund der politischen Debatte hat ein Team von Wissenschaftlern ausgerechnet, wie hoch die Zusatzkosten einer verpflichtenden Elementarabsicherung tatsächlich sein könnten. Die Studie wurde von Prof. Dr. h.c. Hartmut Nickel-Waninger von der Goethe-Universität in Frankfurt initiiert und von der fb research GmbH durchgeführt.

Für die Studie wurde ein einheitliches Musterhaus im Wert von ca. 500.000 Euro definiert und auf über 1.000 reale Adressen übertragen, die über alle 36 deutschen Risikozonen hinweg liegen. Die Risikozonen ergeben sich aus den vier Hochwassergefährdungsklassen (auch ZÜRS-Zonen genannt), drei Starkregen-Gefährdungsklassen und drei Erdbebenzonen. Als besonders gefährdet gilt dabei die ZÜRS-Zone 4 insgesamt und auch die ZÜRS-Zone 3, insbesondere wenn das Gebäude zusätzlich in der Starkregenzone 3 liegt.

Für jede dieser Adressen wurden systematisch über mehrere Anbieter Prämien mit und ohne Elementarkosten berechnet, um die tatsächlichen Zusatzkosten zu ermitteln. Der Selbsthalt lag im Musterbeispiel bei 500 Euro.

Differenz zwischen den Zonen „erheblich“

Bei jeder der insgesamt 1.094 Adressen hat die fb research GmbH die 39 günstigsten Angebote ausgewiesen. Über alle Adressen hinweg finden sich insgesamt 13 Anbieter, darunter sowohl größere als auch kleinere Unternehmen und ein Assekuradeur. Regional tätige Versicherer waren nicht vertreten, heißt es in der Studie. Insgesamt haben die Wissenschaftler über 80.000 bereinigte Angebote verarbeitet.

Auffällig sei zunächst die „erhebliche Differenz“ der Elementarschadenbeiträge zwischen den Zonen 1 nach 2 und dann insbesondere zwischen 2 und 3, so die Studie. Während der Elementaranteil in der Risikozone 1 am Gesamtbeitrag mit Elementarschutz zwischen 20% und 30% ausmacht, beträgt er in der Zone 2 bereits rund 50%. In der Zone 3 macht er sogar rund 75% des Gesamtbeitrages aus.

Seite 1 Elementarpflichtversicherung: So hoch könnten Prämien steigen

Seite 2 Zusatzkosten je nach Zone zwischen 19 und 3.000 Euro