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Erhöhter Rechnungszins lässt Pensionsverpflichtungen sinken
30. Januar 2019

Erhöhter Rechnungszins lässt Pensionsverpflichtungen sinken

Das Pensionsvermögen sowie der Wert der Pensionsverpflichtungen der Dax-30-Unternehmen haben sich 2018 verringert. Dies meldet das Beratungsunternehmen Mercer anhand eigener Schätzungen. Für Entlastung bei den Verpflichtungen sorge laut Mercer der leicht gestiegene Rechnungszins.


Das Pensionsvermögen sowie der Wert der Pensionsverpflichtungen der Dax-30-Unternehmen haben sich 2018 verringert. Dies meldet das Beratungsunternehmen Mercer anhand eigener Schätzungen. Für Entlastung bei den Verpflichtungen sorge laut Mercer der leicht gestiegene Rechnungszins.


Erhöhter Rechnungszins lässt Pensionsverpflichtungen sinken

Im Jahr 2018 ist der Wert der Pensionsverpflichtungen der 30 Unternehmen im Deutschen Aktienindex (DAX) von 380,8 Mrd. Euro auf etwa 368 Mrd. Euro gesunken. Das Pensionsvermögen im IFRS-Abschluss verringerte sich von 258,0 Mrd. Euro auf etwa 250 Mrd. Euro. Zu diesen Ergebnissen kommt das Beratungsunternehmen Mercer im Rahmen einer Schätzung auf Basis der Geschäftsberichte der DAX 30-Unternehmen sowie aktueller Kapitalmarktinformationen.

Rechnungszins sorgt für Entlastung bei den Verpflichtungen

Im vergangenen Jahr haben die Commerzbank und ProSiebenSat.1 Media den DAX 30 verlassen, Covestro und Wirecard kamen neu hinzu. Dadurch verringerte sich der Verpflichtungswert um 5,4 Mrd. Euro auf 375,4 Mrd. Euro. Ende 2018 lag der Wert mit etwa 368 Mrd. Euro um gut 7 Mrd. Euro oder etwa 2% niedriger als der so angepasste Vorjahreswert. Diese Verringerung erklärt Mercer in erster Linie durch den leicht erhöhten Rechnungszins. Auch im Vorjahr war der Rechnungszins bereits leicht angestiegen. Die Verringerung der Pensionsverpflichtungen, die sich daraus ergeben hatte, fiel mit etwa 4 Mrd. Euro aber noch geringer aus. „Von einer deutlichen Trendwende kann noch nicht gesprochen werden“, erklärt Thomas Hagemann, Chefaktuar von Mercer Deutschland.

Rein bilanzielle Bewertung

Ohne eine Änderung beim Rechnungszins und ohne die Veränderung bei der Zusammensetzung des DAX wären laut Mercer die Verpflichtungswerte fast unverändert geblieben. Denn Dienstzeit- und Zinsaufwand waren 2018 in etwa genauso groß wie die getätigten Zahlungen. Wie Mercer unterstreicht, handle es sich beim Rückgang der Pensionsverpflichtungen zunächst allerdings nur um eine rein bilanzielle Bewertung. Die Verpflichtungen selbst sind in der Regel nicht zinsabhängig.

Verringerung des Pensionsvermögens wegen schwierigem Aktienjahr

Aufgrund der geänderten Zusammensetzung des DAX 30 verringerte sich das Pensionsvermögen um gut 6 Mrd. Euro auf 251,9 Mrd. Euro. Das so angepasste Vermögen ist 2018 weiter gesunken, was in erster Linie dem schwierigen Aktienjahr 2018 geschuldet ist, dass insgesamt negativ geschlossen hat. Die geschätzte Gesamtrendite der DAX 30-Unternehmen beträgt ca. –3%. Hätten die Unternehmen nicht zusätzliche Zuführungen zu den Planvermögen geleistet, hätte sich das Pensionsvermögen noch mehr verringert, so Mercer. Die Zuführungen lagen im vergangenen Jahr bei schätzungsweise 3,5 Mrd. Euro über den Auszahlungen.

Pensionsverpflichtungen sehr gut mit Pensionsvermögen bedeckt

Wie Mercer weiter mitteilt, ist der Deckungsgrad der Pensionsverpflichtungen mit etwa 68% im Vergleich zu 69% im Vorjahr leicht gesunken, liegt aber gegenüber den vorherigen Jahren immer noch auf überdurchschnittlichem Niveau. „Im Vergleich zur restlichen Wirtschaft in Deutschland sind die Verpflichtungen der DAX 30-Unternehmen sehr gut mit Pensionsvermögen bedeckt“, sagt Jeffrey Dissmann, Senior Investment Consultant bei Mercer. Es gelte zu beachten, dass in Deutschland keine Pflicht besteht, Pensionsvermögen zu bilden. Aufgrund der gesetzlichen Insolvenzsicherung durch den Pensions-Sicherungs-Verein a. G. ist auch die Notwendigkeit nicht gegeben, die Versorgungsberechtigten über Pensionsvermögen abzusichern. Dennoch würden sich immer mehr Unternehmen für die Bildung von eigenem Pensionsvermögen entscheiden. (tk)




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