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6. November 2026
FiDA-Aus: Warum Versicherer und Makler jetzt handeln sollten

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FiDA-Aus: Warum Versicherer und Makler jetzt handeln sollten

FiDA-Aus: Warum Versicherer und Makler jetzt handeln sollten

Versicherer im Zugzwang: Maschinen-Schnittstellen und Agentenfähigkeit

Versicherungsunternehmen sollten sich vom Ende von FiDA keinesfalls zum Stillstand verleiten lassen. Schon heute sind Large Language Models (LLMs) in der Lage, komplexe Informationen aus Versicherungspolicen zu strukturieren, während KI-Agenten künftig selbstständig Portale und Vergleichsangebote einbeziehen werden. Das Aus von FiDA verhindert diese Anwendungsfälle keineswegs, es verändert lediglich die technischen Rahmenbedingungen. Versicherer müssen ihre Produkte und Services deshalb künftig nicht mehr nur für menschliche Kunden, sondern zwingend auch für Maschinen zugänglich machen. Neben der klassischen Kundenschnittstelle wird eine dedizierte Maschinen-Schnittstelle unentbehrlich. Datenqualität, digitale Abschlussfähigkeit und die sogenannte Agentenfähigkeit werden damit selbst zu zentralen Vertriebsfaktoren.

Die Zukunft der Beratung: Makler mit KI statt das Ende des Maklers

Aus der Kombination von KI und Open Finance das Ende des unabhängigen Vermittlers abzuleiten, greift zu kurz. Gerade Makler können zu den großen Gewinnern der Transformation zählen, wenn sie ihre Unabhängigkeit und persönliche Beratungskompetenz gezielt mit KI-Werkzeugen verbinden. Der Makler der Zukunft muss nicht mehr jede Police manuell prüfen und jeden Tarif einzeln vergleichen. Seine eigentliche Aufgabe verlagert sich darauf, KI-generierte Ergebnisse einzuordnen, komplexe Lebensentscheidungen zu begleiten und persönliche Verantwortung für den Kunden zu übernehmen. Vertrauen und langfristige Beziehungen entstehen auch weiterhin durch echte Beratung und Leistung. Nicht der Makler wird durch KI ersetzt – vielmehr gerät der Makler ohne KI gegenüber dem Makler mit KI unter Druck.

Empfehlungen für das Management: Was Vorstände jetzt tun sollten

Für Vorstände empfiehlt es sich, das Ende von FiDA zu nutzen – allerdings nicht, um die eigene Open-Finance-Roadmap zu streichen, sondern um sie zu überprüfen und die eigene Strategie bei Bedarf zu optimieren. Folgende Leitfragen können dabei helfen: Welche eigenen Daten besitzen wir im Unternehmen, welche fremden Daten benötigen wir wirklich für ein besseres Kundenerlebnis? Welche konkreten Kundenprobleme lassen sich durch Datenintegration nachhaltig lösen? Und mit Blick auf Agentic-Finance: Wie verändern sich unsere Kundenprozesse, wenn künftig KI-Agenten auf Kundenseite mit unseren Systemen interagieren?

Das Ende des FiDA-Vorschlags markiert nicht das Ende von Open Finance, sondern den Übergang von einer rein regulatorischen Pflichtaufgabe hin zu einer marktgetriebenen Innovationschance. Wer jetzt die Voraussetzungen schafft, baut nicht nur Risiken ab, sondern sichert sich aktiv die Kundenschnittstelle der Zukunft.

Über den Autor

Knut Besold ist Partner bei KPMG im Bereich Financial Services. Als Teil des Management Consulting Teams verantwortet er insbesondere die Themen End-2-End-Transformation und Vertrieb. Seit über 17 Jahren berät Knut Besold Finanzdienstleister, Versicherer und Makler entlang der gesamten Wertschöpfungskette und unterstützt sie bei der erfolgreichen Transformation ihres Geschäftsmodells.

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