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3. Dezember 2020
Finanzberater kommen gut durch die Corona-Pandemie

Finanzberater kommen gut durch die Corona-Pandemie

Finanzberater leiden bisher wenig unter der Corona-Pandemie. Das geht aus einem aktuellen Beraterstimmungsbild von Moventum hervor. Deutlich mehr Auswirkungen hat die Krise demnach auf die Arbeitsweise der Berater und auf die Interessen und Beratungsbedarf der Kunden.

Gut 30% der Berater haben während der Pandemie-Krise ihren Umsatz gesteigert. Bei weiteren rund 50% blieb der Umsatz gleich. Lediglich ein Fünftel berichtet von sinkenden Umsätze. Das geht aus einem Beraterstimmungsbild hervor, das Moventum im Oktober und November in Deutschland und dem europäischen Ausland einholte.

Arbeitsalltag verändert sich stark

„Dabei hat sich der Arbeitsalltag durchaus verändert“, sagt Sabine Said, Executive Vice President bei Moventum S.C.A. Lediglich 30% der befragten Berater geben an, nicht anders zu arbeiten als vor der Pandemie. In Tschechien liegt der Anteil derjenigen, die keine Änderung verzeichnen, sogar bei null. „Natürlich ist die Arbeit digitaler geworden, die Homeoffice-Zeiten sind deutlich gestiegen“, so Said. Vor allem administrative Aufgaben haben stark zugenommen, sagen rund 30% der Berater in Deutschland, 40% im europäischen Ausland. Die Spitze bildet hier Tschechien mit fast 70 Prozent. „Das liegt auch daran, dass durch den Rückzug ins Homeoffice teilweise Tätigkeiten, die sonst im Backoffice laufen, direkt vom Berater erledigt werden mussten“, sagt Said.

Auch viele Kunden meistern die Krise gut

Nicht nur die Berater sind gemessen an ihrem Umsatz bislang gut durch die Krise gekommen. „Auch manche Kundengruppen haben nach Einschätzung der Berater profitiert“, so Said. „Das betrifft vor allem vermögende Kunden mit Liquidität, die nachinvestieren konnten.“ Und zudem diejenigen, die sehr digital aufgestellt sind. „Für die waren die vielen neuen digitalen Angebote eine Einladung, sich deutlich mehr mit ihren Finanzen zu beschäftigen“, sagt Said.

Stark gestiegener Beratungsbedarf

Der Beratungsbedarf bei den Kunden ist in der Pandemiezeit derweil stark gestiegen. 67,5% der befragten Berater in Deutschland gaben an, dass ihre Kunden mehr Beratung wünschten, im europäischen Ausland sind es im Schnitt noch mehr. „Dabei hat sich der Fokus durchaus verschoben. Sichtbar wurde in dem Stimmungsbild, dass neben Gold und Edelmetallen auch Risiko-Assets wie Aktien verstärkt nachgefragt wurden“, sagt Said. „Auch zeigte sich ein stärkeres Interesse für die Gewinner der Krise, etwa Tech- und Medtech-Firmen.“ Anleihen dagegen sanken weiter in der Nachfrage, was aber auch bereits vor der Krise wegen der niedrigen Zinsen zu beobachten war.

Nachhaltigkeit bleibt ein wichtiges Thema

Während der gesamten Zeit bleibt ESG ebenfalls ein Thema. „Der Trend zu nachhaltigen Anlagen hatte vor der Pandemie gerade Fahrt aufgenommen“, so Said. „Wenn auch ganz zu Beginn wenig dazu nachgefragt wurde, beobachteten viele Berater dann doch einen deutlichen Anstieg.“ Mehr als ein Viertel der Berater sahen hier eine Zunahme bei den Beratungsinhalten. (mh)

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