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29. Juli 2020
Finanztest beleuchtet Grundfähigkeitstarife
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Finanztest beleuchtet Grundfähigkeitstarife

In ihrer aktuellen Ausgabe hat Finanztest Grundfähigkeitsversicherungen unter die Lupe genommen. Insgesamt 31 Tarife von 18 Gesellschaften haben die Tester analysiert. Qualitätsurteile wurden nicht vergeben, drei Tarife sind als „empfehlenswert“ eingestuft.

In den vergangenen Jahren hat das Angebot an Grundfähigkeitsversicherungen zugenommen, mit denen sich der Verlust von Fertigkeiten wie beispielsweise Hören, Sehen oder Treppensteigen absichern lässt. Nun hat sich Stiftung Warentest die entsprechenden Produkte auf dem Markt in ihrer akteuellen Ausgabe von Finanztest näher angesehen.

Insgesamt 31 Tarife von 18 Gesellschaften wurden untersucht. Im Vergleich mit anderen Untersuchungen von Grundfähigkeitstarifen hat Finanztest weniger Angebote beleuchtet als etwa MORGEN & MORGEN, die in ihre Analyse 53 Tarife von 22 Anbietern einbezogen (AssCompact berichtete). In einer Studie von Franke und Bornberg von 2019 waren es 45 Tarife und Tarifkombinationen von 17 Gesellschaften (AssCompact berichtete). Wonach sich die Auswahl der Anbieter richtete, dazu macht Finanztest keine gesonderten Angaben.

Drei Tarife sind „empfehlenswert“

Auf Qualitätsurteile verzichtet Stiftung Warentest. Insgesamt drei Tarife werden als „empfehlenswert“ angesehen. Das sind die „Körperschutzpolice E2302 der Allianz, der „Premium Grundfähigkeitsschutz“ von Canada Life und der Tarif „SI WorkLife Komfort-Plus“ der SIGNAL IDUNA. Das Angebot von Canada Life liegt dabei preislich am günstigsten.

Was macht einen guten Schutz aus?

Als Kriterien für eine gute Absicherung gegen den Verlust von Grundfähigkeiten nennt Stiftung Warentest:

  • Erforderliche Mindestdauer der Beeinträchtigung
  • Absicherung bei Verlust einer der versicherten sensorischen Fähigkeiten
  • Absicherung bei Verlust einer der versicherten motorischen Fähigkeiten
  • Absicherung bei Verlust einer der versicherten intellektuellen und geistigen Fähigkeiten
  • Absicherung bei Verlust der Mobilität
  • Schutz bei Pflegebedürftigkeit
  • Nachversicherungs-Garantie
  • Möglichkeit der Leistungsdynamik
  • Hilfe bei Zahlungsschwierigkeiten
  • Keine Meldepflicht bei verbesserter Gesundheit
Vier Modellkunden

Der Vergleich der Beiträge erfolgte an vier Modellkunden: ein Controller, ein Industriemechaniker, ein Musiker und ein Fliesenleger, wobei allerdings das Eintrittsalter unterschiedlich war (von 25 bis 30 Jahre) wie auch die Höhe der vereinbarten Monatsrente im Leistungsfall (zwischen 1.500 bis 2.000 Euro). Die Jahresbeiträge variieren bei den Modellkunden zwischen knapp 500 bis über 2.300 Euro.

Auch Funktionsinvaliditätsversicherungen unter der Lupe

Daneben haben die Tester auch Funktionsinvaliditätsversicherungen beleuchtet, die bei schweren Erkrankungen, Unfällen oder dem Verlust einer oder mehrerer Grundfähigkeiten leisten. Allerdings seien die Hürden hier meist höher als bei der Grundfähigkeitsversicherung, wie Finanztest schreibt. Insgesamt kamen zehn Tarife von sieben Anbietern auf den Prüfstand. Überzeugt haben die Tester die beiden Tarife „Opti5Rente PremiumSchutz“ und „Opti5Rente Top-Schutz“ der Barmenia.

Keine allgemeingültigen Standards

Statt Qualitätsurteilen hat Finanztest für Kunden die Empfehlung, sich genau zu überlegen, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten im Beruf gebraucht werden. Denn was Begriffe wie „Sitzen“ genau bedeuten oder „Verlust der Leistungsfähigkeit“, würden die Versicherer individuell festlegen. „Allgemeingültige Standards dazu gibt es in der Grundfähigkeitenversicherung kaum“, schreibt Finanztest.

Die Favoriten der Makler

Laut Studie „AssCompact AWARD – BU/Arbeitskraftabsicherung 2020“ sind in der Grundfähigkeitsversicherung die Favoriten der unabhängigen Vermittler die NÜRNBERGER und Swiss Life in der Kategorie „Produktqualität“. In der Kategorie „Preis-Leistungsverhältnis“ können Canada Life und Swiss Life bei den Maklern die meisten Punkte sammeln (mehr Informationen zur Studie finden Sie hier). (tk)

Bild: © Tiko – stock.adobe.com