AssCompact suche
Home
Immobilien
29. Juli 2026
Firmen bauen Büros für mehr direkten Austausch um
Firmen bauen Büros für mehr direkten Austausch um

Firmen bauen Büros für mehr direkten Austausch um

Unternehmen richten ihre Büros zunehmend auf mehr soziale Interaktion hin aus. Laut einer Studie wird dies vor allem bei der Flächengestaltung deutlich: So sind Flächen für soziale Begegnung und informellen Austausch um 120% gestiegen.

Firmen gestalten ihre Büros immer mehr dahingehend um, dass mehr Zusammenarbeit möglich ist und die Unternehmenskultur gefördert wird. Das zeigt der vierte und abschließende Teil der Studienreihe „2026 Global Workplace & Occupancy Insights“ von CBRE. Besonders deutlich lässt sich dies am Wandel bei der Flächengestaltung ablesen: So hat sich der Anteil sogenannter Amenity-Flächen – also Bereiche für soziale Begegnung und informellen Austausch – um 120% erhöht. Zugleich ist der Anteil klassischer Einzelarbeitsplätze von 56% auf 35% zurückgegangen. Unternehmen schaffen also mehr Arbeitsumgebungen, die persönliche Zusammenarbeit gezielt fördern und den Mehrwert des Büros gegenüber dem Home-Office stärken, wie es von CBRE dazu heißt.

„Das Büro der Zukunft wird erfolgreich sein, weil es etwas bietet, was das Home-Office nicht leisten kann: Es schafft menschliche Verbindungen, die Engagement, Leistungsfähigkeit und die Widerstandsfähigkeit von Organisationen fördern“, erklärt Stephan Leimbach, Head of Occupier Accounts & Consulting bei CBRE in Deutschland.

Fest zugewiesene Arbeitsplätze büßen an Relevanz ein

Auch die Arbeitsplatzkonzepte sind einem Wandel unterworfen: Fest zugewiesene Arbeitsplätze verlieren weiter an Relevanz: Ihr Anteil hat sich seit 2021 von 83 auf 55% verringert. Der Anteil hybrider Arbeitsplatzmodelle und Desk Sharing hat hingegen von 12% auf 36% zugelegt. Laut Studie berücksichtigen gleichzeitig mittlerweile 83% der Unternehmen die jeweilige Tätigkeit ihrer Mitarbeiter bei der Planung von Arbeitsplatzquoten. 78% orientieren sich zusätzlich an tatsächlichen Auslastungsdaten. Somit erfolgt die Büroplanung zunehmend datenbasiert und auf die tatsächlichen Arbeitsweisen der Beschäftigten ausgelegt.

KI lässt Wert des Büros steigen

Auch der immer stärkere Einsatz künstlicher Intelligenz dürfte den Studienautoren die Bedeutung des Büros künftig weiter erhöhen. So wird die weltweite Nutzung sogenannter KI-Agenten innerhalb des kommenden Jahres voraussichtlich um 327% steigen. Bereits 79% der Unternehmen setzen entsprechende Lösungen ein, während 88% der Führungskräfte ihre Investitionen in KI bis zur zweiten Hälfte des Jahres 2026 weiter erhöhen wollen.

Laut CBRE würden die bisherigen Erfahrungen aber zeigen, dass KI den Arbeitsalltag zunächst nicht verkürzt. Beschäftigte mit hoher KI-Nutzung arbeiten derzeit durchschnittlich 2,75 Stunden pro Woche mehr als zuvor. Da KI aber immer mehr Routineaufgaben erledigen, gewinnen persönliche Zusammenarbeit, Kreativität und Urteilsvermögen an Bedeutung. Dies wiederum hat zur Folge, dass auch das Büro als Ort für gemeinsames Arbeiten und Innovation an Relevanz zunimmt.

„Wir gehen davon aus, dass die Büroauslastung bis mindestens 2027 weiter steigen wird. Unternehmen, die frühzeitig in kollaborative Flächen, Aufenthaltsqualität und intelligente Gebäudetechnologien investieren, werden nach Einschätzung unserer Studie zufolge am stärksten von dieser Entwicklung profitieren“, sagt Dr. Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland. (tik)

Das könnte Sie auch interessieren:
KI bei Versicherern: Längst Praxis, aber Entlastung fehlt