Nachdem der Anbieter WERTGRUND vor einigen Wochen mitgeteilt hatte, seinen offenen Immobilienfonds „WERTGRUND WohnSelect D“ vorübergehend zu schließen (AssCompact berichetete), folgt nun der nächste offene Immobilienfonds. Mit Wirkung zum 26.02.2026 (12.00 Uhr) sind die Rücknahme und Ausgabe der Anteile für den offenen Immobilien-Publikumsfonds FOKUS WOHNEN DEUTSCHLAND gestoppt worden. Die Rücknahme der Anteile wurde gemäß den gesetzlichen Vorgaben ausgesetzt, da die liquiden Mittel des Sondervermögens nicht ausreichen oder nicht sogleich zur Verfügung stehen, um sowohl den Rücknahmepreis für die zur Rückgabe fälligen Anteile zu zahlen als auch die ordnungsgemäße laufende Bewirtschaftung des Sondervermögens sicherzustellen, wie es in einer Mitteilung heißt.
Den FOKUS WOHNEN DEUTSCHLAND hat die IntReal International Real Estate Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH im Jahr 2015 aufgelegt und seitdem verwaltet. Das Asset-Management liegt bei der INDUSTRIA Immobilien GmbH. Das Sondervermögen investiert überwiegend in deutsche Wohnimmobilien in Ballungsräumen und hält aktuell 45 Objekte mit insgesamt 2.743 Wohn- und 163 Gewerbeeinheiten. Das Bruttofondsvermögen beläuft sich auf rund 993 Mio. Euro.
Offene Immobilienfonds unter Druck
Wie es in der Unternehmensmitteilung zur Begründung weiter heißt, seien Finanzierungskosten infolge der Zinswende 2022 und der anhaltenden Krise am Immobilienmarkt deutlich gestiegen, Transaktionen würden länger dauern und das gesamte Transaktionsvolumen sei gesunken. Aufgrund des veränderten Kapitalmarktumfeld seien alternative Anlageformen für viele Anleger wieder attraktiver geworden. Die offenen Immobilien-Publikumsfonds seien von dieser Entwicklung zeitverzögert betroffen und hätten seit mehr als zwei Jahren mit hohen Nettomittelabflüssen zu kämpfen. Eine Trendwende sei aktuell nicht absehbar.
Da sich die Entwicklung seit Dezember 2025 noch einmal verstärkt habe, hat sich die IntReal International Real Estate Kapitalverwaltungsgesellschaft dazu entschlossen, die Rücknahme der Anteile auszusetzen. Seit 2024 wurden insgesamt zehn Objekte mit einem Volumen von 163 Mio. Euro verkauft, was aber nicht ausreicht. Der weitere Erfolg der Verkäufe sei schwer zu planen. Gleiches gelte für etwaige weitere Mittelabflüsse, teilen IntReal und INDUSTRIA mit.
Rücknahme soll so schnell wie möglich wieder erfolgen
„Die Entscheidung über die Aussetzung wurde nach einer sorgfältigen Abwägung aller Argumente getroffen. Oberstes Ziel ist, die Interessen aller Anleger zu wahren – die Interessen der investierten Anleger und die Interessen derjenigen, die ihre Anteile zurückgegeben haben oder dies noch tun werden“, erklärt Thomas Wirtz FRICS, Geschäftsführer, INDUSTRIA Immobilien.
„Unsere Kapitalverwaltungsgesellschaft ist bestrebt, die Rücknahme der Anteile so schnell wie möglich wieder aufzunehmen. Aktuell wurden zehn Immobilien für Verkäufe identifiziert, um weitere Liquidität für die Bedienung von Anteilsrückgaben zu generieren“, erläutert Jens Grathwol, Head of Fund Management bei INDUSTRIA. (tik)
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