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25. Mai 2026
Folgen der Demografie: bAV und bKV gemeinsam denken
Folgen der Demografie: bAV und bKV gemeinsam denken

Folgen der Demografie: bAV und bKV gemeinsam denken

Langlebigkeit heißt länger leben mit der Folge: länger arbeiten, länger gesund bleiben, länger versorgen. Für Vermittler verschiebt sich damit die Rolle weg vom eindimensionalen Produktvertrieb hin zur strategischen Beratung.

Ein Artikel von Martin Fleischer, Produktvorstand, und Frank A. Werner, Vorstand im Konzern Versicherungskammer, Ressort Personenversicherung

Deutschland lebt länger und wird immer älter. Diese demografische Entwicklung ist kein Randthema, sondern ein zentraler Treiber für den künftigen Arbeitsmarkt, die Rentenfinanzierung und Unternehmensstrategien. Betriebliche Altersversorgung und betriebliche Krankenversicherung sind in diesem Umfeld nicht bloß ein „Benefit“, sondern die strategische Antwort auf Fachkräftemangel, Gesundheitsrisiken und die Schließung von Versorgungslücken.

Langlebigkeit als ökonomischer Faktor

Die Lebenserwartung steigt in Deutschland weiter. Heute neugeborene Jungen werden im Schnitt etwa 78, Mädchen über 83 Jahre alt (Destatis 2023). Dadurch verbringen die Menschen mehr Zeit im Ruhestand, derzeit rund 20 Jahre (DRV 2022/2023). Gleichzeitig wächst laut Eurostat die Zahl der Älteren im Verhältnis zu den Erwerbstätigen: Bis 2040 kommen auf 100 Erwerbstätige fast 50 über 65-Jährige. Das stellt Politik, Unternehmen und Beschäftigte vor Herausforderungen. Sie müssen die Dauer und Struktur der Erwerbstätigkeit neu denken und anpassen, um die Versorgung des Einzelnen und die Produktivität für die Wirtschaft zu sichern. Für die umlagenfinanzierte erste Säule bedeutet Langlebigkeit: Mehr Rentenjahre müssen auf relativ weniger Beitragszahler verteilt werden. Für Betriebe heißt das: längere Erwerbsbiografien und ein stärkerer Fokus auf Prävention und Mitarbeiterbindung.

Betriebliche Altersvorsorge als Chance für eine adäquate Alterssicherung

Das Rentenniveau der gesetzlichen Rente liegt aktuell bei 48% (vor Steuern) des durchschnittlichen Alterseinkommens und soll laut Rentenpaket II langfristig stabilisiert werden. International weist die OECD für Deutschland eine Nettoersatzquote aus verpflichtenden Systemen von rund 52% für Durchschnittsverdiener aus. Ergebnis: Selbst bei durchgängigen Erwerbsbiografien in mittleren Einkommen bleibt eine Lücke – bei Unterbrechungen wird sie größer.

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) mit über 18 Millionen Anwartschaften ist ein zentraler Hebel, um Versorgungslücken im Alter zu schließen. In Großunternehmen ist sie weitverbreitet, in kleinen und mittelständischen Betrieben (KMU) dagegen weniger. Gerade KMU können mithilfe der bAV ihre Mitarbeitenden besser absichern, attraktiver als Arbeitgeber werden und so Unternehmenstreue stärken. Kombiniert man die bAV mit Gesundheitsangeboten wie der bKV und Gesundheitsservices, entsteht für KMU ein echter Mehrwert in Form einer umfassenden betrieblichen Vorsorge.

Gesundheit als ökonomischer Faktor

Gesundheit ist heute ein harter Produktivitätsfaktor. Der TK-Gesundheitsreport 2024 weist für 2023 durchschnittlich 20 Krankheitstage pro Erwerbsperson aus – ein Höchstwert der letzten Jahre. Psychische Erkrankungen nehmen dabei besonders stark zu. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) beziffert die volkswirtschaftlichen Kosten krankheitsbedingter Ausfälle regelmäßig im hohen zweistelligen bis dreistelligen Milliardenbereich pro Jahr.

Gleichzeitig verschärft sich der Fachkräftemangel strukturell. Die Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit dokumentiert für 2023 eine Rekordzahl an Engpassberufen – quer durch Branchen und Qualifikationsniveaus. In diesem Umfeld werden Prävention, schnelle Versorgung und Gesundheitssicherheit zu einem Wettbewerbsfaktor. Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) hat sich daher stark entwickelt: Laut PKV-Verband bieten inzwischen rund 50.000 Unternehmen eine bKV an, aktuell profitieren schon fast drei Millionen Beschäftigte – Tendenz steigend. Ökonomisch wirkt die bKV in drei Richtungen: Sie stabilisiert die Arbeitsfähigkeit, reduziert Kosten für Fluktuation sowie Arbeitsunfähigkeit und stärkt Bindung sowie Arbeitgeberattraktivität.

bAV und bKV zusammendenken

Langlebigkeit heißt länger leben mit der Folge: länger arbeiten, länger gesund bleiben, länger versorgen. Daraus folgt ein integrierter Blick. Die bKV adressiert die gesundheitsbezogenen Risiken längerer Erwerbsphasen, die bAV adressiert die finanzielle Seite eines längeren Lebens. Zusammen ermöglichen sie eine Personalstrategie, die nicht nur rekrutiert, sondern die Leistungsfähigkeit und Motivation der vorhandenen Belegschaft sichert. Für Unternehmen ist das ein Dreiklang aus Absicherung, Prävention und Bindung – und eine Antwort auf die Finanzierungslücke im Alter und den Engpass an Arbeitszeit und Produktivität.

Für Vermittler verschiebt sich die Rolle: weg vom eindimensionalen Produktvertrieb, hin zur strategischen Beratung. Gefragt sind weniger isolierte Produktlösungen, sondern stärker die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erklären und die Bedürfnisse des Kunden zu verstehen: Welche demografischen Risiken treffen das Unternehmen konkret? Wo entstehen Versorgungslücken – finanziell und gesundheitlich? Wie lassen sich Prävention, Bindung und Vorsorge sinnvoll miteinander verknüpfen? Vermittler, die diese Fragen beantworten, werden zu strategischen Gesprächspartnern – und genau darin liegt ihre wachsende Bedeutung.

Die Demografie ist gesetzt: Altenquotient und Rentenbezugsdauer steigen, die Erwerbsbevölkerung schrumpft. Gleichzeitig nehmen chronische und psychische Erkrankungen zu. In diesem Szenario wird betriebliche Vorsorge zum Bestandteil nachhaltiger Unternehmensführung. Vermittler, die Demografie- und Gesundheitsdaten integrieren, Modelle für bAV und bKV aufsetzen und Kommunikation entlang von Lebensphasen etablieren, schaffen messbaren Mehrwert: weniger Fluktuation, stabilere Arbeitsfähigkeit und planbarere – ggf. sinkende – Personalkosten.

Betriebliche Vorsorge wird zum Pflichtprogramm nachhaltiger Unternehmensführung. Sie ist eine Antwort auf eine Realität, der Unternehmen nicht ausweichen können: Menschen leben länger, arbeiten länger und müssen länger leistungsfähig bleiben. Wer daraus keine integrierte Vorsorgestrategie mit bAV und bKV ableitet, reagiert zu spät und wird ggf. im „War for Talents“ auch ein Stück weit abgehängt. Wer beide Komponenten als betriebliche Vorsorge zusammendenkt, handelt rechtzeitig und verbindet ökonomische Vernunft mit Verantwortung für die Menschen im Unternehmen. Entscheidend sind die Bedürfnisse der Kunden: ein langes, selbstbestimmtes, gesundes Leben mit größtmöglicher finanzieller Sicherheit. Als lebenslanger Partner für Gesundheit und finanzielle Sicherheit unterstützen wir sie dabei – mit ganzheitlicher, kompetenzübergreifender Beratung für mehr Orientierung und Verlässlichkeit, auch in diesem schwierigen Umfeld.

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Ein Artikel von
Martin Fleischer
Frank A. Werner