Diese Schwachstellen haben schwächere Tarife
Trotz des insgesamt positiven Trends sehen die Analysten bei vielen Tarifen nach wie vor strukturelle Schwächen, die für Vermittler und Kunden erhebliche Folgen haben können. Hier die Anmerkungen von Franke und Bornberg:
- Betriebsunterbrechung: fehlende oder zu eng gefasste Deckung von Ertragsausfällen – vor allem bei cloudbedingten Ausfällen
- Drittschäden: Lücken bei immateriellen Schäden, also Schäden, die keine direkten Vermögensschäden sind
- Technische Störungen: unzureichende Abgrenzung zum Eigenschaden
- Sachschäden an versicherten IT-Systemen: unklare oder zu enge Definitionen
- Obliegenheiten: unverhältnismäßig strenge Anforderungen, die im Schadenfall zur Leistungsfreiheit führen können
- Anzeigepflicht bei Gefahrerhöhung: intransparente Regelungen zulasten der Versicherten
Als besonderen Kritikpunkt merken die Experten des Analysehauses an, dass Kunden oft erst im Schadenfall merken, dass ihre Absicherung schwach ist: wenn Deckungslücken sichtbar werden, auf die weder der Vermittler noch der Kunde hingewiesen wurde.
Fazit: Was gute Cyberprodukte ausmacht
Das Erstrating 2018 zeigte „babylonische Begriffsverwirrung, unklare Cloud-Deckungen und weitreichende Deckungslücken bei Drittschäden“, heißt es von Franke und Bornberg. Inzwischen habe die Formulierungspräzision zugenommen, Kernbereiche wie Rückwärtsdeckung und Betriebsunterbrechung seien deutlich häufiger geregelt als noch vor acht Jahren.
Gute Cyberprodukte bieten eine Deckung von Ertragsausfällen bei Betriebsunterbrechung, Schutz bei immateriellen Drittschäden, keine Subsidiarität der Cyberdeckung gegenüber anderen Versicherungen, Rückwärtsdeckung ohne Wissenszurechnung sowie eine zeitliche Befristung der IT-Wiederherstellung von nicht weniger als zwölf Monaten nach Schadeneintritt.
„Unser Cyber-Rating hat von Beginn an eine klare Botschaft gehabt: Transparenz schützt. Wer Schwächen benennt, gibt dem Markt die Chance, sie zu beseitigen. Dass heute erstmals ein Tarif die Höchstnote FFF+ erreicht, ist kein Zufall – es ist das Ergebnis eines langen Wettbewerbs um Qualität, den das Rating ausgelöst hat“, erklärt Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. Zugleich warnt er: „Die Unterschiede zwischen den Tarifen bleiben erheblich. Wer den falschen Tarif wählt, zahlt im Schadenfall einen hohen Preis.“
Zur Methodik
Das Cyber-Rating von Franke und Bornberg stützt sich ausschließlich auf selbst recherchierte Daten. Als Basis dienen rechtsverbindliche Unterlagen wie Versicherungsbedingungen, Verbraucherinformationen, Antragsformulare und Versicherungsscheine. Werbliche Aussagen, Selbstauskünfte und Leistungsversprechen außerhalb der Vertragsdokumente bleiben unberücksichtigt. (tik)
Zum Rating geht es auf der Website von Franke und Bornberg.
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