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Frontal 21: BU-Versicherte seien häufig schutzlos
18. Juli 2018

Frontal 21: BU-Versicherte seien häufig schutzlos

Das ZDF-Magazin Frontal 21 hat sich mit dem Thema Berufsunfähigkeit beschäftigt. Der Tonfall: Versicherungskonzerne verweigerten Kranken oft die Zahlung mit dem Verweis aufs Kleingedruckte oder verzögerten die Zahlung. Ein besprochener Leistungsfall wurde aber wohl noch während der Dreharbeiten abgeschlossen.


Das ZDF-Magazin Frontal 21 hat sich mit dem Thema Berufsunfähigkeit beschäftigt. Der Tonfall: Versicherungskonzerne verweigerten Kranken oft die Zahlung mit dem Verweis aufs Kleingedruckte oder verzögerten die Zahlung. Ein besprochener Leistungsfall wurde aber wohl noch während der Dreharbeiten abgeschlossen.


Frontal 21: BU-Versicherte seien häufig schutzlos

In Medien und Öffentlichkeit stehen die BU-Versicherer immer wieder in der Kritik: Leistungen würden bei Schicksalsfällen verweigert oder die Leistungsregulierung etwa durch neues Anfordern von Dokumenten verzögert, so die Vorwürfe. Auch in der Branche wird das Thema kontrovers diskutiert, mittlerweile gibt es Studien sowohl für als auch gegen diese Thesen. Ministeriell wurde den Versicherern keine Verzögerungstaktik bescheinigt, Verbraucherschützer und verschiedene Politiker sehen dies wiederum anders.

Am gestrigen Dienstagabend wurde das Thema im ZDF-Politikmagazin Frontal 21 behandelt. Im Mittelpunkt stand das Schicksal zweier Männer, die aufgrund von Erkrankungen ihren Beruf nicht mehr ausüben können und sich von ihren BU-Versicherern im Stich gelassen fühlen. Einer der Leistungsanträge wurde wohl aber noch während der Dreharbeiten positiv beschieden. Im zweiten Fall verwies der Versicherer darauf, dass eine abschließende Entscheidung bisher nicht möglich gewesen sei, da benötigte Informationen noch nicht zur Verfügung gestellt worden wären.

Politische Reformen seien Ursache

Der Beitrag holt zunächst aus und sieht die Ursache des vermeintlichen Dilemmas in politischen Entscheidungen der Schröder-Ära: Seit der Rentenreform vor rund 18 Jahren könnten sich Arbeitskräfte nur noch privat gegen Berufsunfähigkeit absichern, der Gesetzgeber habe es aber verpasst, klare Vorschriften für die private Versicherungswirtschaft zu schaffen. Und das würde dort zur Benachteiligung der Versicherten führen.

Kritik aus der Branche heraus

Marktversagen nennt das Claus-Dieter Gorr, Geschäftsführer der PremiumCircle Deutschland GmbH, die unter anderem Maklersoftware und Beratungsdienstleistungen für Versicherer anbietet als auch ein Maklernetzwerk betreibt, in dem Frontal21-Beitrag und wiederholt damit seine Kritik der vergangenen Jahre. „Es kann doch nicht sein, dass wir in der privaten Versicherungswirtschaft, wo wirklich Existenzen von der Berufsunfähigkeitsversicherung abhängen, Entscheidungsdauern haben, die weit über drei Monate hinausgehen, die teilweise ein Jahr oder auch zwei Jahre dauern. Das ist schlichtweg ein Witz. Hier muss die Politik handeln, ganz klar.“ Er fordert Marktstandards, verständliche Begrifflichkeiten und mehr Transparenz in der Leistungsprüfung.

SPD stellt Forderungen auf

Gehör findet die Kritik in der SPD. So kommt in dem Beitrag die Bundestagsabgeordnete Sarah Ryglewski zu Wort. Die verbraucherpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion fordert eine stärkere Standardisierung der Gesundheitsfragen, eine Obergrenze oder einen Richtwert für die Bearbeitungsdauer im Leistungsfall und ein Recht jeden Einzelnen, eine Versicherung zu bezahlbaren Konditionen abzuschließen. (bh)

Der Frontal21-Beitrag steht zum Nachsehen hier in der ZDF-Mediathek.




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