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GDV will Vorwürfe an BU-Versicherer mit neuer Statistik entkräften
07. Januar 2016

GDV will Vorwürfe an BU-Versicherer mit neuer Statistik entkräften

Der GDV hat gestern eine Statistik vorgelegt, mit der gezeigt werden soll, dass Versicherer bei einer Berufsunfähigkeit ihrer Kunden schnell und unkompliziert leisten und dass es nur wenige Ablehnungen bei BU-Anträgen gibt. Der Verband reagiert damit auch auf die Kritik der vergangenen Monate.


Der GDV hat gestern eine Statistik vorgelegt, mit der gezeigt werden soll, dass Versicherer bei einer Berufsunfähigkeit ihrer Kunden schnell und unkompliziert leisten und dass es nur wenige Ablehnungen bei BU-Anträgen gibt. Der Verband reagiert damit auch auf die Kritik der vergangenen Monate.


GDV will Vorwürfe an BU-Versicherer mit neuer Statistik entkräften

Kritik an der Leistungsbereitschaft der Versicherer gab es in den vergangenen Monaten immer wieder. Ins Blickfeld rückt dabei insbesondere die Berufsunfähigkeitsversicherung. Oft an Einzelfällen festgemacht, wird Versicherern vorgeworfen, Leistungen zu verzögern oder zu unterlassen. Auch Versicherungsmakler, die für ihre Kunden eintreten, üben Kritik. Mittlerweile hatte sich schon die Politik mit dem Thema zu beschäftigen und Branchenteilnehmer legten Untersuchungen dazu vor.

Gestern hat nun der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) eine neue Branchenstatistik vorgelegt, die erstmals erhoben wurde. Der Verband kommt dabei zu dem Schluss, dass die meisten Versicherten bei Berufsunfähigkeit schnell ihre Leistungen erhalten würden. Nur bei knapp 6% der Leistungsanträge würden die Versicherungsunternehmen Gutachten einholen, so der GDV. Und die würden überwiegend zu Gunsten der Versicherten ausgehen.

Der Statistik zufolge erkannten die Unternehmen im Jahr 2014 rund 40.200 Anträge ihrer Kunden auf Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung an. Die Leistungsquote – also das Verhältnis von anerkannten zu eingereichten Leistungsanträgen – lag bei annähernd 77%. Der GDV wähnt diese Zahl als Erfolg. Anders sieht das Versicherungsmakler und BU-Experte Matthias Helberg, der in seinem Blog kritisiert, dass damit „2014 bei rund 12.000 Betroffenen die Berufsunfähigkeit nicht anerkannt wurde.“ Er fordert, dass die Gründe der Leistungsablehnungen dringend branchenweit erfasst und genannt werden müssten. Helberg weiter: „Und die Branche täte gut daran, transparent darzulegen, warum man in 12.000 Fällen existenzielle Versicherungsleistungen nicht gewähren konnte.“ Helberg sieht auch weitere Zahlen fehlinterpretiert, auch wenn er es grundsätzlich begrüßt, dass entsprechende Zahlen überhaupt preisgegeben werden.

Wer eine BU will, bekommt eine BU …?

Der GDV sieht durch die Zahlen jedenfalls die Versicherer im positiven Sinne bestätigt. „Die Unternehmen leisten – schnell und unkompliziert. Gutachten spielen nur eine Nebenrolle. Zudem bekommt so gut wie jeder, der sich gegen Berufsunfähigkeit absichern möchte, auch ein Angebot von einer Versicherung“, äußert sich Peter Schwark, Mitglied der GDV-Hauptgeschäftsführung, bei Vorstellung der Statistik. Bei knapp 823.000 Anträgen auf Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung gab es 2014 laut neuer Statistik in fast 776.000 Fällen auch ein Versicherungsangebot. Das entspreche einer Annahmequote von über 94%. Ob sich aus dem Angebot auch ein Abschluss generierte, geht aus der Statistik jedoch nicht offensichtlich hervor.

Angaben zur Erhebung

Die Statistik zu Versicherungs- und Leistungsanträgen stützt sich auf die Angaben von Unternehmen, die zusammen rund 84% des Marktes in der Berufsunfähigkeitsversicherung abdecken, erklärt der GDV. Die Angaben zu Gutachtenquoten bezögen sich auf Unternehmen mit einem Marktanteil von zusammen rund 60%. (bh)




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