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26. Februar 2026
Gleiche Arbeit, weniger Geld?

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Gleiche Arbeit, weniger Geld?

Gleiche Arbeit, weniger Geld?

Der Gender Pay Gap in der Finanz- und Versicherungsbranche

Für den Bereich „Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“ gibt Destatis einen unbereinigten Gender Pay Gap von 25% im Jahr 2025 an. Das ist ein Prozentpunkt weniger als im Vorjahr. Der erste erhobene Wert (2006) lag den Destatis-Daten nach bei 29%. Am höchsten war die Lohnlücke in den Jahren 2008 bis 2012 (30%) , am niedrigsten in den Jahren 2020 und 2021 mit 23%.

Was die Lücke beeinflusst
Gleiche Arbeit, weniger Geld?

Ausgehend vom unbereinigten Gender Pay Gap lassen sich rund 60% der Verdienstlücke durch die für die Analyse zur Verfügung stehenden Merkmale erklären, teilt Destatis mit. Ein wesentlicher Faktor ist etwa, dass Frauen öfter in Teilzeit arbeiten, was üblicherweise mit geringeren durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten einhergehe. Außerdem findet man Frauen häufiger in Branchen und Berufen, in denen allgemein geringer entlohnt wird. Darüber hinaus spielt noch das Anforderungsniveau des Berufs eine Rolle.

Bereinigter Gender Pay Gap: 6%

Die verbleibenden 40% des Verdienstunterschieds lassen sich allerdings nicht durch die im Schätzmodell verfügbaren Merkmale erklären. Dieser unerklärte Teil entspricht dem bereinigten Gender Pay Gap von 6%. Das wiederum bedeutet, dass Arbeitnehmerinnen im Durchschnitt auch bei vergleichbarer Tätigkeit, Qualifikation und Erwerbsbiografie im Jahr 2025 pro Stunde 6% weniger Geld erhielten als ihre Kollegen. Destatis weist darauf hin, dass mit weiteren Informationen über lohnrelevante Einflussfaktoren die Unterschiede eventuell noch geringer ausfallen würden. Der bereinigte Gender Pay Gap sei daher als „Obergrenze“ für eine mögliche Verdienstdiskriminierung von Frauen zu verstehen.

Gender Gap Arbeitsmarkt: 37%

Aus drei Gender Gaps, nämlich dem Gender Pay Gap, dem Gender Hours Gap (Unterschied in den bezahlten Arbeitsstunden pro Monat) und dem Gender Employment Gap (Unterschied in den Erwerbstätigenquoten) errechnet Destatis zudem den Gender Gap Arbeitsmarkt, der vielleicht noch nicht ganz so bekannt ist. Je höher dieser ausfällt, desto stärker ist die Verdienstungleichheit auf dem Arbeitsmarkt ausgeprägt. Wie das Destatis zum Equal Pay Day mitteilt, betrug diese „Arbeitsmarktlücke“ zwischen Männern und Frauen im Jahr 2025 37%. Sie hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert.

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Grafik: © Destatis

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