Ausblick
Castik ist zum Handeln gezwungen. Man wird mit den früheren und jetzigen Eignern wohl Einlagen verhandeln, um eine etwas flexiblere und wieder Raum gewährende Liquidität für operative Investitonen zu haben. Man benötigt Talent. Nicholas Clayton wäre ein solches Talent gewesen, man hat aber auch diesen Glücksfall für Patrik Rosenthals Ego geopfert – Clayton ist zum 01.07.2026 bei Rosenthal Assekuranz in die Geschäftsführung eingestiegen, einem zur Global Gruppe gehörigen Makler, und musste wenige Wochen später das Feld wohl schon wieder räumen. Stärke und Steuerung sieht anders aus.
Man muss weiter Bestände kaufen, um aus deren Umschichtung und Umplatzierung an das bisherige 6%-Wachstum aus interner Wertschöpfung anknüpfen zu können. Der Ankerversicherer W&W scheint eine ausgezeichnete Wahl gewesen zu sein und konnte das eigene dramatische Geschäftsjahr 2024 in 2025 glücklicherweise deutlich überwinden. Mit Yasser Bassal, ehem. Vertriebsdirektor bei der Württembergischen und aktuell Chief of Staff im Management Board der Global Gruppe, hat man auch einen Ankerkontakt, der allerdings die internationalen Investitionen nicht wirklich begleiten kann. Kai Wilms kann nicht zu lange mit der Neubesetzung warten und Castik kann eigentlich die Entscheidung dazu nicht den Gründern überlassen, denn zwei Jahre sind knapp und die Uhr tickt.
Global ist geboren worden, um verkauft zu werden und wird 2027 stark verändert im Markt stehen und am Markt auftreten. Ob Gallagher als Käufer auftritt, ist nach deren eher kritisch zu sehendem Einstieg bei Krose GmbH & Co. Bremen im Februar 2026 eher fraglich, aber es gibt genügend Unternehmen und internationale Versicherungsmakler, für die ein Kauf logisch und notwendig ist.
Auch Private Equity dürfte einen Weckruf aus dem Global/Wang-Drama mitgenommen haben. Summit Partners ist nicht nur 30 Jahre älter und fast zehnmal größer als Castik Capital, Summit scheint besser zu managen und hat rechtzeitig Chance und Gefahr aus dem Deal mit „Wilms & Wilms PE“ erkannt und cool gemanaged. Nicht viel anders ist es Permira 2024 nach dem Einstieg bei GGW ergangen. Die von Hg erworbenen Anteile hat man sehr klug reinvestiert. Bei GGW regieren der Kostenrechner und der Sparstift und es wurden die Makler auf den Verkauf von Versicherungen reduziert, was sicher auch sinnvoll ist. Auch Astorg PE dürfte bei Attikon bereits auf gelb schalten, da die Multiple der letzten Zukäufe ambitioniert und wohl nicht mehr dem Markt entsprechend waren.
Private Equity lernt gerade wieder, dass Verkäufe von Versicherungsmaklern zwar Gelegenheiten im heißen Markt sein können, Investitionen aber auch im PE-Modell sich normalerweise mit gesteigerter Werthaltigkeit rentieren müssen. Die Zeit des schnellen hohen Returns ist, wie die Verdauungsgeräusche der PE-Branche bei PiB, Helmsauer/SE Gruppe, GGW, HBC und selbst bei der sehr gut geführten MRH zeigen, zumindest abgekühlt für viele und wird wohl zwei Jahre auf Eis liegen.
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