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24. September 2021
Gold präsentiert sich vernachlässigt

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Gold präsentiert sich vernachlässigt

Marode Finanzmärkte

Viele Anleger gehen davon aus, dass die Finanzkrise aus dem Jahr 2008 durch geeignete Maßnahmen der Politiker und der Verantwortlichen bei den Zentralbanken überwunden wurde. Bei näherer Betrachtung wird jedoch schnell klar, dass dies ein Trugschluss ist. Die weltweite Verschuldung der Haushalte nimmt ungebremst zu. Sie hat mittlerweile ein Niveau erreicht, das nicht mehr durch Steuer­erhöhungen finanzierbar ist. Die Zentralbanken sind deshalb dazu übergegangen, Gelder für die Ausgabenprogramme der Regierungen neu zu drucken. Die Bilanzsummen der Zentralbanken haben sich dadurch seit 2008 vervielfacht und gleichzeitig die Bilanzsummen der Geschäftsbanken aufgebläht.

Mittlerweile fließt das neu gedruckte Geld nicht mehr nur in Investitionsprogramme, sondern finanziert auch Ausgaben für Rentner, das Gesundheitswesen oder subventioniert den Strompreis im Rahmen von Klimaprogrammen. Insgesamt ergibt sich ein Bild überforderter Regierungen und verzweifelter Aktionen der Zentralbanken, die nicht nach­haltig aufgelöst werden können. Edelmetalle sind in einem solchen sich zuspitzenden Szenario ein unverzichtbarer Baustein, um die Kaufkraft des Vermögens erhalten zu können.

Gefahren für Goldanleger

Die größte Gefahr für Gold­anleger sind die Regierungen. Vor allem in sozialistischen und totalitären Systemen wurde der Goldbesitz privater Anleger immer wieder stark reglementiert oder sogar ganz verboten. Da Gold Freiheit und Unabhängigkeit bedeutet, wird es von Regimen, die die Freiheit bekämpfen, logischerweise attackiert. Vorboten einer solchen Entwicklung sind Reglementierungen wie zum Beispiel Limits für Goldkäufe gegen Bargeld oder Goldverkäufe nur bei einer bestehenden Bankverbindung. Diese Reglementierungen dienen vor allem dazu, den Gold­besitz der Anleger lokalisieren und lückenlos überwachen zu können. Weitere Schritte wären Limitierungen beim Grenzübertritt, Goldhandelsverbote und Goldbesitzverbote.

Goldpreisziel

Seit der Lösung vom Gold-­Devisenstandard des Bretton-Woods-Systems im März 1968 sind die wichtigsten Währungen der Welt ohne Deckung und verfallen parallel zur Geldschöpfung im Wert. Im Gegenzug steigt der Goldpreis seit der Lösung vom Dollar von 35 auf über 2.000 Dollar pro Feinunze an und hat sich somit im Wert mehr als verfünfzigfacht. Gold kann damit den Kaufkraftverlust der Währungen langfristig ausgleichen, wobei immer wieder Phasen der Unterbewertung oder der Überbewertung zu beobachten sind. Auf dem Kursniveau von 1.800 Dollar pro Feinunze ist der Goldpreis im langfristigen Vergleich fair bewertet. Mit der aktuell extrem expansiven Geldpolitik der Zentralbanken und der Finanzierung der Haushalte durch die Zentralbanken erscheint mittlerweile allerdings ein Preisniveau von 2.300 bis 2.500 Dollar pro Feinunze gerechtfertigt zu sein.

Den Artikel lesen Sie auch in AssCompact 09/2021 und in unserem ePaper.

Bild: © fotobieshutterb – stock.adobe.com; Porträtfoto: Stabilitas

 
Ein Artikel von
Martin Siegel