AssCompact - Facebook AssCompact - LinkedIN AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Youtube

Hausrat: Geschädigter in der Beweispflicht
05. November 2019

Hausrat: Geschädigter in der Beweispflicht

Wenn man nicht beweisen kann, dass ein Schaden nach Versicherungsbeginn eingetreten ist, bleibt man eventuell auf den Kosten sitzen. So entschied das OLG Dresden, dass ein Hausratversicherer nicht verpflichtet ist einen Schaden zu kompensieren, wenn der genaue Schadenszeitpunkt nicht ermittelbar ist.


Wenn man nicht beweisen kann, dass ein Schaden nach Versicherungsbeginn eingetreten ist, bleibt man eventuell auf den Kosten sitzen. So entschied das OLG Dresden, dass ein Hausratversicherer nicht verpflichtet ist einen Schaden zu kompensieren, wenn der genaue Schadenszeitpunkt nicht ermittelbar ist.


Hausrat: Geschädigter in der Beweispflicht

Was war zuerst da? Die Versicherung oder der Schaden? Über diese Frage ist ein Versicherungsnehmer gestolpert, der von seinem Hausratversicherer den Schaden eines Einbruchs ersetzt haben wollte.

Schadensregulierung wird abgelehnt

Der Mann hatte den Einbruch in seine Garage erst bemerkt, nachdem er aus einem kurzen Urlaub vom 28.12.2017 bis zum 04.01.2018 zurückgekommen war. Dabei war ihm ein Schaden entstanden, den er mit 5.000 Euro veranschlagte. Als er jedoch eine Erstattung von seinem Hausratversicherer einforderte, lehnte dieser ab.

Klage gegen Hausratversicherer

Das Versicherungsunternehmen gab an, dass sich der genaue Zeitpunkt des Schadenseintritts nicht bestimmen lasse. Die Hausrat-Police galt erst ab dem 01.01.2018 und es sei nicht auszuschließen, dass der Schaden noch davor eingetreten sei. Der Geschädigte klagte daraufhin gegen seinen Versicherer und forderte die Regulierung des Schadens.

Tatzeitpunkt ist nicht ermittelbar

In seinem Urteil gab das Oberlandesgericht (OLG) Dresden dem Versicherer Recht – ebenso, wie das erstinstanzliche Landgericht Leipzig. Es stehe nicht in Frage, dass der Einbruch stattgefunden habe. Außerdem existierten für den Nachweis von Einbruchsdiebstählen, die sich meist im Verborgenen abspielten, diverse Beweiserleichterungsregeln. Diese erstreckten sich jedoch nicht auf die Feststellung des Tatzeitpunkts. Der Kläger hatte selbst bei der Polizei angegeben, dass der Einbruch irgendwann zwischen dem 29.12.2017 und dem 04.01.2018 erfolgt sein könnte. Der Tatzeitpunkt sei somit schlicht nicht zu ermitteln.

Weitere Zweifel laut Gericht angebracht

Des Weiteren zog das Gericht den angegebenen Schadensbetrag des Klägers in Zweifel, da er für seine Felgen alleine 4.400 Euro veranschlagt hatte, wobei sein Fahrzeug insgesamt lediglich einen Anschaffungswert von 6.700 Euro aufwies.

Das Gericht empfahl dem Kläger die Berufung zurückzunehmen, da sie keine Aussicht auf Erfolg habe. Der Kläger kam dieser Empfehlung nach. Das Urteil des Landgerichts Leipzig ist somit rechtskräftig. (tku)

OLG Dresden, Beschluss vom 08.05.2019, Az.: 4 U 1759/18

Bild: © Ralf Geithe – stock.adobe.com




Ähnliche News

Die Zweite Verordnung zur Änderung der Finanzanlagenvermittlungsverordnung (FinVermV) tritt im kommenden Monat am 01.08.2020 in Kraft. Der Jurist und Experte in Maklerfragen, Hans-Ludger Sandkühler, gibt noch einmal einen Überblick über die wesentlichen Neuerungen, die auf Finanzanlagenvermittler schon bald zukommen und erklärt, weshalb die Vorschriften unter Umständen nur von kurzer Wirkungsdauer sein könnten. weiterlesen
Welche Auswirkungen auf die Beweislast hat es, wenn ein Immobilienverkäufer erklärt, ihm seien keine unsichtbaren Mängel am Grundstück bekannt? Die Vorinstanzen gingen von einer Beweislastumkehr aus. Der BGH widerspricht dieser Ansicht in einem aktuellen Fall, in dem ein behördlich angeordneter Rückbau droht. weiterlesen
Die Corona-Krise hat den Trend, von der Ausschließlichkeit in die Maklerschaft zu wechseln, nicht angehalten. Inwiefern sich die Rahmenbedingungen jedoch geändert haben, vor allem mit Blick auf Finanzierung und Kundenkontakte, erklärt Michaela Ferling von der Kanzlei Ferling Rechtsanwälte. weiterlesen


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.