Es wird nicht ruhig um die Helmsauer Gruppe in Nürnberg. Der Versicherungsmonitor berichtete am Mittwochvormittag unter Berufung auf eigene Informationen, dass der Investor, Nordic Capital, versuche, das Maklerhaus zu verkaufen und somit aus der Unternehmensgruppe auszusteigen – schon bald nach Ostern soll es einen Deal geben, wenn es nach Nordic ginge, zitiert der Monitor einen „Marktteilnehmer mit Kenntnis der Vorgänge“.
Weiterhin, ebenso unter Berufung auf eigene Informationen, meldet das Branchenmedium, dass die Gruppe darüber nachdenke, den Namen Helmsauer zu streichen. Der Unternehmensname solle näher an den 2017 übernommenen Makler Dr. Schmidt & Erdsiek anlehnen.
Bernd Helmsauer, ehemaliger Vorstand der Helmsauer Gruppe, ist kurz vor Weihnachten aus der Geschäftsführung der Helmsauer Gruppe ausgestiegen. Im AssCompact Interview schilderte er, dass es einen strategischen Dissens mit Nordic Capital gegeben habe. Zwischendurch stand die Gruppe unter der Führung von Dr. Sven Tischendorf, bis am 09.02.2026 Marco Gerhardt als neuer Geschäftsführer das Zepter übernommen hat.
Außerdem steht die Helmsauer Gruppe derzeit in einem rechtlichen Disput mit dem Maklerhaus der beiden Söhne von Bernd Helmsauer, Bastian und Steffen. Zunächst hieß das Maklerhaus „Helmsauer Verbund“, später „Helmsauer Brüder Verbund“. Grund war eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Nürnberg-Fürth. Jetzt heißt es schlicht „Helmsauer Brüder“.
AssCompact hat bei Nordic Capital und bei der Helmsauer Gruppe nach den Gerüchten gefragt.
Helmsauer Gruppe und Nordic Capital: Kein Verkauf geplant
Die Helmsauer Gruppe dementiert die Gerüchte um den Verkauf und die Namensänderung. „Eine Umbenennung der Gruppe findet zur jetzigen Zeit nicht statt.“ Darüber hinaus wolle man sich zu Spekulationen nicht äußern. Auch sei Nordic Capital weiterhin als Mehrheitseigentümer in die Helmsauer Gruppe investiert und unterstütze die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens. Ein kurzfristiger Exit um Ostern sei nicht geplant.
Ähnlich äußerte sich Nordic Capital. Die Gerüchte um den Exit von Nordic Capital, über die der Versicherungsmonitor berichtet hat, sei nicht korrekt. Nordic Capital bleibe der mehrheitliche Anteilseigner der Helmsauer Gruppe und es gebe keine Pläne für einen „Short-term exit“. Auch die Gerüchte um die Umbenennung der Helmsauer Gruppe seien nicht zutreffend. Nordic Capital schreibt: „Please also be informed that the Helmsauer Group will not be renamed at this time.”
Wo liegt die Wahrheit?
Zur Einordnung: Presse-Statements von Unternehmen werden gerade bei juristisch relevanten Themen sehr präzise formuliert. Dementsprechend sollte man keine Aussage treffen, ob nun besagter Medienbericht oder besagte Presse-Statements die ganze Wahrheit sind. Auf der einen Seite steht die Glaubwürdigkeit von Medienberichten und deren anonymer Informanten. Auf der anderen Seite steht aber auch die Tatsache, dass die Helmsauer Gruppe und Nordic Capital lediglich für den jetzigen Zeitpunkt verneint haben, dass die Helmsauer Gruppe umbenannt wird – Stichwort „at this time“. Ob eine Prüfung auf Namensänderung stattfindet, wurde nicht kommentiert.
Ebenso äußerten sich die beiden Unternehmen nicht, ob aktuell Gespräche zu einem möglichen Verkauf stattfinden, sondern nur, dass Nordic der Mehrheitseigentümer bleiben wird und kein kurzfristiger Exit geplant ist. Die wohl eindeutigste Formulierung kam noch von Nordic mit der Aussage, dass der Bericht des Versicherungsmonitors „incorrect“ sei.
Wie immer also: Was hinter verschlossenen Türen besprochen wird, zeigt sich erst mit der Zeit. (mki)
Lesetipp der Redaktion: Helmsauer Gruppe und Nordic Capital: Einzelfall oder Signal?
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