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Hessens Regierung stellt Konzept zur Deutschland-Rente vor
04. Mai 2017

Hessens Regierung stellt Konzept zur Deutschland-Rente vor

Hessische Minister haben Details zur ihrem Vorschlag einer Deutschland-Rente als Alternative in der privaten Altersvorsorge vorgelegt. Laut Konzeptpapier sollen alle Beschäftigten automatisch in einen Altersvorsorgevertrag einzahlen, außer sie entscheiden sich aktiv dagegen.


Hessische Minister haben Details zur ihrem Vorschlag einer Deutschland-Rente als Alternative in der privaten Altersvorsorge vorgelegt. Laut Konzeptpapier sollen alle Beschäftigten automatisch in einen Altersvorsorgevertrag einzahlen, außer sie entscheiden sich aktiv dagegen.

Hessens Regierung stellt Konzept zur Deutschland-Rente vor

Die hessischen Minister Tarek Al-Wazir (Grüne), Stefan Grüttner und Dr. Thomas Schäfer (beide CDU) haben ein Konzeptpapier mit Einzelheiten zu ihrer Idee einer Deutschland-Rente präsentiert. Diese Rente soll die Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge ergänzen und damit eine Alternative zur Riester-Rente darstellen. Denn Riesterprodukte seien vor allem für Personen mit geringem Einkommen zu teuer, so die Begründung. Das Konzept sieht ein Opt-Out-Prinzip vor, wonach alle Beschäftigten automatisch in einen Altersvorsorgevertrag einzahlen, solange sie sich nicht aktiv dagegen aussprechen oder sich noch nicht in ausreichendem Umfang über die betriebliche Altersvorsorge absichern.

Mit der Deutschland-Rente wollen die Minister auch einige Verbesserungen beim Riester-System herbeiführen. Das Standardprodukt des Deutschlandfonds wird laut Konzeptpapier als Riesterprodukt ausgestaltet und im Bereich der privaten Altersvorsorge angesiedelt.

Zentraler Deutschlandfonds als Grundlage

Für die neue Rente wollen die Minister den „Deutschlandfonds“ einführen, einen staatlichen kapitalgedeckten Rentenfonds, der den gleichen Wettbewerbsbedingungen unterliegt wie private Rentenversicherungen. Im Konzeptpapier heißt es dazu, der Deutschlandfonds müsse sich durch transparent erhobene Verwaltungskosten selbst finanzieren. So könne ein Wettbewerb entstehen, bei dem sich jeder Erwerbstätige frei zwischen dem Deutschlandfonds und den privaten Rentenversicherungen entscheiden könne. Der Staat soll keinen Zugriff auf den Fonds haben.

Laut Konzept der Deutschland-Rente sollen Beschäftigte ein vereinfachtes Riester-Zulagenverfahren nutzen können. Hierbei werden die Beiträge der Beschäftigten für Riesterprodukte „technisch“ über den Arbeitgeber direkt an den Anbieter gezahlt. Die Zulagengewährung erfolgt vollautomatisch über das Lohnabrechnungssystem, so die Idee.

Höherer Schwerpunkt auf Aktien

Die Minister schlagen vor, Sparern die Wahl zu lassen – auch im Hinblick auf das aktuelle Niedrigzinsniveau – einen höheren Anlageschwerpunkt auf Aktien zu legen. Bei den derzeit gesetzlich vorgeschriebenen Garantien für Riesterprodukte sei dies nur sehr eingeschränkt möglich. Generell plädieren die Minister in ihrem Konzept für eine Wahlmöglichkeit über Garantien. Nach dem Vorschlag der Deutschland-Rente sollen alle Riestersparer wählen können, in der Ansparphase auf Beitragsgarantien zu verzichten. Zudem sollen Sparer bei der Deutschland-Rente auch Riesterprodukte wählen können, die auf die bisherige Garantie mindestens gleichbleibenden Leistungen in der Leistungsphase verzichten zugunsten höherer Renditechancen.

Resonanz fällt unterschiedlich aus

Für ihren Vorschlag ernteten die Minister Lob, aber auch viel Kritik. Während das deutsche Aktieninstitut den Ansatz begrüßt, mehr Aktien in der Altersvorsorge zu nutzen, stößt die fehlende Kapitalgarantie auf Widerstand etwa von Seiten der Deutschen Rentenversicherung. (tk)



Kommentare

von Wilfried Strassnig am 05.05.2017 um 08:37 Uhr
.....transparent erhobene Verwaltungskosten? Das sagen diesselben Politiker die mit den Rückstellungen für die Beamtenvorsorge schon mit € 1 Billion-in Zahlen 1000000000000.-. Rechnen die Politiker diese Kosten jetzt mit oder ohne Rückstellung. Alles eine große Farce und niemand, auch sämtliche Medien, Verbraucherschützer etc. beschäftigen sich, zu Lasten unserer Kinder darum. Da ist ja die Private Versicherung hochseriös dagegen.Interessanterweise habe ich das ca. 10 mal in diversen Medien kundgetan und niemals eine Reaktion vespürt. Schweigepflicht? Politisch nicht gewollt? Also kümmern wir uns weiterhin nicht die Bohne darum. Aus meiner Sicht kann ich die Deutschlandrente nur befürworten, wenn diese Baustelle beseitigt ist.Das kommt mir so vor, als wenn ich in ein komplett baufälliges Haus ein supertolles modernes Bad einbauen lasse.


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