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25. September 2021
Hohe Mietbelastung nicht nur in größeren Städten
Businessman carrying a large and heavy stone on his back

Hohe Mietbelastung nicht nur in größeren Städten

In den meisten Großstädten stellt die Miete für Familien eine große finanzielle Belastung dar. Dies gilt vor allem für Metropolen, in denen die Kluft zwischen Mieten und Einkommen immer größer wird. Doch auch in kleineren Städten müssen Familien einen großen Teil des Einkommens fürs Wohnen berappen.

Im Rahmen einer Untersuchung hat immowelt die Mietbelastung einer vierköpfigen Familie nach Berufsabschlüssen in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern hierzulande beleuchtet. Wie die Analyse zeigt, müssen Eltern mit anerkanntem Berufsabschluss in mehr als jeder zweiten deutschen Großstadt für eine familientaugliche Wohnung mindestens ein Viertel des Haushaltsnettoeinkommens für die Miete ausgeben. In 16 Städten liegt die Belastung sogar über 30%.

Wohnen in der Großstadt mit niedrigem Einkommen schwierig

Für Eltern ohne Berufsabschluss ist das Großstadtleben kaum noch zu finanzieren. Sie kommen in 72 Städten auf eine monatliche Belastung von über 25% und in 52 Städten auf über 30%. Als Konsequenz müssen viele Menschen mit niedrigem Einkommen den Städten den Rücken kehren oder sind auf Wohngeld angewiesen. Laut Immowelt bestehe am freien Markt kaum noch die Aussicht, eine leistbare Wohnung zu finden. Sozialwohnungen wiederum sind in vielen Städten nicht ausreichend vorhanden und die Wartelisten lang.

Wohnen in München und Berlin: Selbst für Akademiker Herausforderung

Am schwierigsten haben es Familien in Städten, in denen Mieten und Einkommen immer weiter auseinanderdriften. Die höchste Belastung zeigt sich für München und Berlin. So beträgt die mittlere Angebotsmiete für eine 80 bis 120 Quadratmeter große Wohnung in München 1.750 Euro plus Nebenkosten. Familien ohne Berufsabschluss müssten dafür 55% ihres Verdienstes berappen. Auch Arbeitnehmer mit anerkanntem Berufsabschluss müssen 45% ihres Einkommens für Miete ausgeben. Selbst Akademikerfamilien kommen auf Mietkosten in Höhe von einem Drittel ihres Nettoverdienstes, was allgemein bereits als beginnende Überbelastung gilt, und stoßen damit an ihre finanziellen Grenzen.

Hohe Mietbelastung auch in Freiburg, Rostock und Jena

Unter der hohen Mietbelastung ächzen aber nicht nur Familien in Großstädten. Auch in etlichen kleineren deutschen Städten sind die Wohnkosten ein Problem. So findet sich Freiburg unter allen Städten auf Platz 3 im Ranking, was die Belastung angeht. Arbeitnehmer mit anerkanntem Berufsabschluss müssen bei Neuvermietung 38% ihres Nettoeinkommens für eine familientaugliche Wohnung ausgeben. Rostock, Heidelberg (je 36%), Jena und Potsdam (je 35%) gehören zu den Städten, in denen Familien am stärksten belastet sind.

Ruhrgebiet noch erschwinglich

Bezahlbaren Wohnraum finden Familien der Auswertung zufolge im Ruhrgebiet. Mit Berufsabschluss liegt die Mietbelastung in Duisburg und Herne unter 20%. Selbst für Eltern ohne Berufsabschluss sind die Mieten in den Großstädten des Ruhrgebiets noch erschwinglich: Die Wohnkostenquote bleibt unterhalb der 25-Prozent-Marke.

Über die Analyse

Für die Untersuchung wurde in 79 Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern die monatliche Belastung durch Miet- und Nebenkosten einer Wohnung mit 80 bis 120 Quadratmetern in Relation zum mittleren Haushaltsnettoeinkommen einer vierköpfigen Familie (ein Voll- und ein Halbverdiener) ermittelt. Als Basis wurden die von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Bruttoeinkommen, unterschieden nach Berufsabschlüssen (ohne, anerkannter, akademischer) herangezogen und in entsprechende Nettogehälter umgerechnet. (tk)

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